Brauseboys

Die Brauseboys sind eine Berliner Lesebühne. Sie wurde 2003 in Berlin-Wedding gegründet und findet seitdem jeden Donnerstag statt, seit 2023 im Haus der Sinne in Prenzlauer Berg. Mit über 1000 Auftritten in über 20 Jahren sind die Brauseboys eine der langlebigsten Lesebühnen Deutschlands.

Geschichte

Die Lesebühne wurde im Frühjahr 2003 von Nils Heinrich, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann und Heiko Werning gegründet; die Idee ging von Heinrich aus. Laut Surmann wollten die Autoren eigene Texte vortragen, fanden auf den bestehenden Lesebühnen aber keinen freien Platz. Sie gründeten daher eine eigene Bühne im Wedding, wo mehrere von ihnen wohnten und es bis dahin keine Lesebühne gab.

Erste Spielstätten im Wedding waren das Laine Art, das La Luz in den ehemaligen Osram-Höfen und die Hausbrauerei Eschenbräu. 2020 wich die Lesebühne wegen der COVID-19-Pandemie zunächst auf Livestreams aus und zog danach in die Kulturfabrik Moabit. Seit 2023 treten die Brauseboys im Haus der Sinne in der Ystader Straße auf, wenige hundert Meter jenseits der Ortsteilgrenze zu Gesundbrunnen; die Gruppe bezeichnet den Standort scherzhaft als „Ost-Wedding“.

2023 feierte die Lesebühne ihr 20-jähriges Bestehen mit einer Jubiläumsshow im Wedding. Bis dahin hatte sie über 1000 Abende bestritten.

Merkmale

Die Mitglieder tragen selbst verfasste, überwiegend humoristische und satirische Kurzgeschichten vor, oft ergänzt um eigene Lieder. Hinzu kommen wöchentlich wechselnde Gäste aus Literatur und Musik. Inhaltlich geht es nach Surmanns Angaben vor allem um Beobachtungen aus der jeweiligen Woche, das Berliner Stadtleben, den Wandel der Kieze und politische Fragen. Die Gruppe bezeichnet sich selbst als „Vorlese-Boygroup“. In ihrer Eigenwerbung zitiert sie eine Einschätzung der FAZ, die sie als „eine Art Volksausgabe der Harald-Schmidt-Show“ bezeichnet habe.

Kennzeichnend sind thematische Reihen, etwa Themenwochen über Insekten oder Fische, ein „intellektueller Monat“ oder ein „Jahr der Kartoffel“. Zu Weihnachten beschenken sich die Mitglieder traditionell mit Wichtelgeschichten. 2026 lud die Lesebühne im Rahmen von „Politikwochen“ Berliner Landespolitiker verschiedener Parteien als Gäste ein.

Jahresrückblick

Seit 2006 zeigen die Brauseboys zum Jahresende den satirischen Rückblick Auf Nimmerwiedersehen, ursprünglich im Comedy Club Kookaburra. Nach Verlagsangaben sahen zuletzt rund 2000 Zuschauer den Jahresrückblick; 2025 fand er zum 20. Mal statt. Begleitend erscheint jeweils ein Best-of-Band.

Mitglieder

Feste Mitglieder (Stand: September 2026):

Ehemalige Mitglieder:

Veröffentlichungen (Auswahl)

Die meisten Bücher der Gruppe erscheinen im Satyr Verlag, dessen Inhaber Volker Surmann ist.

Jahresrückblicke

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 Lesebühne Brauseboys. In: brauseboys.de. Abgerufen am 25. September 2026.
  2. 1 2 Vorleser. In: brauseboys.de. Abgerufen am 25. September 2026.
  3. ↑ deutschlandfunkkultur.de: Kabarett - Selbstironisch und fern von Ostalgie. 3. März 2014, abgerufen am 25. September 2026.
  4. 1 2 3 20 Jahre Brauseboys: Die Berliner Kult-Lesebühne kehrt zurück nach Wedding. In: Der Tagesspiegel. 31. August 2023, abgerufen am 25. September 2026.
  5. 1 2 Die Lesebühne. In: brauseboys.de. Abgerufen am 25. September 2026.
  6. ↑ Brauseboys. In: berlin.de. 6. Januar 2023, abgerufen am 25. September 2026.
  7. 1 2 Die Brauseboys-Lesebühne! Saisonauftakt 2025! In: Haus der Sinne. 16. Januar 2025, abgerufen am 25. September 2026.
  8. ↑ Produkte. In: brauseboys.de. Abgerufen am 25. September 2026.
  9. ↑ Welsuntergang. Auf Nimmerwiedersehen 2025! (Infotext). (PDF) Satyr Verlag, 26. November 2025, abgerufen am 25. September 2026.
  10. ↑ Der Autor. In: thilo-bock.de. Abgerufen am 25. September 2026.
  11. ↑ „Berlin mit scharf“ – Fünftes Buch der Brauseboys. In: Weddingweiser. Abgerufen am 25. September 2026.