
Als Breitbildmonitor (englisch widescreen monitor) werden Bildschirme im Breitbildformat, also mit einem Seitenverhältnis von 3:2, 14:9, 25:16, 16:10, 16:9 oder ca. 17:9 (exakt 256:135), bezeichnet. Ultrawide-Monitore sind Bildschirme mit Bildauflösungen im Seitenverhältnis von ca. 21:9 (exakt 64:27, 43:18 oder 12:5), 32:10 oder 32:9. Sie werden vor allem für Computerspiele oder als Alternative zu zwei Bildschirmen nebeneinander genutzt. Im Consumer- und Gaming-Markt haben Breitbild- und Ultrawide-Monitore die früher üblichen Monitore im Seitenverhältnis 4:3 (z. B. VGA 640 × 480 Pixel oder XGA 1024 × 768 Pixel) und 5:4 (z. B. Super XGA 1280 × 1024 Pixel) vollständig abgelöst.
Im März 1991 präsentierte Thomson den ersten sogenannten Breitwandfernseher mit einer 16:9-Bildröhre. Noch im gleichen Jahr führte Japan das HDTV-System Hi-Vision mit 1125 Zeilen (zum Vergleich: PAL unterstützte 576 Zeilen), einer Bildwiederholfrequenz von 60 Hz und dem Seitenverhältnis 16:9 ein. Der Ministerrat der EU beschloss 1993, „die Einführung fortgeschrittener Fernsehdienste in Europa im Format 16:9 gezielt zu fördern“. Eine wachsende Nachfrage nach größeren Fernsehgeräten mit höheren Auflösungen und dem Breitbildformat war somit vorgezeichnet. Aber die dafür notwendigen Kathodenstrahlröhren waren schwer, teuer und verbrauchten viel Energie.
Fujitsu schloss 1995 die Entwicklung des ersten Farb-Plasmabildschirms mit einer Bildschirmdiagonale von 42 Zoll im Breitbildformat 16:9 ab und leitete somit die Ablösung des Röhrenbildschirms durch den Flachbildschirm ein. Pioneer und Philips brachten dann 1997 die ersten Plasma-Fernseher auf den Markt. Fernsehgeräte mit LCD-Technik wurden in größeren Stückzahlen ab 2001 verkauft, zunächst nur HD ready (1280 × 720 Pixel). Erst auf der IFA 2007 wurde eine große Zahl von LCD-Fernsehern vorgestellt, die den Full-HD-Standard (1920 × 1080 Pixel) erfüllten. Die ersten Ultra-HD-Fernseher (3840 × 2160 Pixel, 84 Zoll) stellten LG und Sony 2012 vor. Schließlich bot LG Ende August 2013 mit dem Modell EA9809 (55 Zoll) den ersten OLED-Fernseher auf dem deutschen Markt an.
Der erste Computermonitor mit Bildröhre im Breitbildformat war das Modell GDM-W900 von Sony. Er kam 1997 auf den Markt, besaß eine sichtbare Bildschirmdiagonale von 22,5 Zoll, das Seitenverhältnis 16:10 und unterstützte Bildauflösungen bis 1920 × 1200 Pixel sowie Bildwiederholfrequenzen bis 85 Hz.
Der erste LCD-Computermonitor im Breitbildformat war das Modell 1600SW von Silicon Graphics. Er wurde ab November 1998 ausgeliefert, besaß eine Diagonale von 17,3 Zoll, eine native Auflösung von 1600 x1024 Pixel und somit das Seitenverhältnis 25:16. Im September 1999 folgte das Apple Cinema Display mit gleicher Auflösung aber einer Diagonale von 22 Zoll. Das zunächst den Flachbild-Fernsehgeräten vorbehaltene Seitenverhältnis 16:9 hielt ab 2008 auch bei den Computermonitoren und Notebooks Einzug. Den ersten Ultrawide-Monitor stellte LG im November 2012 vor. Das Modell EA93 hat eine Diagonale von 29 Zoll und eine native Auflösung von 2560 × 1080 Pixel. Der erste Monitor mit einem Seitenverhältnis von 32:9 folgte 2017. Das Modell CHG90 von Samsung hat eine Diagonale von 49 Zoll und eine Auflösung von 3840 × 1080 Pixel.
Nachfolgend eine Auswahl der Bildauflösungen im Wide-Format (aufsteigend sortiert nach Höhe, dann Breite), die in Monitoren realisiert wurden:
Nachfolgend eine Auswahl der Bildauflösungen im Ultra-Wide-Format (aufsteigend sortiert nach Höhe, dann Breite), die in Monitoren realisiert wurden:
Die Größenangabe eines Monitors bezieht sich auf die Bildschirmdiagonale, welche üblicherweise in Zoll angegeben wird. Sie ist bei verschiedenen Formaten nur bedingt vergleichbar. So hat ein herkömmlicher 4:3-Monitor bei gleicher Bildschirmdiagonale zwar 6 % weniger Breite, jedoch 13 % mehr Höhe und insgesamt 7 % mehr Fläche als ein Monitor im 16:10-Format.
Verglichen mit einem 4:3-Bildschirm mit 15,0 (12,0 × 9,0) Zoll erhält man im 16:10-Format die gleiche Breite bei 14,2 (12,0 × 7,5) Zoll, die gleiche Höhe bei 17,0 (14,4 × 9,0) Zoll und die gleiche Fläche bei 15,5 (13,1 × 8,2) Zoll.
Für Bücher oder Dokumente wie Briefe wird meist ein Layout im Hochformat verwendet, weil der Lesefluss mit zunehmender Breite des Textes abnimmt. Bei kleinen Diagonalen haben Bildschirme im 4:3-Format einen klaren Vorteil, da sie aufgrund der Höhe besser für die Darstellung geeignet sind.
Bei Breitbildmonitoren ab einer Diagonale von 22 Zoll (55 Zentimetern) können zwei DIN-A4-Seiten im Maßstab 1:1 nebeneinander auf dem Bildschirm dargestellt werden, sodass eine Pivot-Funktion zum Drehen des Monitors um 90 Grad dann nicht mehr benötigt wird, um eine hochformatige Bildfläche zu erhalten.