
Die Familie Brentano, die dem lombardischen Uradel zugerechnet wird, lässt sich auf ein Bauerngeschlecht zurückführen, das im Weinbaugebiet um den Comer See beheimatet war. In Deutschland wird das Adelsgeschlecht zum jüngeren Briefadel gezählt. Brenta ist dort die Bezeichnung für eine Weinbutte, deren Abbild auf blauem Grund in rot-silber-bordiertem Schilde ins Familienwappen der „nobiles de Brenta, dicti de Brentanis“ eingefügt ist, eingerahmt vom Lombardischen Löwen und der Schlange der Visconti, der Herzöge der Lombardei. Im Schildhaupt erscheint der Reichsadler, das Ehrenzeichen der Ghibellinen.
Die Familie wurde am 25. April 1282 in Como mit Johannes de Brenta erstmals urkundlich erwähnt. Die Stammreihe beginnt mit dem um 1330 geborenen Johannes de Brenta dictus de Brentanis.
Im 14. Jahrhundert teilte sich die Familie in die verschiedenen Linien:
Außerdem gibt es noch zwei weitere briefadlige Brentano-Familien:
Beide Geschlechter haben aber völlig andere Wappen als die uradligen von Brentano.

Das Stammwappen der Brentanos: Blasonierung: „Innerhalb eines rot-silber gestückten Bordes in Blau eine goldene Butte (italienisch: brenta). Auf dem blau-golden bewulstetem Helm mit rot-silbernen auf blau-goldenen Decken ein wachsender gold-gekrönter rot-bezungter schwarzer Adler.“
Daneben gibt es noch das heutige (gemehrte) Wappen der nicht titulierten Linien, das (gemehrte) Wappen der Brentano aus den Hause Gnosso von 1857 und die Wappen der briefadeligen Brentano von Brentheim von 1745 und der Freiherren Brentano von Brentheim von 1787.
Das Wappenbuch der Bürgerschaft von Rapperswil zeigt eine Variante über dem Zusatz „vom Comersee 1699“: In Silber eine goldene Brente, rechts gehalten von einem einwärts gekehrten roten Löwen, links begleitet von einer aufgerichteten goldenen Schlange, golden-gekrönt. Auf dem gekrönten Bügelhelm mit rechts rot-silbernen und gold-silbernen, links rot-silbernen Decken ein goldener Adler.
Alle Linien ließen sich im Laufe des 17. Jahrhunderts in Frankfurt am Main nieder, das damals ein Zentrum des Fernhandels zwischen Italien und Deutschland war. Die Brentanos handelten vor allem mit orientalischen und italienischen Weinen, Gewürzen und Spezereien, darunter den begehrten Zitrusfrüchten. 1649 ist als erstes Familienmitglied Martino Brentano aus der Linie Cimaroli nachweisbar, der sein Kontor zunächst im Schweizer Hof, später im Haus Stadt Antwerpen auf der Neuen Kräme führte. 1673 war Carlo Brentano (1644–1700) aus der Linie Gnosso im selben Haus ansässig. Sein Sohn Joseph wurde Teilhaber der Firma Bellini & Brentano, die sich unter seinen Nachkommen in die Firmen Joseph Brentano (bis 1827) in der Töngesgasse und Anton Maria Brentano & Sohn (bis 1794) in der Schnurgasse teilte. 1695 kam Antonio Brentano aus der Linie Toccia nach Frankfurt und gründete im Nürnberger Hof ein Handelshaus, das bis 1848 bestand.
Die später über die Grenzen Frankfurts hinaus bekannt gewordenen Brentanos stammten jedoch aus der Linie Tremezzo. Stammvater der deutschen Linien war Magnifico Ser Stefano de Brentano di Tremezzo, der ebenso wie sein Sohn Magnifico Don Bernardino de Brentano di Tremezzo die Würde eines Konsuls in Tremezzo innehatte. Auch der Enkel Giovanni-Pietro d. Ä. bekleidete dieses Amt. Er hatte mit seiner zweiten Ehefrau Donna Lucretia de Stoppanis mehrere Kinder. Nobile Stefano war deren ältester Sohn. Er wurde am 5. Juni 1605 geboren.


Sein Sohn Don Domenico (* 8. Januar 1651 in Tremezzo, † 1723), verheiratet mit Donna Maria-Magdalena Bellini, verlegte 1698 den Hauptsitz seines Mailänder Handelshauses nach Frankfurt am Main in den Nürnberger Hof. Er gab seinem Sohn bereits den besonders im Erzbistum Mainz sehr beliebten Namen des hiesigen Schutzpatrons Martin als zweiten Vornamen. Im Gegensatz zu anderen Familienlinien führten die Brentanos ihren Adelstitel in Frankfurt nicht mehr. Wie andere aus Italien eingewanderte Kaufmannsfamilien, z. B. die Bolongaro und die Guaita, hielten die Brentanos an ihrer römisch-katholischen Konfession fest und konnten deshalb in der streng lutherischen Reichsstadt Frankfurt zunächst kein Bürgerrecht erwerben. Durch großzügige Stiftungen unterstützten sie die nach der Reformation in Frankfurt verbliebenen Stiftskirchen und Klöster, darunter vor allem das Karmeliterkloster.
Domenicos Sohn Domenico Martino Brentano (* 1686 in Tremezzo, † 19. September 1755 in Frankfurt am Main) heiratete Donna Maria-Elisabetha Brentano-Riatti (1700–1736). Nach einem erfolgreichen Prozess gegen den Rat der Stadt Frankfurt konnte er 1740 als erster Katholik das Frankfurter Bürgerrecht erwerben. Er dehnte die Geschäftsverbindungen der Handelskompanie Domenico Brentano & Söhne bis nach Holland aus, gründete Zweigniederlassungen in Amsterdam und in Mainz. Er unterhielt enge Beziehungen zu anderen Niederlassungen des Hauses Brentano in Wien, Nürnberg, Günzburg, Triest und Neapel.
Sein Sohn Pietro Antonio, genannt Peter Anton (* 19. September 1735 in Tremezzo, † 9. März 1797 in Frankfurt am Main) galt als einer der bedeutendsten Frankfurter Handelsherren seiner Zeit. Bis 1753 war er Teilhaber der von seinem Großvater gegründeten Firma, dann gründete er seine eigene Handelsgesellschaft im Nürnberger Hof. 1777 kaufte er das Haus zum Goldenen Kopf in der Großen Sandgasse. Unter dem Kurfürsten von Trier Clemens Wenzeslaus von Sachsen zum Geheimen Rat und Residenten bei der Freien Reichsstadt Frankfurt ernannt, wurde er 1785 Generaleinnehmer der Finanzen des Kurrheinischen Kreises und lebte danach die meiste Zeit am Hofe des Kurfürsten in Koblenz. Er spielte Violine und schrieb Gedichte in italienischer Sprache, sprach aber wohl bis zu seinem Tode nur gebrochen Deutsch.
Nach dem Tode seiner zweiten Frau Maximiliane, einer Tochter des damaligen Kurtrierischen Kanzlers Georg von Lichtenfels, genannt La Roche, übergab er seine Geschäfte den Söhnen Franz und Georg und zog sich völlig nach Koblenz in die Residenzstadt zurück. Dort heiratete er ein drittes Mal, diesmal Friederike von Rottenhof (1771–1817), mit der er noch zwei Kinder zeugte, die beide aber früh verstarben.

Don Natalis de Brentano di Tremezzo (* 25. Dezember 1611 in Tremezzo, † 1674) war der zweite Sohn von Giovanni-Pietro d. Ä. und Donna Lucretia de Stoppanis. Er vermählte sich mit der 1616 in Menaggio geborenen Donna Margherita di San Justo de Croce. Ihr Sohn Nobile Giovanni-Pietro d.J. (* 1644 in Tremezzo, † 1707 ebenda) heiratete 1672 Donna Maria Bellini dei Marchesi di Sancino e Volesio. Aus dieser Ehe stammte Don Natalis d.J. (* 17. März 1674 in Tremezzo; † 6. Januar 1756 in Bingen). Er zog nach Bingen und heiratete am 9. November 1698 in Mainz Maria-Anna Wiegand. Dieser Ehe entstammten zwei Söhne:
Aus der Friedberger Linie von Jacob Gustav Adolph Brentano und seiner Frau Auguste Eleonore Charlotte Hofmann (1821–1902) entstammten folgende Nachfahren:
Dieser Linie entstammten unter anderem
