Brenz (Fluss)

Brenz
Die Brenz in Herbrechtingen

Die Brenz in Herbrechtingen

Daten
Gewässerkennzahl DE: 1172
Lage Schwäbische Alb

Nördliches Alpenvorland


Baden-Württemberg

Bayern

Flusssystem Donau
Abfluss über Donau → Schwarzes Meer
Quelle Brenztopf in Königsbronn
48° 44′ 15″ N, 10° 6′ 47″ O
Quellhöhe 500,3 m ü. NN
Quellschüttung MNQ
MQ
MHQ
230 l/s
1,27 m³/s
20 m³/s
Mündung am Südwestrand von Lauingen von links in die DonauKoordinaten: 48° 33′ 39″ N, 10° 25′ 12″ O
48° 33′ 39″ N, 10° 25′ 12″ O
Mündungshöhe 423 m ü. NHN
Höhenunterschied 77,3 m
Sohlgefälle 1,5 ‰
Länge 52,6 km
Einzugsgebiet 863,725 km²
Abfluss am Pegel Bächingen
AEo: 810 km²
Lage: 8,6 km oberhalb der Mündung
NNQ (15.12.1991)
MNQ 1980–2006
MQ 1980–2006
Mq 1980–2006
MHQ 1980–2006
HHQ (25.03.1988)
2,44 m³/s
3,72 m³/s
7,35 m³/s
9,1 l/(s km²)
23,5 m³/s
39,2 m³/s
Karte

Die Brenz ist ein etwa 52 km langer linker und nördlicher Nebenfluss der Donau in Baden-Württemberg und Bayern.

Name

Der vorgermanische Name, ungefähr *Brandisa, leitet sich vom keltischen *brannd-i- für 'das Hervorquellen' ab. Die Bedeutung wäre demnach 'Fluss, der aus einer großen Quelle kommt'.

Verlauf

Einzugsgebiet der Brenz. Innerhalb der schraffierten Fläche existieren nahezu keine Oberflächenabflüsse. Wichtige Trockentäler sind mit Namen versehen.
Brenzhöhle hinter dem Brenztopf
Itzelberger See
Mäander der Brenz im Eselsburger Tal
Mündung bei Faimingen

Die Quelle der Brenz liegt im Landkreis Heidenheim auf der östlichen Schwäbischen Alb. Ihr Wasser entfließt dem Brenztopf in Königsbronn, einer typischen Karstquelle mit großer Schüttung, die leicht erreichbar an einer Felswand auf etwa 500 m ü. NHN liegt.

Der Quelle hinterlegt ist ein umfangreiches, Brenzhöhle genanntes Karsthöhlensystem, dessen Eingang rund 4 m unter der Wasseroberfläche erst 2017–2019 freigelegt wurde. Die Höhle wurde 2021 bis auf rund 247 m Länge ausgemessen – 2025 erfolgten Vorstöße bis auf 935 m Länge, ohne dass schon ein Ende absehbar wäre. Ihr Grund verläuft zwischen −39 und +20 m über dem Quellspiegel.

Das Einzugsgebiet umfasst über 860 km², von denen nur etwas über 60 km² in Bayern liegen, der Rest in Baden-Württemberg. Die Brenz zählt nach ihrem Typus zu den karbonatischen Bächen und kleinen Flüssen.

Bereits kurz nach ihrer Quelle wird die Brenz zum Itzelberger See aufgestaut, an dessen Südende das alte Härtsfeld-Albuch-Wasserwerk steht. Von dort läuft das Brenztal in meist südlicher und südöstlicher Richtung durch den Landkreis Heidenheim und legt sich dort bei Herbrechtingen-Eselsburg in eine 180°-Südschleife. Zwischen Faimingen und Lauingen mündet die Brenz schließlich nach ihren letzten knapp 10 km im bayerischen Landkreis Dillingen an der Donau von links und Westen nach über 52 km langem Weg in die Donau.

Die Brenz mündet etwa 77 Höhenmeter unterhalb ihrer Quelle, weshalb sie mit ihrem mittleren Sohlgefälle von nur etwa 1,5 ‰ recht gemächlich fließt. Vielerorts mäandriert sie noch naturbelassen durch Talwiesen. Abschnittsweise ist sie aber auch kanalisiert, überbaut und begradigt, hauptsächlich im verstädterten Bereich um Heidenheim zwischen Schnaitheim und Bolheim.

In Bolheim versickert ein Teil des Brenzwassers und nimmt eine unterirdische Abkürzung nach dem nahen Herbrechtingen. Das Tal ist an dieser Stelle recht eben, das Sickerwasser läuft von hier auf kürzerer Strecke in einer wasserführenden Schicht, während der Fluss selbst die über 7 km lange Eselsburger Südschleife durchzieht.

Zuflüsse und Seen

Teilweise hierarchische Liste der Zuflüsse und Seen, jeweils von der Quelle zur Mündung. Gewässerlänge, Seefläche, Einzugsgebiet und Höhe nach den entsprechenden Layern auf der Onlinekarte der LUBW. Andere Quellen für die Angaben sind vermerkt. Die Einzugsgebiete sind hier nach den Bergwasserscheiden an der Oberfläche angegeben, die unterirdischen der landschaftscharakteristischen Karstquellen können diesen gegenüber sehr verschieden sein.
Auswahl.

Ursprung der Brenz unter einem Fels an der rechten Talseite in Königsbronn in der Karstquelle Brenztopf auf 500,3 m ü. NN.

Mündung der Brenz von links und zuletzt Westen auf 423 m ü. NHN unterhalb der Faiminger Donaustaustufe am Südwestrand von Lauingen in die Donau. Die Brenz ist 52,5 km lang und hat ein 863,7 km² großes Einzugsgebiet.

Naturraum

Da sich das breite Wiesental der Brenz durch die Juralandschaft der Schwäbischen Alb schlängelt, findet man an dessen Rand einige markante Kalkfelsen. Seine Hänge sind oft von Laubwald bestanden. In diesen steilen und deswegen weitgehend naturbelassenen Laubwäldern finden sich eine Reihe von seltenen und geschützten Pflanzen. An den freien beweideten Hängen findet man nicht selten eine typische Wacholderheide.

Im Brenztal gibt es einige Karsthöhlen, darunter etwa die Spitzbubenhöhle bei Eselsburg und die Irpfelhöhle bei Giengen an der Brenz, ein steinzeitlicher Hyänenhorst. Ein Teil des Brenztales steht unter Naturschutz, darunter die Brenzschleife bei Eselsburg. Das Tal gehört seit 2006 zum Geopark Schwäbische Alb und ist seit 2007 Europäisches Vogelschutzgebiet.

Entlang der Brenz hat sich, wie Fraßspuren zeigen, der Biber wieder angesiedelt.

Das Brenzwehr in Bolheim wurde jetzt umgebaut und modernisiert, dabei wurde an der linken Flussseite eine einzigartige Fischtreppe eingerichtet. Sie ermöglicht den verschiedenen Fischarten ein ungehindertes Auf- und Abschwimmen, was das Wehr früher verhinderte.

Der Brenzursprung ist seit 2019 als bedeutendes Geotop und Geopoint des UNESCO Geopark Schwäbische Alb ausgezeichnet.

Kulturraum

„Steinerne Jungfrauen“ im Eselsburger Tal

Im Brenztal finden sich einige interessante Burgen und Ruinen. Die markanteste ist zweifelsohne die Burg Hellenstein in Heidenheim. In Anhausen und Herbrechtingen liegen zwei schöne alte Klöster, das Herbrechtinger stammt aus der Karolingerzeit. Die geschichtsträchtige Reichsstadt Giengen birgt manche Sehenswürdigkeit, ebenso das Dorf Brenz mit seiner romanischen Basilika.

Obwohl die Brenz nur ein geringes Gefälle aufweist, gibt es an ihr einige interessante Mühlen. In Aufhausen ist an einer noch ein altes Wasserrad im Betrieb.

Die Straße der Staufer führt teilweise durch das Brenztal.

Folgende Schlösser, Burgen und Ruinen befinden sich im Brenztal:

Als weitere Baudenkmäler im Brenztal sind erwähnenswert:

Energiegewinnung und Wasserbewirtschaftung

Entlang der Brenz finden sich einige kleinere, zum Teil nicht mehr in Betrieb befindliche Laufwasserkraftwerke, so unter anderem eines gleich am Brenztopf in der Königsbronner Hammerschmiede, in Bolheim, Herbrechtingen, Hermaringen und Bergenweiler. Auch nutzen einige der entlang der Brenz ansässigen Firmen das Brenzwasser zur Kühlung und zum Betrieb von Maschinen, wie z. B. die Vereinigten Filzfabriken in Giengen.

In Bolheim befindet sich der Bauhof des für die Brenz (Gewässer I. Ordnung) im württembergischen Bereich zuständigen Landesbetriebes Gewässer beim Regierungspräsidium Stuttgart. Sitz des Flussmeisters ist Ellwangen.

Verkehr

Das Brenztal und das aufwärts anschließende Tal des gegenläufigen Kochers, zusammen entstanden als ein Durchbruchstal der mächtigeren Urbrenz durch die Schwäbische Alb, als die Quelläste noch weit nördlich des heutigen Albtraufs ihren Lauf begannen, ist heute eine wichtige Verkehrsachse. In ihm verläuft teilweise die Eisenbahnlinie Aalen–Heidenheim–Ulm (Brenzbahn), ebenso wie die B 19, die schon sehr weit nördlich der Alb dem Taleinschnitt des mittleren Kochers folgt. Bei Giengen an der Brenz kreuzt die A 7 Würzburg–Ulm auf der Brenztalbrücke (376 m) das Tal.

In ihm laufen ebenfalls der „Radwanderweg Brenztal“, an seinem Rand ein Abschnitt des Hauptwanderwegs 4 des Schwäbischen Albvereins.

Orte

Die Brenz fließt durch folgende Orte oder berührt sie:

Einzelnachweise

LUBW

Amtliche Online-Gewässerkarte mit passendem Ausschnitt und den hier benutzten Layern: Lauf und Einzugsgebiet der Brenz
Allgemeiner Einstieg ohne Voreinstellungen und Layer: Daten- und Kartendienst der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) (Hinweise)

  1. 1 2 3 Länge nach dem Layer Gewässernetz (AWGN).
  2. 1 2 Einzugsgebiet nach dem Layer Aggregierte Gebiete 04.
  3. ↑ Seefläche nach dem Layer Stehende Gewässer.
  4. ↑ Einzugsgebiet nach dem Layer Basiseinzugsgebiet (AWGN).
  5. ↑ Höhe nach dem Höhenlinienbild auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte.
  6. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Einzugsgebiet abgemessen auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte.
  7. 1 2 3 4 Länge abgemessen auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte.
  8. ↑ Höhe nach grauer Beschriftung auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte.
  9. ↑ Höhe nach blauer Beschriftung auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte.
  10. ↑ Einzugsgebiet nach dem Layer Aggregierte Gebiete 04.

BayernAtlas („BA“)

Amtliche Online-Gewässerkarte mit passendem Ausschnitt und den hier benutzten Layern: Lauf und Einzugsgebiet der Brenz
Allgemeiner Einstieg ohne Voreinstellungen und Layer: BayernAtlas der Bayerischen Staatsregierung (Hinweise)

  1. 1 2 Höhe abgefragt auf dem Hintergrundlayer Amtliche Karte (Rechtsklick).

Andere Belege

  1. ↑ Hansjörg Dongus: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 171 Göppingen. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1961. → Online-Karte (PDF; 4,3 MB)
  2. ↑ Ralph Jätzold: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 172 Nördlingen. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1962. → Online-Karte (PDF; 3,9 MB)
  3. 1 2 Höhe nach schwarzer Beschriftung auf dem Meßtischblatt 7226 Oberkochen von 1927 in der Deutschen Fotothek
  4. ↑ Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Donaugebiet 2006 Bayerisches Landesamt für Umwelt, S. 113, abgerufen am 4. Oktober 2017, Auf: bestellen.bayern.de (PDF, deutsch, 24,2 MB).
  5. ↑ Albrecht Greule: Deutsches Gewässernamenbuch. Walter de Gruyter, Berlin / Boston 2014, ISBN 978-3-11-057891-1, S. 73, „Brenz“ (Auszug in der Google-Buchsuche).
  6. ↑ Schon 1903–1905 war hinter dem Königbronner Rathaus der Brenzstollen in den Berg getrieben worden in der Hoffnung, auf einen – Königssee genannten – Quellsee zu stoßen.
  7. ↑ Andreas Uitz: Tauchgang in die Tiefen des Karsts. In: Heidenheimer Zeitung. 19. April 2025, S. 15.
  8. ↑ Christian Eckert, Thomas Kempf, Sabine Eckert und Matthias López Correa: Die Brenzhöhle in Königsbronn auf der östlichen Schwäbischen Alb. (PDF; 2,1 MB) In: Mitteilungen des Verbandes der Deutschen Höhlen- und Karstforscher e. V. August 2021, S. 31–41, abgerufen am 20. April 2025.
  9. ↑ Die gängigen Karten verorten den Ursprung des Seegartenhofgrabens noch wie vor der Aufschüttung, tatsächlich liegt er inzwischen weiter südwestlich ungefähr genau auf der Grenze zwischen dem Landkreis Heidenheim und dem Ostalbkreis. Von dort verläuft der Graben zunächst rund 30 Meter südlich und wendet sich dann für gut 50 Meter nach Osten, bis er das ursprüngliche Bett erreicht und wieder nach Süden fließt.
  10. ↑ Auf dem Meßtischblatt 7226 Oberkochen von 1927 in der Deutschen Fotothek ist der Siebterfussgraben noch ein nahe dem heutigen Grabenursprung von der Brenz abgehender Nebenarm.
  11. ↑ Der Landkreis Heidenheim (Hrsg. Landesarchivdirektion Baden-Württemberg und Landkreis Heidenheim). Band I. Thorbecke Verlag, Stuttgart 1999, S. 600 [Gerstetten: Geschichte der Stadtteile].
Commons: Brenz River – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien