Brielow Gemeinde Beetzsee | |
|---|---|
| Koordinaten: | 52° 28′ N, 12° 32′ O |
| Höhe: | 30 m ü. NHN |
| Einwohner: | 1566 (31. Dez. 2006) |
| Eingemeindung: | 1. Februar 2002 |
| Postleitzahl: | 14778 |
| Vorwahl: | 033837 |
Brielow ist ein Ortsteil der Gemeinde Beetzsee im Landkreis Potsdam-Mittelmark im Land Brandenburg und ist Teil des Amtes Beetzsee. 2002 schlossen sich Radewege, Brielow und Marzahne zur Gemeinde Beetzsee zusammen. 2008 wechselte Marzahne in die Stadt Havelsee. Brielow liegt an der Bahnstrecke Roskow–Brandenburg-Altstadt.
Brielow liegt im Südwesten der Gemarkung. Südlich liegt der Wohnplatz Brielow Ausbau, nördlich der Wohnplatz Radewege Siedlung. Die südlich gelegenen Flächen werden durch den Schlangengraben in den Beetzsee entwässert. Das Gelände liegt auf einer Höhe von rund 30 Metern.
Das Straßendorf wurde erstmals 1290 urkundlich als Brilow erwähnt und kam in diesem Jahr in den Besitz der Stadt Brandenburg. Die Schreibweise änderte sich zu Brilaw im Jahr 1335 und Brilow, Brylow im Jahr 1375 im Landbuch Karls IV. Der Name leitet sich aus dem Slawischen ab und bedeutet so viel wie „Siedlung auf klumpigem Gelände“. Im Landbuch Karls IV. wurde Brilow mit einer Größe von 35 Hufen genannt, darunter zwei Pfarrhufen und acht Kossäten.
Das Pfarrhaus besaß im Jahr 1541 zwei Hufen, während der Küster zwei Wispel Scheffelkorn erhielt. Der Kurfürst entschied im Jahr 1545 den Radewegischen Berg zwischen Radewege und Brielow zum Weinberg umzugestalten. Die Kossäten aus Brielow sollten ausgekauft werden, damit ihre Stellen zu Weinmeisterwohnungen aufgebaut werden konnten. Im Jahr 1580 hatte der Rat der (Altstadt) Brandenburg sechs Hufen vom Schulzen an sich genommen. Zwei dieser Hufen sollen an die Kirche gehen.
Brielow bestand im Jahr 1624 aus zwölf Hufnern, acht Kossäten mit dem Küster sowie einem Hirten und dessen Knecht. Insgesamt wurden 34 Hufen bewirtschaftet, davon eine Hufe dem Rat zu Brandenburg verpflichtet und zwei Hufen zur Pfarre gehörig. Für das Jahr 1641 wurden insgesamt 35 Hufen genannt.
1708 lebten im Dorf ein Schulze mit vier Hufen, acht Dreihufner (einer davon vom Bürgermeister Keblo aufgebaut), drei Zweihufner, acht Kossäten sowie ein Dorfschäfer. Die bewirtschaftete Fläche umfasste 34 Hufen mit einer Aussaat von elf Scheffeln Roggen, fünf Scheffeln Gerste und fünf Scheffeln Hafer. Im Jahr 1739 bestand der Ort aus einem Lehnschulzen mit vier Hufen, acht Dreihufnern, von denen einer zusätzlich eine Ritterhufe besaß, drei Zweihufnern, acht Kossäten und einem Schäfer. Die Pfarrbede verfügte über zwei Pfarrhufen in Pacht. Außerdem lebten im Ort sechs Einlieger, 25 Knechte und 19 Mägde, insgesamt 178 Personen. Für 1772 sind ein Freisasse, elf Bauern und acht Kossäten belegt, die Einwohnerzahl betrug 200 Seelen.
Um 1800 umfasste das Dorf 13 Ganzbauern, sieben Ganzkossäten und fünf Einlieger. Insgesamt wurden 34 Bauernhufen und drei Lehnhufen geführt; es gab 28 Feuerstellen (= Haushaltungen). Im Jahr 1840 wurde der Ort als Dorf mit 27 Wohnhäusern beschrieben. Die Gemarkung umfasste im Jahr 1858 insgesamt 3426 Morgen Fläche: 50 Morgen Gehöfte, 2225 Morgen Acker, 336 Morgen Wiese, 403 Morgen Weide, Torf u. ä. sowie 412 Morgen Wald. 1860 zählte er drei Abbauten, 38 Wohngebäude und 111 Wirtschaftsgebäude, darunter zwei Getreidemühlen, eine Ölmühle und vier Ziegeleien.
Im Jahr 1900 verfügte das Dorf über 78 Häuser. Für das Jahr 1907 ist eine stark ausdifferenzierte Sozial- und Wirtschaftsstruktur überliefert. Damals lebten dort vier Gutsbesitzer mit Besitzgrößen von 92 Hektar, 74 Hektar, 48 Hektar und erneut 48 Hektar sowie drei weitere größere Betriebe mit 257 Hektar, 21 Hektar und 16 Hektar. Außerdem waren ein Plantagenbesitzer mit 26 Hektar, ein Landwirt mit elf Hektar und drei Gärtner mit Flächen von zwei, einem und 0,8 Hektar nachgewiesen. Hinzu kamen Mühlen- und Bäckereibesitzer, Ziegeleibesitzer, Ziegelmeister, 19 Büdner mit unterschiedlich großen Besitzflächen, fünf Maurer (davon zwei als Büdner), ein Schmiedemeister, ein Petroleumhändler, ein Bäckermeister, Handelsmänner, ein Schuhmachermeister, ein Schlosser, ein Stellmachermeister, zwei Schiffbauer, ein Wirtschaftsmeier, ein Schweizer, mehrere Arbeiter, ein Rentier und zwei Witwen. Im Jahr 1931 wurden 119 Wohnhäuser gezählt. 1939 gab es im Ort neun land- und forstwirtschaftliche Betriebe mit 20 bis 100 Hektar Fläche, sieben Betriebe mit 10 bis 20 Hektar, neun mit 5 bis 10 Hektar und 76 Betriebe mit 0,5 bis 5 Hektar.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden 1948 insgesamt 215 Hektar Land enteignet und auf 51 Eigentümer verteilt, darunter zwei landlose Landarbeiter, 20 landarme Bauern, ein Umsiedler sowie 21 nichtlandwirtschaftliche Arbeiter und Angestellte. Sieben Altbauern erhielten Waldzulagen. Im Jahr 1955 wurde im Dorf die erste LPG vom Typ III gegründet. 1960 verfügte diese LPG über 48 Mitglieder und bewirtschaftete rund 475 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche. 1968 wurde schließlich eine Gärtnerische Produktionsgenossenschaft (GPG) gebildet.
Weitere Sehenswürdigkeiten finden sich in der Liste der Baudenkmale in Beetzsee.