
Brigade, auch Arbeitsbrigade, war in den Planwirtschaften der realsozialistischen Staaten die Bezeichnung für die kleinste Arbeitsgruppe („Arbeitskollektiv“) in den Betrieben und Verwaltungen, die eine Aufgabe im Produktionsprozess ausführte.
Beim Begriff Brigade handelt es sich um eine Bedeutungsentlehnung aus dem Russischen (бригада brigada). Das deutsche Wort bezeichnete ursprünglich nur einen „militärischen Großverband der Landstreitkräfte“ (siehe Brigade bzw. Brigadier). Gleiches passierte in anderen europäischen Sprachen, die in Staaten unter sowjetischem Einfluss gesprochen wurden (vergleiche beispielsweise polnisch brygada).
In der DDR gab es Brigaden in fast allen Volkseigenen Betrieben und in Genossenschaften wie Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften, Produktionsgenossenschaften des Handwerks (PGH). und Produktionsgenossenschaften der Binnenfischer. Der Leiter einer Brigade hieß Brigadier. Jede Brigade führte ein Brigadetagebuch. Das Zusammenwirken der Mitglieder der Brigaden erfolgte außer im Arbeitsprozess auch in der Freizeit. Am 3. Januar 1959 rief die Jugendbrigade „Nikolai Mamai“ aus dem Elektrochemischen Kombinat Bitterfeld zu einem Wettbewerb unter dem Motto „Auf sozialistische Weise arbeiten, lernen und leben“ auf.
In der Pionierorganisation Ernst Thälmann war die Pionierbrigade eine Organisationseinheit unterhalb der Pioniergruppe.
Schulklassen bzw. Pioniergruppen pflegten oft patenschaftliche Beziehungen zu Patenbrigaden.
Im Sinne der Aufforderung, zur künstlerischen Arbeit in die Betriebe zu gehen, um das Leben der „Werktätigen“ kennenzulernen, unterhielten viele bildende Künstler in der DDR intensive Kontakte zu Brigaden. Sie stellten ihre Eindrücke in ihren Werken dar, wobei auch „Brigadebilder“ als spezifische Formen des Gruppenbilds entstanden, häufig in der Sonderform einer Diskussionshandlung.