Brigitte von Tessin

Brigitte Freiin von Tessin (bürgerlich ab 1949 Brigitte Kugelmüller; * 29. August 1917 in Stuttgart; † 21. September 2001) war eine deutsche Schriftstellerin.

Leben

Brigitte von Tessin entstammte einer ursprünglich in Pommern ansässigen Adelsfamilie, die 1623 nach Württemberg gelangte. Infolge des Erwerbs des Ritterguts Hochdorf im Jahr 1709 wurde die Familie in die schwäbische Reichsritterschaft aufgenommen und später in den Freiherrenstand erhoben. Ihr Vater Fritz von Tessin (1893–1931) war Offizier. Ihre Mutter Regina geborene von Ostertag-Siegle (1894–1970) war eine Tochter des Stuttgarter Unternehmers Carl von Ostertag-Siegle.

Da ihre Mutter der Anthroposophie nahestand, besuchte Brigitte von Tessin ebenso wie ihre jüngeren Schwestern Marion (1919–2013) und Ingeborg (1927–2014) die Freie Waldorfschule Uhlandshöhe in Stuttgart, erste Waldorfschule überhaupt. Durch Umzüge der Eltern besuchte sie auch Schulen in München und in der Schweiz. Sie verließ das Gymnasium mit der Unterprimareife und begann anschließend ein Studium an der Staatlichen Kunstgewerbeschule München bei Fritz Helmuth Ehmcke. Danach studierte sie Sprachen in München und an der Jorns-Schule in Dresden.

Von 1942 bis 1944 studierte Brigitte von Tessin an der Akademie der Bildenden Künste München, wo sie der Bühnenklasse von Emil Preetorius angehörte. Nebenbei besuchte sie Vorlesungen zu Theaterwissenschaft und Theaterkritik an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Im Jahr 1954 veröffentlichte sie ihren ersten Roman Der Bastard, der im französischen Adel zur Zeit Ludwig XIV. spielt. Der Roman wurde auch ins Niederländische und Englische übersetzt. 1967 veröffentlichte sie ihren zweiten Roman Der Parvenü, der in der Zeit der Französischen Revolution spielt. Der Schriftsteller Hans Hellmut Kirst bezeichnete Brigitte von Tessin daraufhin im Münchner Merkur als „Agatha Christie des historischen Romans“. Erst im Jahr 1990 folgte ihr dritter Roman Die Lichterkette, der autobiographische Züge ihrer eigenen Kindheit trägt.

Brigitte von Tessin war ab 1949 bis zu dessen Tod 1958 mit dem Bootsbauermeister Peter Kugelmüller (* 1904) verheiratet; der Ehe entstammte eine Tochter. Der Vorfahren ihres Mannes besaßen die Roseninsel im Starnberger See; dort lebte Brigitte von Tessin bis zu ihrem Tod in einem 1949 von ihrem Mann erbauten Haus.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Klaus Mohr: Die Freiherren von Tessin. Die Geschichte der Familie und ihre Grablege. 2026 (Onlineversion (PDF)).
  2. ↑ Die Stifterinnen – Dr. Ingeborg und Marion von Tessin. In: imvt-stiftung.de. Abgerufen am 23. September 2026.
  3. ↑ Wessobrunner Kreis: Feldafing. In: wessobrunner-kreis.de. Abgerufen am 23. September 2026.