Broyebezirk

Broyebezirk
Broyebezirk
Broyebezirk
Basisdaten
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Freiburg Freiburg (FR)
Hauptort: Estavayer
BFS-Nr.: 1001
Fläche: 173,64 km²
Höhenbereich: 429–820 m ü. M.
Einwohner: 37'261 (1. Januar 2026)
Bevölkerungsdichte: 215 Einw. pro km²
Website: Préfecture de la Broye
Karte
Karte von Broyebezirk
Karte von Broyebezirk

Der Broyebezirk (französisch District de la Broye, Freiburger Patois le dichtri de la Brouyeⓘ/?) ist einer der sieben Bezirke des Kantons Freiburg in der Schweiz. Der Bezirk wurde durch die kantonale Verfassung, die sich der Kanton Freiburg am 19. März 1848 gegeben hat, gegründet.

Geografie

Der Broyebezirk ist eine stark zersplitterte Region, die in der waadtländischen Broye eingebettet ist. Er besteht aus einem dem Saanebezirk angegliederten Zipfel und aus drei Exklaven in der Waadt: Estavayer-le-Lac, Surpierre und Vuissens. Tours, eine vierte, sehr kleine Exklave, zur Gemeinde Montagny gehörend, kommt noch hinzu.

Bevölkerung

Sprachen

Französisch ist die Hauptsprache in der Broye.

SpracheAnteil (1990)Anteil (2000)
Französisch85,8 %87,8 %
Deutsch6,5 %6,3 %
Italienisch1,2 %0,8 %
übrige6,5 %5,1 %

Eine sehr kleine Minderheit spricht noch das Patois broyard (broyao). Statistiken der Volkszählung aus dem Jahre 1990 geben 169 Personen an.

Religionen – Konfessionen

KonfessionAnteil (1990)Anteil (2000)
Römisch-katholisch80,1 %69,7 %
Protestantisch13,7 %15,3 %
übrige oder ohne Konfession6,2 %15,0 %

Regierung

Estavayer-le-Lac ist Hauptort und Verwaltungssitz des Bezirkes. Im Château de Chenaux befindet sich das Oberamt, das für die Erteilung von Bewilligungen (Bau, Jagd, Fischerei, Veranstaltungen usw.) zuständig ist.

Wirtschaft

Der Dienstleistungssektor beschäftigt mit einem Anteil von mehr als 40 % die meisten Arbeitnehmer. Mit je ca. 30 % teilen sich die Landwirtschaft und die Industrie (insbesondere Baugewerbe, Tabak, Elektrotechnik und Elektronik) den Rest.

Geschichte

Ein Einbaum aus der Mittleren Steinzeit (ca. 6200 v. Chr.), gefunden in Estavayer-le-Lac, bezeugt die frühe Besiedlung des Gebietes. Zahlreiche Funde aus der Jungsteinzeit in Portalban lassen den Schluss zu, dass der Mensch in der Region rasch sesshaft wurde.

Aus der Bronze- und Steinzeit wurden in Cheyres, Font, Estavayer-le-Lac, Autavaux, Gletterens und Portalban Fabrikationszentren für Schmuckgegenstände, Waffen (Äxte, Schwerter), Weberei und Töpferei gefunden.

Keltische und römische Funde sind ebenfalls zahlreich. Der Flurname Broye ist keltisch: Broye = brogia (Landwasser).

Ab 500 nach Chr. ist die Christianisierung im ganzen Gebiet nachweisbar. Zu den ersten Kirchen gehören zum Beispiel Domdidier, Dompierre-le-Grand, Dompierre-le-Petit und Tours.

Die Lehnsherrschaft breitete sich ab dem Jahr 1000 aus. Es ist der Beginn der Burgenbauten. Mehrere Schlösser und Ruinen zeugen von dieser Zeit. Nach den Burgunderkriegen nahm der Einfluss Freiburgs zu. Im Jahre 1536 zerfiel die Broye in mehrere Stücke. Durch die Reformation bildeten sich katholische Exklaven inmitten der waadtländischen Broye.

Ab dem 16. Jahrhundert wurde das politische Geschehen von einigen sehr mächtigen Familien geleitet (Patriziat). Diese Macht zerfiel durch die französische Invasion Anfang 19. Jahrhundert.

Nach dem Sonderbundskrieg (1847) gab sich der Kanton Freiburg eine neue Verfassung. Die Broye wurde zu einem der sieben Bezirke und ist es in dieser Form bis heute geblieben. Am 19. März 1848 wurde die neue Verfassung des Kantons Freiburg in Kraft gesetzt. Dies ist auch die Geburtsstunde des Broyebezirks.

Gemeinden

Zum Broyebezirk gehören 17 Gemeinden (Stand: 1. Januar 2026):

Wappen Name der Gemeinde Einwohner
(1. Januar 2026)
Fläche
in km²
Einwohner
pro km²
Belmont-Broye 6287 25,80244
Châtillon (FR) 549 1,28429
Cheyres-Châbles 2545 9,79260
Cugy (FR) 2067 9,88209
Delley-Portalban 1349 7,23187
Estavayer 10'812 40,38268
Fétigny-Ménières 1738 8,48205
Gletterens 1156 2,97389
Les Montets 1587 10,29154
Lully (FR) 1239 5,52224
Montagny (FR) 3105 17,53177
Nuvilly 493 3,98124
Prévondavaux 108 1,8259
Saint-Aubin (FR) 2106 7,89267
Sévaz 324 2,50130
Surpierre 1259 14,7985
Vallon 537 3,51153
Total (17) 37'261 173,64 215

Gemeindeveränderungen

Der Kanton Freiburg unterstützt mit Hilfe eines Fonds die Fusionen. Seit 1999 haben diese stark zugenommen.

Gemeindefusionen seit 1831:

Inkrafttreten (Datum)Alte GemeindenNeue Gemeinde
1831/19531Mannens + GrandsivazMannens / Mannens-Grandsivaz
1. Januar 1981La Vounaise + Montborget + MuristMurist
1. Januar 1991Les Friques + Saint-Aubin (FR)Saint-Aubin (FR)
1. Januar 1992Franex + MuristMurist
1. September 1994Chandon + LéchellesLéchelles
1. Januar 2000Montagny-la-Ville + Montagny-les-MontsMontagny (FR)
1. Januar 2004Mannens-Grandsivaz + Montagny (FR)Montagny (FR)
1. Januar 2004Aumont FR + Frasses + Granges-de-Vesin + Montet (Broye)Les Montets
1. Januar 2005Delley + PortalbanDelley-Portalban
1. Januar 2005Chapelle (Broye) + CheiryCheiry
1. Januar 2005Cugy (FR) + VesinCugy (FR)
1. Januar 2005Praratoud + SurpierreSurpierre
1. Januar 2006Autavaux + Forel (FR) + MontbrellozVernay
1. Januar 2006Bollion + Lully (FR) + SeiryLully (FR)
1. Januar 2012Estavayer-le-Lac + FontEstavayer-le-Lac
1. Januar 2016Domdidier + Dompierre + Léchelles + RussyBelmont-Broye
1. Januar 2017Bussy + Estavayer-le-Lac + Morens + Murist + Rueyres-les-Prés + Vernay + VuissensEstavayer
1. Januar 2017Châbles + CheyresCheyres-Châbles
1. Januar 2017Surpierre + VilleneuveSurpierre
1. Januar 2021Cheiry + SurpierreSurpierre
1. Januar 2026Fétigny + MénièresFétigny-Ménières

11831 haben Mannens und Grandsivaz zu Mannens fusioniert. 1953 wurde der Name zu Mannens-Grandsivaz geändert.

Namensänderungen seit 1831:

Inkrafttreten (Datum)Alter GemeindenameNeuer Gemeindename
1. Januar 1953Chapelle-près-SurpierreChapelle (Broye)
1. Januar 1953MannensMannens-Grandsivaz

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991-2025. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik, abgerufen am 22. August 2026 (bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2025 zusammengefasst).
  2. ↑ Daniel Huber: Verrückte Grenzen. Teil I: Sechs Schweizer Grenzfälle. Nr. 6: Welscher Flickenteppich. In: watson. 26. November 2017, abgerufen am 2. Februar 2020.
  3. ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).