Bruno Fritz

Bruno Fritz bei einem Gastspiel der Insulaner, 1959
Grabstein auf dem Friedhof Berlin-Schmargendorf

Bruno Hermann Max Fritz (* 4. März 1900 in Berlin-Wedding; † 12. Juni 1984 in Berlin-Wilmersdorf) war ein deutscher Kabarettist, Schauspieler und Synchronsprecher.

Leben

Bruno Fritz wollte nach dem Besuch der Oberrealschule zunächst Pfarrer werden, begann dann aber eine Ausbildung an der von Max Reinhardt gegründeten Schauspielschule des Deutschen Theaters zu Berlin. Sein erstes Engagement hatte er in der Spielzeit 1919/20 am Schiller-Theater. Später trat er dann an weiteren Berliner Bühnen auf wie dem Residenz- und dem Lessing-Theater, dem Theater am Nollendorfplatz und dem Kurfürstendamm-Theater. Sehr früh war er auch beim Rundfunk tätig.

Zusammen mit Günter Neumann und Tatjana Sais gründete er 1935 das Kabarett Tatzelwurm.

Im Jahr 1948 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Nachkriegskabaretts, der RIAS-Sendung Die Insulaner, die zunächst nur im Rundfunk, später auch im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Als „Berufsberliner“ trat er bis 1967 innerhalb dieser Sendung in verschiedenen Rollen auf, wobei er besonders den Herrn Kummer darstellte, der mit seinem imaginären Gesprächspartner Herrn Pollowetzer über die kleinen und großen Sorgen der Berliner telefonierte.

Ab 1934 trat er in Nebenrollen im Film auf. Nach 1945 verkörperte er in diversen Nebenrollen den Urberliner, wobei sein komödiantisches Talent aber nie voll zur Geltung kam. Er stellte meist in ironisch überzogener Weise Führungspersonen dar, wie Militärs oder Generaldirektoren.

Im Fernsehen war er in vielen Sendungen der typische Berliner – das sogenannte „Herz mit Schnauze“, das er auch auf Boulevardbühnen darstellte. Seinen letzten großen Auftritt hatte er 1973 im Fernsehen neben Rudolf Platte und Friedrich Schoenfelder in dem Schwank Der Raub der Sabinerinnen.

Als Synchronsprecher lieh er u. a. Bud Abbott, Richard Widmark (Herrin der toten Stadt) und Gino Cervi (Luxusweibchen, 1961) seine Stimme.

Fritz war ab 1930 mit der Schauspielerin Else Häussler (Emma Marie Thekla Elsa Häussler, * 1903 in Düsseldorf; † 1988) verheiratet. Das Ehepaar wurde auf dem Friedhof Schmargendorf beerdigt. Die Grabstätte befindet sich in der Abteilung F-3-19/20.

Filmografie (Auswahl)

Theater (Auswahl)

Hörspiele (Auswahl)

In der ARD-Hörspieldatenbank finden sich knapp 300 Einträge zu Bruno Fritz. Hier eine Auswahl:

Ehrung

Literatur

Commons: Bruno Fritz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Standesamt Berlin-Wilmersdorf, Sterbeurkunde Nr. 1417 vom 18. Juni 1984 (Landesarchiv Berlin)
  2. ↑ Deutsches Bühnenjahrbuch 1920. Berlin 1919, S. 293
  3. ↑ Thomas Nagel: Damals war's - Geschichten aus dem alten Berlin. Abgerufen am 26. Juli 2020.
  4. ↑ RIAS Berlin ** Damals war's - Geschichten aus dem alten Berlin. Abgerufen am 1. August 2020.
  5. 1 2 ** "Es geschah in Berlin" ** Hörspielreihe (1951 bis 1972 mit 499 Folgen) von Werner Brink (je Folge 30 Minuten). Abgerufen am 4. August 2020.
Personendaten
NAME Fritz, Bruno
ALTERNATIVNAMEN Fritz, Bruno Hermann Max
KURZBESCHREIBUNG deutscher Kabarettist, Schauspieler und Synchronsprecher
GEBURTSDATUM 4. März 1900
GEBURTSORT Berlin-Wedding
STERBEDATUM 12. Juni 1984
STERBEORT Berlin-Wilmersdorf