Der Sohn des Nadlermeisters Friedrich Gottlieb Hilpert absolvierte seine Musikstudien in Leipzig und wurde 1871 Oberkapellmeister an verschiedenen größeren Bühnen, wobei er 1877 nach Straßburg kam und im folgenden Jahr die Leitung des Männergesangvereins übernahm, mit welchem er ab 1884 große Konzertreisen unternahm. Franz Liszt widmete ihnen 1885 ein Pax vobiscum. Mit seiner Frau Alma Caroline Marie, geb. Sering, hatte er den Sohn Siegfried Hilpert. 1880 gründete er das private Hilpert und Wernecksche Musikpädagogium. 1888 wurde er Bundeschormeister.
Bruno Hilpert schrieb unter anderem den Chor für Männer- und Knabenstimmen Wir loben dich, wir preisen dich. Er dirigierte in Straßburg zahlreiche seiner eigenen Kompositionen.
Der Tantiemenbewegung stand er kritisch gegenüber.
Als Nachfolger von Wilhelm Bünte folgte Bruno Hilpert 1897 einem Ruf als Dirigent des Männergesangsvereins nach Hannover. Der Chor erreichte beim Kaiser-Preis 1899 in Kassel „nur“ einen sechsten Preis. Dies wurde als Krisenzeichen gewertet und man wechselte 1899 den Chorleiter. Die Chorleitung ging von Bruno Hilpert auf Johann Zerlett über. Bruno Hilpert übernahm 1897 auch die Leitung des Hannoverscher Instrumentalvereins von Carl Major.
Bruno Hilpert starb nach längerer schwerer Krankheit am 28. August 1910 in Hannover.
Veröffentlichungen
Die Besteuerung musikalischer Auffuehrungen in Elsass-Lothringen durch den Agenten der 'Société des auteurs, compositeurs et éditeurs de musique' in Paris; 1896
Pädagogium für Musik zu Strassburg i. Els. Regenbogengasse 10
Vier elsaessische Lieder fuer Maennerchor
Die neue Harfe, Harfenschule
Literatur
Hilpert, Friedrich. In: Paul Frank, Wilhelm Altmann:Kurzgefaßtes Tonkünstlerlexikon. 14. Auflage. Gustav Bosse Verlag, Regensburg 1936, S.253 (Frank/Altmann gibt das falsche Todesdatum 29. August 1916 an).
Carl Erk: Zwei deutsche Chormeister, Wilh. Bünte und Bruno Hilpert: Biographie mit Porträts. In: Sängerhalle (Allgemeine deutsche Gesangvereinszeitung für das In- und Ausland); Jg. 1898, Heft 22/23
Encyclopédie de l’Alsace
Myriam Geyer:La vie musicale a Strasbourg sous l’empire Allemand (1871–1918). 1999, ISBN 2-904920-23-4, S.165 (französisch, google.es– dort einige Ausführungen zu Bruno Hilpert).
Émile Rupp: Bruno Hilpert. kaiserlicher Musikdirektor (1850–1910). In: Elsass-lothringische Gesang- und Musikzeitung. Oktober 1910, S. 2.
Weblinks
Bruno Hilpert.In:MusicSack.Abgerufen am 5.September 2022(englisch).
↑Frank/Altmann: Bruno Hilpert. In: Kurzgefaßtes Tonkünstlerlexikon 1936.
↑Liszt: Male choruses II (CD Booklet).Saint Ephraim male choir,abgerufen am 4.September 2022(dort eine kurze Beschreibung von Liszts Pax Vobiscum in englischer und deutscher Sprache).
12Myriam Geyer:La vie musicale a Strasbourg sous l'empire Allemand (1871–1918). S.165.
↑Das in Frank/Altmann: Kurzgefaßtes Tonkünstlerlexikon. 14. Auflage. 1936. Seite 253. gegebene Sterbedatum 29. August 1916 ist definitiv nicht korrekt!