Bruno Lezzi (* 13. Juni 1945 in Zürich; † 25. Juni 2023 ebenda) war ein Schweizer Militärhistoriker, Journalist und Generalstabsoffizier. Er arbeitete viele Jahre als Sicherheitsexperte für die Neue Zürcher Zeitung und publizierte in diesem Bereich. Er war zudem Mitarbeiter beim schweizerischen Nachrichtendienst und Mitglied der Ausserparlamentarischen Kommission für militärische Einsätze der Schweiz zur internationalen Friedensförderung und der Milizkommission C VBS.
Lezzi war Schüler am Zürcher Literargymnasium, sein Geschichtslehrer war Walter Schaufelberger. Er studierte Geschichte (lic. phil.) und wurde 1975 bei Schaufelberger, dem Nestor der Schweizer Militärgeschichte, an der Philosophischen Fakultät I der Universität Zürich mit der Dissertation 1914. General Ulrich Wille und die Kriegsbereitschaft der schweizerischen Armee zum Dr. phil. promoviert. Bereits nach Veröffentlichung wurde die Dissertation ausserordentlich positiv durch den Doktorvater in der Allgemeinen Schweizerischen Militärzeitschrift rezensiert. Die Arbeit über Ulrich Wille gehört heute zur wichtigsten Sekundärliteratur zum Thema.
Als Leutnant war er in der Schweren Füsilier Kompanie IV/63 (Minenwerfer) eingeteilt, später kam er als wissenschaftlicher Beamter zum Stab der Gruppe für Generalstabsdienste. Von 1977 bis 1983 war er Stabsoffizier für die Stabsführung der Untergruppe Nachrichtendienst und Abwehr (UNA, heute: Nachrichtendienst des Bundes) im Eidgenössischen Militärdepartement. In der Schweizer Armee war er zuletzt (bis 2008) als Milizoffizier im Rang eines Generalstabsobersten in der Sachgruppe Strategie des Armeechefs.
Von 1984 bis 2009 war er bei der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) Innenredaktor, zuständig für Sicherheits- und Verteidigungspolitik. 1996 gehörte er zu den sogenannten Gelbmützen, der Swiss Headquarters Support Unit in Bosnien-Herzegowina. Dort fertigte er für das Aussendepartement eine Arbeit an. Ausserdem war er als Journalist in Afghanistan, in Tschetschenien und im Kosovo im Einsatz. Dort interviewte er u. a. General Klaus Reinhardt, Befehlshaber der KFOR-Friedenstruppe. Ein weiteres Interview führte er mit General David D. McKiernan, Kommandeur der internationalen Schutztruppe für Afghanistan (ISAF). Eingehend widmete er sich der österreichischen Sicherheitspolitik, in Vorbereitung dessen er auch Offiziere des Bundesheeres zum Balkaneinsatz befragte.
Lezzi war Lehrbeauftragter für schweizerische Sicherheitspolitik am Institut für Politikwissenschaft der Universität Zürich. Er lud hochrangige Gastreferenten wie André Blattmann, Martin Dahinden, Hans-Lothar Domröse, Adolf Ogi und Markus Seiler ein. Lezzi nahm als Referent und Diskutant an Tagungen teil wie der zu „Karl Schmid als strategischer Denker“ (1997) und zu „Peace Support Operations“ (2004), ausgerichtet durch die Forschungsstelle für Sicherheitspolitik (und Konfliktanalyse) der ETH Zürich. 2005 moderierte er anlässlich des Symposiums „Liechtenstein – 10 Jahre im EWR. Bilanz, Herausforderungen, Perspektiven“ eine Podiumsdiskussion mit Otmar Hasler, Hans Brunhart, Josef Biedermann und Michael Stürmer am Liechtenstein-Institut in Bendern.
Beim Brandenburgischen Institut für Gesellschaft und Sicherheit gehörte er dem Arbeitskreis Risikokommunikation an. Darüber hinaus ist er Mitglied des International Institute for Strategic Studies (IISS) in London und Beiratsmitglied der Clausewitz-Gesellschaft. Lezzi war zudem Mitglied der Ausserparlamentarischen Kommission für militärische Einsätze der Schweiz zur internationalen Friedensförderung (PSO-Kommission), die das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) und das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) beriet, und der vom Bundesrat Ueli Maurer (SVP), Vorsteher des VBS, initiierten Milizkommission C VBS.
Lezzi trat wiederholt im Schweizer Radio und Fernsehen als Experte auf u. a. bei der Tagesschau. Als solcher wird er auch bei ausländischen Medien wie der Süddeutschen Zeitung und Der Standard (Österreich) betrachtet.
Verheiratet war er mit der Klassischen Archäologin Adrienne Lezzi-Hafter.
Lezzi ist Autor zahlreicher Aufsätze u. a. in der Allgemeinen Schweizerische Militärzeitschrift sowie als Rezensent in der Schweizerischen Zeitschrift für Geschichte. Nachfolgend eine Auswahl von Zeitschriften, in denen er veröffentlichte:
Er veröffentlichte mehrere Beiträge in Sammelbänden und Jahrbüchern u. a. auch ein Vorwort in Albert A. Stahels Klassiker der Strategie – eine Bewertung (4. Auflage 2004).
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| NAME | Lezzi, Bruno |
| KURZBESCHREIBUNG | Schweizer Militärhistoriker, Journalist und Generalstabsoffizier |
| GEBURTSDATUM | 13. Juni 1945 |
| GEBURTSORT | Zürich |
| STERBEDATUM | 25. Juni 2023 |
| STERBEORT | Zürich |