Bruno Stanek

Bruno Leopold Stanek (* 9. November 1943 in Rorschach, St. Gallen; † 5. Mai 2026 in Arth, Schwyz) war ein Schweizer Raumfahrtexperte, Fernsehmoderator und Fachbuchautor.

Leben

Nach einem Mathematikstudium an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, das er 1971 mit der Promotion im Bereich der Astrophysik abschloss, begann Stanek freiberuflich als Mathematiker und Schriftsteller zu arbeiten. Bekannt wurde er vor allem als wissenschaftlicher Experte für Raumfahrt, nachdem er die Fernsehübertragung der Mondlandung 1969 im Schweizer Fernsehen kommentiert hatte.

Stanek hatte zahlreiche Auftritte in Livesendungen zu grösseren Raumfahrtereignissen, wobei er unter anderem 1970 im Bundeshaus-Studio alle Astronauten der missglückten Mondlandemission Apollo 13 in seiner Sendung zu Gast hatte. 1975 und 1976 erhielt er eine eigene Sendereihe unter dem Titel Neues aus dem Weltraum mit 16 Folgen. Für die ersten beiden Space-Shuttle-Flüge 1981 leitete Stanek wiederum die Berichterstattung im Schweizer Fernsehen mit mehreren Sendungen.

Während seiner rund 60-jährigen Tätigkeit als Schweizer Raumfahrtexperte hielt Stanek in der ganzen Schweiz mehr als 1200 Vorträge über Raumfahrt und Planetenforschung. Für den Hallwag Verlag verfasste er 1979 das Planetenlexikon und 1983 das Raumfahrtlexikon als Bücher, die in den späten 1990er Jahren im Zeitalter der Multimedia-CDs und -DVDs erneuert und in stark erweiterter digitaler Form in mehreren Auflagen nochmals erschienen. Letztere enthalten viele von Stanek programmierte Animationen zur Veranschaulichung von raumfahrttechnischen Prinzipien, Flügen von Sonden zu den Planeten und anderen Himmelserscheinungen.

Von Anfang 1980er bis Ende 1990er Jahre expandierte Stanek seine Programmiertätigkeit auf Software für die Administration von Arztpraxen und für die Notfalldienstplanung als Ärztesoftware Dr. B. L. Stanek. Die Patienten von über 100 Ärzten erhielten ihre Arztrechnungen von der MS-DOS-basierten Software von Stanek bis zur Einführung des sogenannten Tarmed, der von der Software nicht mehr unterstützt wurde.

Als von 1992 bis 1999 der Schweizer Claude Nicollier viermal ins All flog, erlebte Stanek ein Comeback als populärer Raumfahrtexperte. Daneben führte er auf begleiteten Reisen Interessierte durch verschiedene Raumfahrtzentren der USA und wirkte an der Gestaltung des Raumfahrt-Pavillons im Mystery Park mit.

Stanek setzte sich wiederholt auch für die Ausbildung ein, so unterrichtete er Ende der 1970er Jahre am Technikum Brugg Windisch Mathematik, Physik und Informatik und war für viele Jahre Prüfungsexperte bei der Maturakommission im Kanton Schwyz.

Bruno Stanek war verheiratet und Vater von zwei Söhnen. Er lebte in Arth im Kanton Schwyz. Dort starb er am 5. Mai 2026 im Alter von 82 Jahren.

Publikationen

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. ↑ Apollo 11 bis SpaceX – Weltraum-Experte und TV-Moderator Bruno Stanek ist verstorben. In: SRF Tagesschau. 6. Mai 2026, abgerufen am 22. Mai 2026 (Beinhaltet historische Filmaufnahmen von Staneks Interview mit der Apollo‑13‑Besatzung.).
  2. ↑ Rundschau vom 7. Oktober 1970. In: SRF. 7. Oktober 1970, abgerufen am 22. Mai 2026 (Erich Gysling kündigt eine spätere technische Sendung mit Bruno Stanek und der Apollo‑13‑Crew um 22:00 Uhr an.).
  3. 1 2 Der Weltraum-Experte und TV-Moderator Bruno Stanek ist verstorben. In: Watson. 6. Mai 2026, abgerufen am 6. Mai 2026.
  4. ↑ Weltraum-Experte Bruno Stanek gestorben. In: Zentralplus. 6. Mai 2026, abgerufen am 6. Mai 2026.
  5. ↑ Bruno Stanek ist am 5. Mai 2026 verstorben – Die Schweiz verliert ihre bekannteste Stimme der Raumfahrt. In: Website von Bruno Stanek, 6. Mai 2026.
Personendaten
NAME Stanek, Bruno
ALTERNATIVNAMEN Stanek, Bruno Leopold
KURZBESCHREIBUNG Schweizer Raumfahrtexperte und Fernsehmoderator
GEBURTSDATUM 9. November 1943
GEBURTSORT Rorschach
STERBEDATUM 5. Mai 2026
STERBEORT Arth