| České Budějovice | ||||
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| Basisdaten | ||||
| Staat: | ||||
| Historischer Landesteil: | Böhmen | |||
| Region: | Jihočeský kraj | |||
| Bezirk: | České Budějovice | |||
| Fläche: | 5571 ha | |||
| Geographische Lage: | 48° 58′ N, 14° 28′ O | |||
| Höhe: | 381 m n.m. | |||
| Einwohner: | 96.417 (1. Jan. 2023) | |||
| Postleitzahl: | 370 01 | |||
| Kfz-Kennzeichen: | C | |||
| Verkehr | ||||
| Straße: | I/3: Prag – Linz I/20: Budweis – Písek I/34: Budweis – Jindřichův Hradec | |||
| Bahnanschluss: | České Budějovice–Plzeň České Budějovice–Veselí nad Lužnicí České Velenice–České Budějovice St. Valentin–České Budějovice | |||
| Nächster int. Flughafen: | Flughafen Budweis | |||
| Struktur | ||||
| Status: | Statutarstadt | |||
| Ortsteile: | 7 | |||
| Verwaltung | ||||
| Oberbürgermeisterin: | Dagmar Škodová Parmová (Stand: 2022) | |||
| Adresse: | nám. Přemysla Otakara II. 1/1 370 92 České Budějovice | |||
| Gemeindenummer: | 544256 | |||
| Website: | www.c-budejovice.cz | |||
| Lage von České Budějovice im Bezirk České Budějovice | ||||
Budweis (tschechisch České Budějovice ; deutsch auch Böhmisch-Budweis, oder Böhmisch-Budwitz) ist mit etwa 97.000 Einwohnern die größte Stadt in Südböhmen (Tschechien) und Verwaltungssitz der Südböhmischen Region. Weltweit bekannt ist die Stadt wegen des Budweiser Bieres, sie ist auch Universitätsstadt und Sitz des Bistums Budweis. Das historische Stadtzentrum wurde 1980 in die Liste der städtischen Denkmalreservate in Tschechien aufgenommen. Im Jahr 2028 wird Budweis Europäische Kulturhauptstadt sein.
Budweis liegt etwa 120 Kilometer südlich von Prag und etwa 80 Kilometer nördlich der österreichischen Stadt Linz. Diese wirtschaftlich und militärisch strategisch günstige Lage spielt seit Gründung der Stadt eine sehr wichtige Rolle.
Den Zusammenfluss der Flüsse Moldau und Maltsch wählte 1265 der böhmische König Přemysl Ottokar II. als Ausgangspunkt für die Gründung der Königsstadt Budweis, mit der er seine Machtstellung gegenüber den Herren von Rosenberg in Südböhmen festigen wollte. Dafür überließ der König dem Fürsten Čéč von Budweis († ca. 1270) als Austausch die Burg und den Flecken Velešín.
Die Stadt wurde durch Handwerker und Handelsleute besiedelt, aufgebaut und wuchs dank der königlichen Gunst, der günstigen Lage und den Einnahmen durch Maut und Zölle an der Kreuzung von Handelswegen wirtschaftlich schnell. Vor 1300 war der Baubeginn der bedeutendsten Baugruppe der Stadt, des Dominikanerklosters mit Kreuzgang und Kirche und des benachbarten Salzstadels, ein Zeugnis der Gotik in Südböhmen. Für die Treue zur Krone wurde Budweis immer wieder belohnt und mit Vorteilen und Privilegien versehen. Ende des 13. und Anfang des 14. Jahrhunderts wurden zwei Kirchen erbaut und die Stadt mit neuen Mauern umgeben. Im 14. Jahrhundert wurde Budweis, dank seiner günstigen Lage, zu einem wichtigen diplomatischen Schauplatz. Karl IV. besuchte die Stadt für diplomatische Verhandlungen mit seinen Nachbarn. Während seines letzten Besuchs ließ er Häuser auf dem Stadtplatz einreißen. Er ließ für den Fleischmarkt ein eigenes Haus bauen, in dem sich heute unter dem tschechischen Namen „Masné Krámy“ ein traditionelles Restaurant befindet. Die links und rechts vom Mittelschiff befindlichen Seitenräume erinnern an die alten Verkaufsräume. Im Verlauf des unruhigen 15. Jahrhunderts war das katholisch ausgerichtete Budweis eine wichtige Stütze gegen die Angriffe der Hussiten und beteiligte sich an deren Niederschlagung. Die Stadt selbst wurde dank ihrer gut ausgebauten Verteidigungsanlagen nie angegriffen. Ladislaus Postumus gab die Stadt 1453 den Rosenbergern als Lehen. Da die Rosenberger seit der Stadtgründung Erzfeinde von Budweis waren, widersetzte sich die Stadtbevölkerung dem König. Erst Georg von Podiebrad konnte den Streit zwischen den Rosenbergern und Budweis lösen, mit dem Ergebnis, dass Budweis eine Königsstadt blieb. Mit seinen rund 4500 Einwohnern gehörte es zu den größten und wichtigsten Städten des böhmischen Königreiches.
Das 16. Jahrhundert brachte der Stadt starkes wirtschaftliches Wachstum, vor allem durch die Förderung von Silber. Sie erhielt 1541 die Bergfreiheit, um Erzlager auf eigenem Grund ausbeuten zu können und der wirtschaftlichen Konkurrenz der nahen Bergstadt Rudolfstadt zu widerstehen. 1550 fuhr das erste Salzschiff mit 125 Kufen Salz von Budweis auf der Moldau nach Prag. Auch die Fischzucht in den nahe gelegenen Teichgebieten bei Wodnian und deren Vermarktung brachten Gewinn. In Budweis wurden Bauwerke im Stil der Renaissance errichtet. In den Fleischbänken entstand 1560 ein Speiselokal für Durchreisende. 1569 wurde in Budweis eine eigene Münzstätte errichtet, die auch Silber verarbeitete, das in den Schachtrevieren um das Städtchen Rudolfstadt (heute Rudolfov) gefördert wurde. 1577 wurde der Stadtturm „Černá věž“ (Schwarzer Turm) neben der St.-Nikolaus-Kirche fertiggestellt.
Im Verlauf des Ständeaufstands und des darauffolgenden Dreißigjährigen Krieges blieb Budweis treu kaiserlich und hatte dadurch viel zu leiden. So war 1618 Feldmarschall Charles Bonaventure de Longueval Comte de Boucquoi dort eingeschlossen; es entstand große Not, und es gab kaum Brot zu kaufen. 1620 schlug Feldmarschall Baltasar von Marradas in Budweis sein Hauptquartier auf. Die damaligen Befestigungen machten aus der Stadt eine strategisch wichtige Festung, wohin 1631 die böhmischen Kronjuwelen in Sicherheit gebracht und in der St.-Nikolaus-Kirche aufbewahrt wurden. Einige Male flüchteten auch die höchsten Landesbeamten in die Festung Budweis. So wurde die Stadt während des Dreißigjährigen Krieges zur Verwaltungsstadt im Königreich Böhmen. Während die eigentlichen Kriegsgeschehnisse nur geringe Schäden an der Bausubstanz anrichteten, vernichtete ein Großbrand im Juli 1641 226 Häuser, mehr als die Hälfte der Stadt. Nach Ende des Krieges im Jahr 1648 begann ein langsamer Wiederaufbau der Stadt, der einige Jahrzehnte dauerte. Für die Stadtkirche wurde eine Bettelreise durch Südböhmen und Österreich gestattet. Es kam viel Geld und Material zusammen. Der Abt von Stift Schlägl schenkte zum Beispiel 47.060 kleine Glasscheiben für die neuen Kirchenfenster.
Die Ära des Barocks veränderte deutlich das Aussehen der Stadt, bereicherte Budweis um eine Reihe religiöser Bauten, unter anderem auch um eines der Symbole der Stadt, den Samsonbrunnen, das Rathaus am Marktplatz und die St.-Nikolaus-Kirche.
Die Theresianischen Reformen und der Josephinismus in der Mitte des 18. Jahrhunderts machten aus Budweis den Sitz eines neu gebildeten Kreises. Zur weiteren kulturellen Bedeutung der Stadt trug der Piaristenorden bei, der sich hier 1762 ansiedelte, ein Gymnasium mit der Unterrichtssprache Latein einrichtete und für begabte Burschen des Böhmerwaldes eine Ausbildungsstätte wurde. In dieselbe Zeit fällt auch die Entstehung des Stadttheaters. Unter Kaiser Joseph II. wurde 1785 das Budweiser Bistum gegründet. Zwei Jahrzehnte später wurden ein Priesterseminar und ein Philosophisches Institut eröffnet. 1795 gründete die deutsche Bürgerschaft der Stadt das Budweiser Bürgerbräu. Die Einnahmen flossen zum Teil in die Stadtkasse und wurden zum anderen Teil an die beteiligten Bürger der Stadt ausgeschüttet. Im 19. Jahrhundert machte das Bier die Stadt international bekannt.

Das 19. Jahrhundert brachte der Stadt einen bemerkbaren Aufschwung in einer bürgerlich gewordenen Gesellschaft. Ein besonders erfolgreicher Unternehmer war der Eisenbahn-Ingenieur Franz Anton von Gerstner. Die Pferdebahn von Linz nach Budweis, errichtet zwischen den Jahren 1825 und 1832 als eine der beiden ersten auf dem europäischen Kontinent, verband Budweis als Kopfstation mit der Stadt Linz in Oberösterreich, und gemeinsam mit dem Schiffsverkehr auf der Moldau, der von dem Unternehmer Adalbert Lanna modernisiert und rationalisiert wurde, verbesserte sich der Transport von Waren nach Prag und elbabwärts sowie donauabwärts nach Wien. Dadurch wuchs auch die Bedeutung der Industrie und des Handels.
1841 zählte Budweis 13.097 Einwohner, von denen 8.135 in der Stadt und 4.962 in den umliegenden, zur Stadt gehörenden Ortschaften lebten. Die „herrschende Sprache in der Stadt und in den Ortschaften Rudolphstadt, Brod, Dubiken, Strodenitz, Vierhöf, Gauerndorf, Leitnowitz, Hackelhöf, Plan, Dirnfellern, Hlinz, Lodus, Pfaffendorf, Böhmischfellern, Pfaffenhöf, Schindelhöf, Ruden, Humeln, Bucharten, Meß, Gutwasser und Strups ist die deutsche. Indessen findet man überall, besonders in der Stadt, Leute, welche beider Landessprachen kundig sind.“
1847 verlegten die Söhne des Architekten Joseph Hardtmuth aus Asparn bei Wien die Firma nach Budweis, als in Mugrau in der Nähe der Stadt Graphit gefunden wurde und es entstand als Nachfolger die heutige Firma Koh-i-Noor Hardtmuth, eine Produktion von Bleistiften und keramischen Waren. Die Stadt erhielt durch die Söhne des Joseph Hardtmuth ihre erste große Fabrik mit 2000 Beschäftigten. 1871 entstand die Summerauer Bahn über Kaplitz (Kaplice) nach Linz.
Um 1880 lebten in Budweis 11.829 deutschsprachige Bürger und 11.812 tschechische Einwohner. Bis 1890 war noch eine Mehrheit in Budweis deutschsprachig und bildete mit 23 Dörfern der Umgebung eine deutsche Sprachinsel, allerdings war um 1880 keines der Dörfer rein deutschsprachig. Die gesamte Sprachinsel umfasste um 1880 16.025 Deutschsprachige und 13.738 Tschechen. Durch Massenzuzug von Fabrik- und Landarbeitern aus dem Umland bildeten die Tschechen allmählich die Mehrheit. Diese Entwicklung wurde durch den Umstand begünstigt, dass Budweis lange Zeit die Anbindung an den deutschen Sprachraum fehlte, während aus den tschechischen Gebieten bereits zwei Eisenbahnlinien nach Budweis führten. Die Bürgermeister blieben jedoch bis 1918 und der Entstehung der Tschechoslowakei deutschsprachige Persönlichkeiten – aufgrund des bis dahin geltenden Zensuswahlrechts. Bei der Volkszählung im Jahre 1930 machten die Deutschen etwa 14 % der Einwohner der Stadt aus.
1895 entstand eine von Tschechen gegründete Aktienbrauerei, die heutige Brauerei Budweiser Budvar, als Gegenstück zum Budweiser Bürgerbräu.
Im Januar 1915 rückte Jaroslav Hašek in die Kaserne am Marienplatz (Mariánské náměstí) ein und diente bis September im Budweiser k.u.k. Böhmischen Infanterie-Regiment „Freiherr von Czibulka“ Nr. 91 an der Ostfront. Seine Erlebnisse während dieser Zeit verarbeitete er im antimilitaristischen und satirischen Schelmenroman Der brave Soldat Schwejk.

Budweis wurde 1939 durch die deutsche Wehrmacht besetzt und Teil des Protektorats Böhmen und Mähren. Ab dem ersten Tag der Besatzung von Budweis war unter der Leitung von Heinz Stossberg die Geheime Staatspolizei maßgeblich an der Unterdrückung und Verfolgung der Stadtbevölkerung beteiligt. Die meisten tschechischen Vereine (Junák, Sokol, Orel) wurden aufgelöst und Symbole der Tschechoslowakei wurden entfernt. Die größten Repressionen der Besatzungsmacht erfuhren die Juden. Die meisten wurden ins KZ Theresienstadt deportiert und die neugotische Synagoge wurde im Auftrag des Bürgermeisters Friedrich David gesprengt. Vom 13. April 1942 bis 23. Juni 1943 bestand am Stadtrand ein Außenlager des KZ Theresienstadt. Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Budweis ein Ziel amerikanischer Bombardements, das ungefähr 220 Menschen zum Opfer hatte. Am 5. Mai 1945 übernahmen tschechoslowakische Aufständische die Stadtverwaltung. Die deutschen Truppen zogen am 8. Mai 1945 ab; einen Tag später erreichte die Rote Armee Budweis.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges im Mai 1945 wurde Budweis Teil der wiedererrichteten Tschechoslowakischen Republik. Der größte Teil der Deutschen wurde vertrieben und gelangte in Eisenbahntransporten nach Österreich und Bayern. Budweis blieb wirtschaftliches und kulturelles Zentrum von Südböhmen und wurde 1949 zum Sitz des neu gebildeten Budweiser Kreises. Seit 1991 ist es Sitz der Südböhmischen Universität in Budweis und seit 2000 Verwaltungssitz der Südböhmischen Region.
Seit dem 14. Jahrhundert lebten in der Stadt auch jüdische Familien. Die jüdische Gemeinde wurde jedoch mehrfach an den Rand der Existenz gebracht und zeitweise aus der Stadt vertrieben. In der Stadt befanden sich eine Synagoge, eine jüdische Schule, ein jüdischer Friedhof und eine Mikwe. Da die jüdische Gemeinde bis zum 19. Jahrhundert nie mehr als 100 Mitglieder zählte, waren diese nie gezwungen in einem Ghetto zu leben. Die meisten Juden und alle ihre Einrichtungen befanden sich in der damaligen Judenstraße (heutiger Straßenname U Černé věže – „Am Schwarzen Turm“) in der sie mit Christen zusammenlebten. 1505 wurden die in Budweis lebenden Juden eines Ritualmordes an einem Kind in Niederösterreich beschuldigt. Ihre misslungene Flucht aus der Stadt galt als ein Schuldeingeständnis. Daraufhin wurden 7 Jüdische Mitbürger auf dem jüdischen Friedhof verbrannt, 13 weitere wurden in der Moldau ertränkt und der Rest wurde aus der Stadt verwiesen. Erst nach der rechtlichen Gleichstellung der Juden 1848 siedelten sich Juden wieder in Budweis an. Sie errichteten eine neue Synagoge und einen bis heute erhaltenen Friedhof. 1942 wurde zum zweiten Mal die jüdische Gemeinde ausgelöscht, als die jüdischen Bewohner durch die deutsche Besatzungsmacht zuerst in das KZ Theresienstadt und später in das KZ Auschwitz deportiert wurden.
Zur Gemeinde der im 13. Jh. erbauten, seit 1601 als Dekanatskirche und seit 1785 als Bischofskathedrale bestehenden Kirche St. Nikolaus von Budweis gehörten bis 1945 folgende deutsch besiedelte Ortschaften: Böhmischfellern/České Vrbné, Vierhöf/Čtyři Dvory, Hackelhöf/Haklovy Dvory, Pfaffebhöf/Kněžské Dvory, Lodus/Mladé, Gauendor/Mokré, Nemanitz/Nemanice, Neuhof/Nové Dvory, Strodenitz/Rožnov, Schindelhof/Šindlovy Dvory, Hodowitz/Staré Hodějovice, Wiederpolen/Vidov.
Zur Gemeinde der im 20. Jh. erbauten Kirche St. Johann von Nepomuk von Budweis gehörte bis 1945 die deutsch besiedelte Ortschaft Strodenitz/Rožnov.
Neben dem tschechischen Schulwesen besaß Budweis bis 1945 eine ältere deutsche Schultradition. So gehörten zu Stadt und Bezirk Budweis zu diesem Zeitpunkt noch folgende deutsche Schulen: Eine deutsche achtklassige Oberschule, eine Lehrer- und Lehrerinnenbildungsanstalt mit Internat, eine deutsche vierklassige Handelsakademie, eine Deutsche Höhere Staatsgewerbeschule, eine deutsche Handelsschule, eine deutsche Ackerbau- und Haushaltungsschule mit Internat und eine deutsche vollausgestaltete Musikschule.
Das Budweiser Gymnasium verdankt seine Gründung in erster Linie dem damaligen Stadtphysikus Ignatius Hartl. Er klärte im Jahre 1755 die Bürger der Stadt Budweis über die großen Vorteile der Gründung einer Lateinschule für ganz Südböhmen und gab der Stadtobrigkeit den Rat gegeben, sich an den Schulorden der Piaristen zu wenden.
Im Jahre 1762 wurde der Beschluss zur Gründung der Schule gefasst und das ehemalige St. Wenzelsspital für die Aufnahme der Anstalt bestimmt. Die Lehrer und die Ordenspriester brachte man in benachbarten Häusern unter. Dazu wurden noch Räumlichkeiten des alten Rathauses und drei angrenzender Häuser für den Unterricht zur Verfügung gestellt. Bereits im Jahre 1763 wurde mit einem Anbau zum Gymnasium auf dem Platz des alten Rathauses begonnen. Am 1. April 1767 fand die Grundsteinlegung des Anstaltsgebäudes, der jetzigen bischöflichen Residenz in der Bischofsgasse, statt. Anfang November 1769 zogen Professoren und Schüler in das neue Anstaltsgebäude ein.
Nach der Errichtung des Bistums Budweis unter Josef II. im Jahre 1785 wurde das Anstaltsgebäude des Gymnasiums zur bischöflichen Residenz erklärt. Der erste Diözesanbischof von Budweis Graf Schafgottsch überwies den Piaristen und ihren Schülern das verödete, aufgelassene Dominikanerkloster als dauernde Bildungsstätte. Der Umzug der Anstalt fand am 12. April 1785 statt.
Bis 1862 wurde im Budweiser Gymnasium deutsch und tschechisch unterrichtet. Unter dem Einfluss von Bischof Joh. Valerian Jirsik wurde in Budweis ein tschechisches Gymnasium gegründet, welches später um eine tschechische Realschule erweitert wurde, und im Jahre 1871 wurde das deutsche Gymnasium verstaatlicht. Im Jahre 1903 übersiedelte das Gymnasium in das vom Staat erbaute neue Gymnasialgebäude in der Böhmgasse.
Nach dem Zusammenbruch der österreichisch-ungarischen Monarchie 1918 wurde auch das deutsche Gymnasium in Budweis als humanistische Bildungsstätte aufgelöst. Das humanistische Gymnasium wurde klassenweise aufgelassen und mit der 1856 gegründeten Realschule zu einem Oberrealgymnasium zusammengezogen, desgleichen wurden die beiden seit 1856 bestehenden Lehrerbildungsanstalten zusammengefasst. Die Restklassen des Gymnasiums wurden im Realschulgebäude und in der deutschen Lehrerbildungsanstalt untergebracht. Im Sommer 1924 wurde das Gymnasialgebäude in der Böhmgasse dem tschechischen Gymnasium in Budweis übergeben. Die Hohenfurther Mitglieder des Lehrkörpers des deutschen Gymnasiums kehrten ins Kloster nach Hohenfurth zurück.
Nach Errichtung des Protektorates Böhmen und Mähren wurde im August 1939 das deutsche humanistische Gymnasium als selbständige Bildungsstätte wieder eröffnet, die Anstalt konnte ihr früheres Gebäude in der Böhmgasse beziehen. Im Jahre 1945 kam schließlich das Ende des deutschen Schulwesens in Böhmen.
| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1830 | 7.426 | in 784 Häusern |
| 1840 | 8.135 | ohne die Eigentumsortschaften (4.962 deutsche und böhmische Einwohner), in der eigentlichen Stadt meist deutsche Einwohner, darunter fünf protestantische Familien |
| 1849 | ca. 9.000 | deutsche und tschechische Einwohner |
| 1857 | 16.730 | davon 16.469 Katholiken, elf sonstige Christen und 250 Israeliten |
| 1900 | 39.328 | mit der Garnison (2.155 Mann), 40 % Deutsche, 60 % Tschechen |
Beschreibung: In Rot eine schwarzgefugte gemauerte silberne aus dem Schildfuß aufragende Mauer mit drei aufgesetzten ebenso gebildeten Türmen mit goldenem Spitzdach und goldenen Ringen, der mittlere Turm ist der höhere und breitere. Vor allen ein roter Schild mit dem böhmischen silbernen Löwen, der goldbewehrt, so gekrönt und doppelschwänzig ist.
Budweis liegt an den beiden Hauptverkehrsachsen Prag–Linz sowie Wien–Budweis–Pilsen.
Die Nord-Süd-Verkehrsachse (Dopravní koridor Sever-Jih) von Prag zur österreichischen Grenze ist Teil der Autobahn D 3, die abschnittsweise noch nicht fertiggestellt ist. Sie ist Teil der Europastraße 55. Die zweite Achse von Budweis nach Pilsen ist als Fernverkehrsstraße I/20 ausgeführt. Sie ist Teil der Europastraße 49.

Der Bahnhof České Budějovice ist Knotenpunkt der überregionalen Eisenbahnverbindungen (Wien-) České Velenice–České Budějovice–Plzeň (–Cheb) und Linz–České Budějovice–Veselí nad Lužnicí (–Praha). Beide Strecken sind elektrifiziert. Daneben existieren einige Nebenbahnen von und zum Eisenbahnknoten Budweis.
Zwischen 1909 und 1914 verkehrte in der Stadt die Gleislose Bahn Budweis, einer der ersten Oberleitungsbus-Betriebe der Welt. Die Straßenbahn České Budějovice verkehrte zwischen 1909 und 1950 und wurde durch ein neuzeitliches Obussystem abgelöst.
2005 gründete die Stadt zusammen mit dem Jihočeský kraj eine gemeinsame Trägergesellschaft für den früheren Militärflugplatz Planá an der südwestlichen Peripherie, der zu Jahresbeginn 2006 durch Luftstreitkräfte der Tschechischen Republik einer zivilen Nutzung übergeben wurde und zum internationalen Flughafen České Budějovice ausgebaut werden soll.
Die durch die Stadt fließende Moldau ist seit 2011 zum Teil schiffbar. Auf einem Abschnitt von gut 8 km findet Personenschifffahrt statt. Das von der Europäischen Gemeinschaft geförderte Projekt ist Teil des Planes, die Moldau bis Budweis schiffbar zu machen. 2010 war die Moldau bis Tyn (Moldautein) schiffbar. Derzeit laufen die Bauarbeiten für die Staustufen Richtung Budweis. Es wurde geplant, die Baumaßnahmen bis 2014 fertigzustellen.
Budweis entwickelte sich im 19. Jh. zu einer bedeutenden Industriestadt.
So wurde 1837 eine Wollspinnerei gegründet, 1847 verlegte Karl Hardtmuth seine Porzellan-Steingut-Bleistift- und Rechentafelfabrik von Wien nach Budweis. 1858 wurde die Holzstiftenfabrik Merbeller errichtet, es folgten eine Fabrik für chemische Produkte, die Papiermachéfabrik Emanuel Fürth, die Gips- und Graphitmühle, Brettsäge und Parkettenfabrik von Adalbert Lanna. 1868 wird das städtische Gaswerk errichtet. 1872 folgt die Schwarzenbergische Zuckerfabrik, eine Holzimprägnierungsanstalt, 1886 die Tabakfabrik, ab 1893 gründete der aus Remscheid stammende Franz Westen in Budweis drei Emaillefabriken, welche bis 1945 von dessen Sohn Hans Westen geführt wurden. Als Konkurrenzunternehmen zum deutschen Bürgerlichen Bräuhaus wurde das tschechische Aktienbräuhaus gegründet, neben der deutschen Soda- und Limonadenerzeugung Schweighofer gab es die tschechische von Zatka, ferner eine Dampfbrotbäckerei, eine tschechische Zündholzfabrik machte der 1847 gegründeten Pollak'schen Konkurrenz. Neben der ursprünglich deutschen Goldleisten- und Rahmenfabrik Täubl entstand noch eine tschechische. 1889 gründete Fürth eine Kanditen-(Zuckerl-)fabrik, Fürst eine Eisengießerei, Heidelberger eine Dampffassbinderei, Fürth und Geliert eine Strohpapierfabrik, es folgten eine Dachpappenfabrik, die Metallwarenfabrik Stegmann und die Nagel- und Drahtstiftenfabrik von Bullaty und Blaßkopf. 1893 wurde der Schlachthof errichtet. In Vierhöf gab es die Tonofenfabrik Sattler. Diese rege Bautätigkeit erforderte die Errichtung großer Ziegeleien rings um die Stadt.
Budweis hat vor allem eine lange Brauereitradition. Die ortsansässigen Brauereien setzen wieder verstärkt auf den Namen „Budweis“ bzw. „Budweiser“ und halten verschiedene Namensrechte, abgesehen von den USA:
In der Stadt befindet sich außerdem der Firmensitz des ältesten Bleistiftherstellers der Welt, Koh-i-Noor Hardtmuth.
Die Südböhmische Universität bietet Studiengänge in den Fachrichtungen Wirtschaft, Geisteswissenschaften, Lehrerbildung, Naturwissenschaft, Theologie, Kunst, Gesundheit und Soziales und Agrarfächer an.

Die Stadt České Budějovice gliedert sich in sieben Ortsteile, 69 Grundsiedlungseinheiten und elf Katastralbezirke:
Die Katastralbezirke Kaliště u Českých Budějovic und Třebotovice liegen – abgetrennt durch die Gemeinde Dobrá Voda u Českých Budějovic – als Exklave östlich des Stadtgebietes.
Budweis unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:



Budweis ist die Heimat des Fußballvereins Dynamo České Budějovice und des Eishockeyklubs HC České Budějovice.