Burchhard Garlichs

Burchhard Garlichs (* 1969 in Oldenburg) ist ein deutscher Künstler mit den Schwerpunkten Installationen, Medien-, Objekt- und Konzeptkunst im städtischen Raum.

Herkunft und Ausbildung

Garlichs kommt aus einer Familie, die überwiegend im Oldenburgischen und dem Jeverland beheimatet ist. Er zeigte bereits als Schüler Interesse an der darstellenden Kunst. 1997 schrieb er sich zum Studium der freien Kunst an der Hochschule für Künste Bremen ein. Er war dort Schüler von Wolfgang Schmitz, Paco Knöller und Yuji Takeoka, wobei ihn besonders letzterer in die darstellende Kunst mit Objekten und Installationen einführte. 2000 wechselte er auf Empfehlung von Takeoka zum Studium der Bildhauerei an die Kunstakademie Düsseldorf, wo er als Meisterschüler von Daniel Buren von dessen Konzeptkunst geprägt wurde. Im Februar 2004 erhielt er den Akademiebrief der Kunstakademie Düsseldorf.

Preise und Stipendien

Ausstellungen und Projekte (Auswahl)

Gründungen

2007 war Garlichs zusammen mit der Künstlerin Sonja Meyer Initiator der Gründung des Projekts Speicher U75, Raum für bildhauerische Positionen in Düsseldorf und organisiert mit ihr seitdem dort zahlreiche Ausstellungen.

Standpunkte

Die Werke von Garlichs haben mit der Konzeptkunst anderer Künstler gemein, dass sie sich dem Betrachter besser erschließen, wenn die Gedankenwelt des Künstlers bekannt ist. Garlichs versucht daher, den Zugang zu seinen Werken durch Texte in eigenen Worten vor Ort und auf seiner Website zu erleichtern:

Zeitgenössische Architektur, kritisiert er, „ist eine Homage an die Gradlinigkeit, Symbol der physikalischen Gesetze. Sie ist Beweis der technischen Möglichkeiten, die sich der Mensch im Laufe der Zeit geschaffen hat und sie ist Ausdruck eines technoiden Weltbildes. Sie ist Ausdruck der Fähigkeit des Menschen auf unterstem Niveau logisch zu abstrahieren.[…] Die Architektur ist eine Hymne an das Rechteck. […] Ohne es wirklich wahrzunehmen befinden wir uns in rechtwinkliger paralleler Realität. Die ständige Wahrnehung von geraden Linien, Parallelen und rechten Winkeln führt zu gradlinigen, parallelen, rechtwinkligen Denken.[…] Wir leben innerhalb mathematischer Prinzipien. Das vom Menschen gemachte Lebensumfeld ist Bühnenbild der Mathematik. Kein anderes Bild verdeutlicht das besser als Jesus, an das Kreuz genagelt.“

Gesellschaftlichen Systemen schreibt er diese Eigenart zu: „Damit eben diese Systeme bestens funktionieren, dürfen sie als solche nicht wahrgenommen werden. Dort, wo Systeme zum Funktionieren der Gesellschaft angewendet werden, müssen sie sich subtil verhalten. Subtilität wird geschaffen durch schleichende, kaum wahrnehmbare Bewegung.“ Zwar meint er: „Kunst kann subtile Systeme entlarven, indem sie sie ignoriert oder überspitzt.“ Aber „selbst subversive künstlerische Handlungen spielen sich im Rahmen der Gesetze ab. Die Diskussion um die Architektur mit ihrer symbolishen Dominanz findet nicht mehr statt. Das Angewandte, das Design, dessen Erwähnung im Kontext einer künstlerischen Arbeit als schlimmste Beschimfung unter Künstlern gilt, spielt in der Diskussion um Architektur keine Rolle. Kunst, das Spiel mit der Wahrnehmung, ignoriert zu weiten Teilen urbane Realität. […] Fortschritt ist die Visualisierung von Utopien. Utopiekontrolle liegt in der Hand des Kapitals […] Durch staatlich geförderte Institutionen ist Politik und Gesellschaft in der Lage kulturelles Geschehen zu kontrollieren. Den Rest erledigt der Kunstmarkt, sprich das Kapital, das ohnehin die Motivationsquelle jeglicher demokratischer, kapitalistischer Gesellschaft ist.“

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf: Künstlerleben in Düsseldorf: Burchard Garlichs Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 12. Juli 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  2. ↑ Fundacion BilbaoArte
  3. ↑ Künstlerhaus Bremen 2001: Katalog zum boomerang-art-project – Austauschprojekt Kyoto und Bremen
  4. ↑ Gesellschaft für Aktuelle Kunst: saw you – Austauschprojekt Kyoto und Bremen 2001 (Memento vom 26. Mai 2013 im Internet Archive)
  5. ↑ Workroom Düsseldorf
  6. ↑ Kunstaspekte 2005: Im Volumen glaube ich an Gegengewicht
  7. ↑ Freie Akademie für Malerei, Bremen
  8. ↑ laden-kunst.info: Off-Space 2007: Burchhard Garlichs und Friederike Mainka (Memento vom 20. November 2008 im Internet Archive)
  9. ↑ sketch-matinee.de: here are the pictures from sketch matinée number five (Memento vom 5. März 2016 im Internet Archive)
  10. ↑ Artists Unlimited, Bielefeld
  11. ↑ Burchhard Garlichs und Sonja Meyer 2010: Projekt Lokalisation, Nische, Raum
  12. ↑ Städtische Galerie Bremen im Buntentor, Bremen
  13. ↑ Institut für skulpturelle Peripherie, Düsseldorf PUSH! (Memento vom 19. April 2016 im Internet Archive) Burchhard Garlichs und Michalis Nicolaides im Institut für Skulpturelle Peripherie (Memento vom 8. Mai 2012 im Internet Archive)
  14. ↑ Ausstellungsplattform Speicher U75
  15. ↑ Webrepräsentanz „U75“ von Sonja Meyer und Burchhard Garlichs
  16. ↑ Burchhard Garlichs: Website des Künstlers. Abgerufen am 6. April 2012.