| Burg Holnstein | ||
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Lageplan von Burg Holnstein auf dem Urkataster von Bayern | ||
| Alternativname(n) | Burgstall Bäckerberg | |
| Staat | Deutschland | |
| Ort | Berching-Holnstein-„Bäckerberg“ | |
| Entstehungszeit | vermutlich 12. Jahrhundert | |
| Burgentyp | Höhenburg, Spornlage | |
| Erhaltungszustand | abgegangen, Abschnittsbefestigung und Halsgraben erhalten | |
| Geographische Lage | 49° 7′ N, 11° 31′ O | |
| Höhenlage | 495,3 m ü. NN | |
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Die Burg Holnstein ist eine abgegangene hochmittelalterliche Höhenburg über der gleichnamigen Ortschaft Holnstein der oberpfälzischen Stadt Berching im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern, Deutschland. Die Burg über dem Tal der Unterbürger Laber war vermutlich während des 12. Jahrhunderts der ursprüngliche Sitz der Holnsteiner, bevor sie sich auf einer neu erbauten Burg im Tal niederließen, die später zum Schloss ausgebaut wurde. Anschließend wurde die Höhenburg wohl aufgelassen, heute sind nur noch Wälle und Gräben erhalten. Die Anlage wird als Bodendenkmal unter der Aktennummer D-3-6835-0011 im Bayernatlas als „mittelalterlicher Burgstall“ geführt.
Die frühere Burganlage befindet sich im mittleren Teil des Mittelgebirges Fränkischen Alb. Sie liegt auf etwa 490 m ü. NN Höhe und damit circa 70 Höhenmeter über dem Talgrund der Unterbürger Laber auf einem nach Osten vorspringenden Ausläufer einer Hochfläche. Die Burgstelle ist durch den steilen Abfall des Geländes zum Tal an drei Seiten gut geschützt, nur im Westen geht die Burgfläche eben in die Hochfläche über, und musste hier besonders geschützt werden. Sie liegt etwa 250 Meter nordwestlich der katholischen Pfarrkirche St. Georg in Holnstein oder 5250 Meter ostnordöstlich der Ortsmitte von Berching.
In der Nähe befinden sich noch weitere ehemalige mittelalterliche oder vorgeschichtliche Burgen: auf dem gegenüberliegenden östlichen Talrand liegt die große vorgeschichtliche Abschnittsbefestigung Schanze, und etwas weiter das abgegangene Schloss Staufersbuch. Tal aufwärts befinden sich bei Thannbrunn die wenigen Reste einer Burg bzw. des späteren Schlosses Thannbrunn. Talabwärts liegt im Ort Oening der Burgstall Quakhaus, bei Oberbürg die Reste einer Burg bzw. des späteren Schlosses Oberbürg sowie der Burgstall Altenburg. Am Talausgang liegt die Burgruine Ödenburg und ihr gegenüber eine große vorgeschichtliche oder mittelalterliche Abschnittsbefestigung.
Der ursprüngliche Stammsitz der Holnsteiner wurde vermutlich zu Beginn des 12. Jahrhunderts errichtet.
Das dort ansässige Ministerialengeschlecht wurde mit "Chůno de Holensteine" erstmals im Jahre 1097 in einer Urkunde des Regensburger Klosters St. Paul erwähnt. In den Aufzeichnungen des Klosters Reichenbach am Regen der Jahre 1118–1125 wird "Adalpertus de Holensteine" genannt.
In der Urkunde vom 1. November 1138 des Eichstätter Bischofs Gebhard II., mit der dem Kloster Plankstetten verschiedene Rechte eingeräumt wurden, werden "Goperthus et filius eius (und sein Sohn) Adelpertus de Holensteine" in der Zeugenliste aufgeführt.
Am 18. Juni 1169 stellt Bischof Konrad I. von Eichstätt eine Urkunde aus, die von "Adelbreht von Holensteine" bezeugt wird.
In einer Urkunde Bischof Ottos von Eichstätt vom 9. März 1184 wird bestätigt, dass "Albert von Holensteine" die Vogtei über die Kirche von Weihersdorf innehat. Im Jahre 1202 wird die Familie erwähnt, als Ulrich von Buch ein "dienstmann der edlen Adalbert und Otto von Holnstein" ein kleines Gut an das Kloster Plankstetten übergab. Ein weiteres Mal wird die Familie in einer Urkunde vom 14. Dezember 1260 als "dominus (Herr) Engelbertus de Holnstein et filius eius (und sein Sohn) Hermann" vor den Bürgern der Stadt Nürnberg auf ihren Anteil auf einen Hof zu "Růt" (abgegangener Ort, vermutlich bei Sulzbürg) verzichten.
Ein letztes Mal hören wir von den Holnsteinern in der Person von "Adelheid von Holnstein", die in den Jahren 1292 bis 1298 dem Kloster Seligenporten als Äbtissin vorstand.
Kurz darauf dürfte das Adelsgeschlecht der Holnsteiner dann ausgestorben sein.
Bereits davor fielen Burg, Ort und Herrschaft Holnstein auf dem Erbwege dem Ministerialengeschlecht der Heidecker zu, denn bereits im Jahre 1221 werden in einer Urkunde des Klosters Auhausen die Vogteirechte der Heidecker an der Herrschaft Holnstein erwähnt. Die Heidecker gaben wohl auch die Höhenburg oberhalb des Ortes auf und errichteten eine befestigte Anlage im Dorf. Er befand sich unmittelbar nördlich und östlich der Pfarrkirche.
Die zweiteilige und heute zum Teil bewaldete Burgstelle auf der nach Osten vorspringenden, und leicht in dieselbe Richtung abfallenden Bergnase war an drei Seiten von Natur aus gut geschützt, nur die Westseite bedarf größerer künstlicher Befestigungen. Hier wurde etwa 120 bis 130 Meter vor der Bergspitze eine Abschnittsbefestigung angelegt, sie bestand aus einem halbkreisförmig verlaufenden Wall, der stellenweise eine natürliche Geländekante verstärkte, sowie einem diesen vorgelegten Graben. Der Graben ist allerdings heute stark verflacht und teilweise eingeebnet. Das Südende der Abschnittsbefestigung schließt am Steilhang an, im Osten biegt sie vor der Hangkante nach Südosten um, und verläuft noch als künstlich versteilte Geländekante parallel zur Hangkante und bildete so eine Torgasse. Die durch diese äußere Abschnittsbefestigung gesicherte Vorburg ist bis zu 30 Meter breit und endet an einer parallel zur äußeren Befestigung verlaufenden inneren Befestigung. Diese besteht aus einem vier bis fünf Meter breiten Halsgraben und einem ebenso breiten dahinter liegenden Hauptwall. Die Sprunghöhe, also die Höhendifferenz zwischen Wallkrone und Grabensohle beträgt noch bis zu 1,6 Meter. Auch diese Befestigung schließt sich am Südende der Hangkante an, im Osten biegt sie 15 Meter vor der Hangkante nach Südosten um, wo auch die äußere Befestigung in Form der künstlich versteilten Geländekante auf sie trifft, und nur einen kleinen Durchgang frei lässt. Sie endet wenige Meter weiter in einer engen Biegung zum Innenraum der Befestigung hin, hier befand sich das frühere Burgtor.
Die rund 100 Meter lange Innenfläche der Kernburg ist von länglicher Form und zieht sich von Westen nach Osten entlang. Ihre Westseite wird durch den Hauptwall begrenzt, die Südseite ist durch die künstliche Absteilung der Hangkante gesichert. An der Nordwestseite der Kernburg ist der Innenseite des Hauptwalles ein kleinerer Wallzug vorgelegt, die Nordost- sowie die Ostseite weisen keine künstlichen Befestigungen mehr auf.