Buschvireo

Buschvireo

Buschvireo, John Gerrard Keulemans-Biologia Centrali-Americana

Systematik
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Überfamilie: Corvoidea
Familie: Vireos (Vireonidae)
Gattung: Hylophilus
Art: Buschvireo
Wissenschaftlicher Name
Hylophilus flavipes
Lafresnaye, 1845
Verbreitungsgebiet des Buschvireos

Der Buschvireo (Hylophilus flavipes) ist eine Vogelart aus der Familie der Vireos (Vireonidae).

Der Vogel kommt in Costa Rica, Panama, Kolumbien, Venezuela und auf Tobago vor.

Die Art wurde als konspezifisch mit dem nicht im gleichen Verbreitungsgebiet vorkommendem Olivvireo (Hylophilus olivaceus) angesehen.

Der Lebensraum umfasst trockene, offenere busch- und baumbestandene Flächen, Mischwald, Waldränder, Sekundärwald, Gärten bis 1600 m.

Der Artzusatz kommt von lateinisch flavus ‚gelb, goldgelb‘ und lateinisch pes ‚Fuß‘.

Buschvireo

Merkmale

Die Art ist 10–13 cm groß und wiegt zwischen 11 und 14 g. Beschrieben wird zunächst die Unterart (Ssp.) H. f. viridiflavus. Charakteristisch ist die Kombination von rosafarbenem bis braunem Schnabel (Unterschnabel und Schneidkante heller, Schnabelfirst dunkler), blasser Iris (gelblich weiß, hellgelb bis blass gelblich grau) und blassen Beinen (blassbraun oder gelblich braun). Die Kopfseiten sind hellgrau. Die Oberseite vom Scheitel bis zum Schwanz ist matt olivgrün, am Bürzel etwas heller. Die Flügeldecken sind, die Flugfedern sind schwärzlich grau mit schmalen grünlichen Rändern an den Außenfahnen der schwärzlichen Hand- und gelblich oliven Armschwingen, weiter innen mit breiteren grünlich gelben Rändern. Die Steuerfedern sind matt grünlich grau. Kinn und Brust sind weißlich grau, die obere Brust blass gelblich olivfarben, die übrige Unterseite blass gelblich. Die Geschlechter unterscheiden sich nicht. Jungvögel haben dunklen Schnabel und dunkle Iris, aber die Oberseite ist olivgrün, die Flügel ungemustert, das Gesicht grau, die Brust und Unterseite sind gelb.

Der Buschvireo unterscheidet sich vom Goldstirnvireo (Pachysylvia aurantiifrons) durch kein Braun an der Stirn und weniger gesättigtes Gelb an der Unterseite. Obwohl der Goldstirnvireo feuchtere Habitate bevorzugt, überlappen sich die Lebensräume beider Arten.

Geografische Variation

Es werden folgende Unterarten anerkannt:

Stimme

Die Lautäußerungen werden als schnelle, gleichmäßig wiederholte, klare Pfeiflaute „pee pee pee“ oder als klagende Folge von 10–20 zweitönigen Pfeiflauten „du-wee du-wee du-wee“ beschrieben. In Venezuela klingt der Gesang wie „turee, turee, turee“, auf Tobago wie „tree, tree, tree, tree“. Die Unterart H. f. insularis lässt ein harsches, nasales „zeer, zeer“ hören. Rufe werden als „nyaa-nyaa-nyaa“ beschrieben.

Lebensweise

Die Art ist ein Standvogel, lediglich bei extremer Trockenheit können Gebiete vorübergehend verlassen werden. Sie wird meist paarweise, mitunter in Gruppen von 3 bis 4 Vögeln gesichtet. Die Nahrung besteht vermutlich hauptsächlich aus Gliederfüßern, auch Beerenobst und Pflanzensamen, die von Blättern auf verschiedenen Waldebenen abgelesen wird, auch in gemischten Jagdgemeinschaften, manchmal auch kopfunter an Zweigen hängend.

Gefährdungssituation

Der Bestand gilt als „nicht gefährdet“ (Least Concern).

Literatur

Commons: Buschvireo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 Buschvireo, in Avibase – Die Weltvogel-Datenbank. Abgerufen am 24. September 2025.
  2. ↑ P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF
  3. ↑ J. T. Zimmer: Studies of Peruvian birds. No. 41. The genera Hylophilus, Smaragdolanius and Cyclarhis. In: American Museum Novitates, Band 1160, S. 1–16, 1942,
  4. ↑ R. A. Paynter (Herausgeber): Check-list of Birds of the World. A Continuation of the Work of James L. Peters. Volume 14. Museum of Comparative Zoology, Cambridge, Massachusetts, USA, 1968
  5. 1 2 3 4 M. McMullan: Field Guide to the Birds of Colombia Rey Naranjo Editores, 2018, ISBN 978-958-8969-77-0
  6. 1 2 G. R. Angehr, R. Dean: The Birds of Panama. Ithaca: 2010 ISBN 978-0-8014-7674-7
  7. 1 2 3 4 5 G. M. Kirwan, D. Brewer, J. del Hoyo, N. Collar und P. F. D. Boesman: Scrub Greenlet (Hylophilus flavipes), version 2.0. In: G. M. Kirwan (Herausgeber): Birds of the World. 2021, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Hylophilus flavipes
  8. ↑ J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3.
  9. ↑ IOC World Bird List Shrikes, vireos, shrike-babblers
  10. ↑ AviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025
  11. ↑ G. N. Lawrence: Hylophilus viridiflavus. In: Annals of the Lyceum of Natural History of New York, Band 2, S. 324, 1862, Biodiversity Library
  12. ↑ M. E. McLellan Davidson: New Birds from Chiriqui Province, Panama. In: Proceedings of the Biological Society of Washington, Band 45, S. 168, 1932, Biodiversity Library
  13. ↑ A. Wetmore: Hylophilus flavipes xuthus. In: Smithsonian Miscellaneous Collections, Band 134, Nummer 9, S. 85, 1957, Biodiversity Library
  14. ↑ A. Wetmore: Hylophilus flavipes melleus. In: Proceedings of the Biological Society of Washington, Band 54, Nummer 46, S. 208, 1941, Biodiversity Library
  15. ↑ A. Wetmore und W. H. Phelps: Hylophilus flavipes galbanus. In: Proceedings of the Biological Society of Washington, Band 69, Nummer 1, SD. 9–10, 1956, Biodiversity Library
  16. ↑ G. N. Lawrence: Hylophilus acuticauda. In: Proceedings of the Academy of Natural Sciences of Philadelphia, Band 17, S. 37, 1865, Biodiversity Library
  17. ↑ P. L. Sclater: Hylophilus insularis. In: Proceedings of the Zoological Society of London, S. 128–129, 1861, Biodiversity Library
  18. ↑ Hylophilus flavipes in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2021. Eingestellt von: BirdLife International, 2021. Abgerufen am 24. September 2025.