Buttenwiesen

Wappen Deutschlandkarte
Buttenwiesen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Buttenwiesen hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 48° 36′ N, 10° 43′ OKoordinaten: 48° 36′ N, 10° 43′ O
Bundesland:Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Dillingen an der Donau
Höhe: 415 m ü. NHN
Fläche: 59,49 km²
Einwohner: 6124 (31. Dez. 2025)
Bevölkerungsdichte: 103 Einwohner je km²
Postleitzahl: 86647
Vorwahl: 08274
Kfz-Kennzeichen: DLG, WER
Gemeindeschlüssel: 09 7 73 122
Gemeindegliederung: 19 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 4
86647 Buttenwiesen
Website: www.buttenwiesen.de
Erster Bürgermeister: Hans Kaltner (CSU)
Lage der Gemeinde Buttenwiesen im Landkreis Dillingen an der Donau
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Karte
Buttenwiesen und Pfaffenhofen a.d.Zusam (im Hintergrund)
Rathaus in Buttenwiesen (2004)

Buttenwiesen ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Dillingen an der Donau. Die heutige Gemeinde wurde 1978 aus den ehemals selbstständigen Gemeinden Pfaffenhofen a.d. Zusam, Unterthürheim, Frauenstetten, Lauterbach, Oberthürheim, Wortelstetten und Buttenwiesen gebildet.

Geographie

Geographische Lage

Die Gemeinde gehört zur Region Augsburg. Die Gemeinde liegt im unteren Zusamtal.

Gemeindegliederung

Es gibt 19 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Es gibt die Gemarkungen Buttenwiesen, Frauenstetten, Lauterbach, Oberthürheim, Pfaffenhofen an der Zusam, Unterthürheim und Wortelstetten.

Geschichte

Bis zur Gründung der Gemeinden

Die Burg Buttenwiesen war im 12. und 13. Jahrhundert im Besitz der Herren von Eberstall-Reisensburg und kam um 1270 an die Markgrafschaft Burgau, die bis in das frühe 19. Jahrhundert die Ortsherrschaft in Buttenwiesen innehatte. Der Ort Buttenwiesen war Sitz eines Oberen und Unteren Gerichts der zu Österreich gehörenden Markgrafschaft. Mit den Friedensverträgen von Brünn und Preßburg 1805 kam der Ort zu Bayern.

Auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde wurden durch das bayerische Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinden Buttenwiesen, Frauenstetten, Lauterbach, Oberthürheim, Pfaffenhofen a. d. Zusam, Unterthürheim und Wortelstetten gebildet.

20. Jahrhundert

Ab Mitte der 1970er Jahre wurden Überlegungen angestellt, im Gemeindeteil Pfaffenhofen an der Zusam ein Kernkraftwerk zu errichten. Der potentielle Standort wurde erst 1999 per Kabinettsbeschluss aufgegeben.

Eingemeindungen

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Mai 1978 die Gemeinden Frauenstetten, Lauterbach, Pfaffenhofen an der Zusam, Thürheim und Wortelstetten eingegliedert. Die Gemeinde Thürheim war erst zwei Jahre vorher, am 1. Januar 1976, durch den Zusammenschluss der ehemaligen Gemeinden Oberthürheim und Unterthürheim neu gebildet worden.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
19614493
19704490
19874864
19915058
19955451
20005627
20055757
20105712
20155776
20205988
20216094

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 4848 auf 5936 um 1.088 Einwohner bzw. um 22,4 %.

Laut Bevölkerungsvorausberechnung des Bayerischen Landesamts für Statistik soll die Einwohnerzahl bis 2039 konstant bleiben, der Altenquotient aber von 29,0 % (2019) auf dann 43,7 % steigen.

Politik

Bürgermeister

1978 wurde der Bauingenieur Georg Kaltner (* 1924 in Lauterbach) Erster Bürgermeister (CSU) von Buttenwiesen. Hans Kaltner wurde 2016 erstmals zum Ersten Bürgermeister von Buttenwiesen gewählt. Die Wiederwahl erfolgte im Jahr 2022.

Gemeinderat

Der Gemeinderat besteht aus 20 Mitgliedern. Seit der Gemeinderatswahl im Jahr 2026 setzt sich dieser wie folgt zusammen:

Parteien und

Wählergemeinschaften

%
2026
Sitze
2026
%
2020
Sitze
2020
Bürgerliste Lauterbach-Illemad 16,3 3 17,4 3
Bürgervereinigung Wortelstetten-Neuweiler 14,4 3 12,6 3
Bürgervereinigung Pfaffenhofen 13,5 3 14,0 3
Bürgervereinigung Unterthürheim 12,4 3 13,6 3
Freie Wähler 12,2 2 10,9 2
Bündnis 90/Die Grünen Bayern 9,0 2 13,2 3
Bürgerblock Frauenstetten-Hinterried 9,0 2 7,4 1
BLB 7,2 1 – –
Freie Wählergemeinschaft Oberthürheim 6,0 1 5,0 1
Freie Wählergruppe Buttenwiesen – – 5,8 1
Gesamt 100,0 20 100,0 20
Wahlbeteiligung in % 63,5 61,5

Finanzen

2013 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 5.724.000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) 2.198.000 €.

Wappen

Ehemalige Synagoge
Teilansicht des Jüdischen Friedhofs
Blasonierung: „Durch eine eingeschweifte, fünfmal von Rot und Silber geteilte und mit einem goldenen Pfahl belegte Spitze gespalten, vorne in Silber ein durchgehendes schwarzes Tatzenkreuz, hinten in silbernem, schwarzgefugtem Mauerwerk eine schwarze spitzbogige Tür mit zwei linksangeschlagenen goldenen Volutenbändern.“
Wappenbegründung: Die Gemeinde Buttenwiesen besteht seit 1978 aus den ehemals selbstständigen Gemeinden Pfaffenhofen a.d. Zusam, Unterthürheim, Frauenstetten, Lauterbach, Oberthürheim, Wortelstetten und Buttenwiesen. Der goldene Pfahl im Gemeindewappen weist auf das ehemalige burgauische Gerichtsvogteiamt in Buttenwiesen hin. Die Burg Buttenwiesen war im 12. und 13. Jahrhundert im Besitz der Herren von Eberstall-Reisensburg und kam um 1270 an die Markgrafen von Burgau, die bis ins frühe 19. Jahrhundert die Ortsherrschaft in Buttenwiesen innehatte. Das schwarze Tatzenkreuz erinnert an den Deutschen Orden, der im Gemeindegebiet begütert war und zwischen 1237 und 1250 den Kirchensatz von Lauterbach innehatte. Die Tür steht redend für den Minnesänger Ulrich von Thürheim und ist dem Wappen der beiden ehemaligen Gemeinden Oberthürheim und Unterthürheim entnommen.

Dieses Wappen wird seit 1993 geführt.

West-/Nordseite der Kirche Hl. Dreifaltigkeit

Sehenswürdigkeiten

St. Stephan in Lauterbach

Bodendenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft

Es gab nach der amtlichen Statistik 2019 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft keine, im Produzierenden Gewerbe 1025 und im Bereich Handel und Verkehr 761 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 71 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 2711. Im verarbeitenden Gewerbe gab es fünf, im Bauhauptgewerbe 14 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 2016 76 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 3932 Hektar. Davon waren 3308 Ackerfläche und 624 Dauergrünfläche.

Bildung

Im Ort gibt es die Ulrich-von-Thürheim-Grundschule Buttenwiesen und fünf Kindergärten.

Verkehr

Buttenwiesen liegt an der Staatsstraße 2027, die Wertingen mit Donauwörth verbindet. Im öffentlichen Nahverkehr wird Buttenwiesen durch folgende Linien des Augsburger Verkehrsverbunds und der Regionalbus Augsburg bedient:

Buslinien nach Buttenwiesen
Verbund Linie Laufweg Bedienungshäufigkeit
AVV404Nordendorf (DB) – Ehingen – Buttenwiesen – WertingenMontag bis Freitag fünfmal täglich. Samstags und sonntags kein Verkehr
AVV405Mertingen (DB) – Buttenwiesen – Frauenstetten – WertingenMontag bis Freitag 14-mal täglich. Samstags und sonntags kein Verkehr
RBARFBFrauenstetten – Buttenwiesen – Lauterbach – Blindheim – Höchstädt an der Donau (DB)Rufbus. Montag bis Freitag an Schultagen einmal täglich. Samstags, sonntags und in den Ferien kein Verkehr

Von 1905 bis 1998 hatte Buttenwiesen einen Bahnhof an der Bahnstrecke Mertingen–Wertingen. Bereits 1981 wurde jedoch der Personenverkehr auf der Bahnstrecke eingestellt und durch Busse ersetzt. Zum Fahrplanwechsel 1993/1994 wurde das ÖPNV-Angebot weiter reduziert – seither ist Buttenwiesen an Wochenenden und Feiertagen nicht mehr im Nahverkehr erreichbar. Am 9. Juli 2020 wurde im Positionspapier des VDV die Strecke als Prüffall einer zu reaktivierenden Bahnstrecke genannt. Sie trägt die Nummer 5311.

Regenerative Energien

In der Gemeinde gibt es drei Windkraftanlagen, zwei Solarparks, fünf Biogasanlagen, Bürgersolardächer auf allen geeigneten öffentlichen Gebäuden und drei Wasserkraftwerke. Außerdem gibt es ein preisgekröntes Konzept für eine Dreifachsporthalle, die eine Biomasseheizanlage hat. Die Gemeinde Buttenwiesen ist im Jahr 2023 als Energie-Kommune von der Agentur für Erneuerbare Energien ausgezeichnet worden.

Persönlichkeiten

Commons: Buttenwiesen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Einwohnerzahlen – Stand: 31. Dezember 2025. (PDF; 4,1 MB) Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke in Bayern. In: statistik.bayern.de. Bayerisches Landesamt für Statistik, Mai 2026, abgerufen am 21. Mai 2026 (Hilfe dazu).
  2. ↑ Gemeinde Buttenwiesen in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 31. August 2019.
  3. ↑ Gemeinde Buttenwiesen, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 10. Dezember 2021.
  4. ↑ Kurzstudie - Kernkraftwerk Pfaffenhofen (Memento vom 20. April 2023 im Internet Archive) (PDF-Datei; 474 kB)
  5. 1 2 3 Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 769–771 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
  6. ↑ Demographie-Spiegel für Buttenwiesen. Bayerisches Landesamt für Statistik, August 2021, abgerufen am 25. Januar 2023.
  7. ↑ Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 604.
  8. ↑ Kommunalwahl 2026 in Buttenwiesen: Die Ergebnisse der Gemeinderatswahl. 9. März 2026, abgerufen am 30. Juni 2026.
  9. ↑ Wappen von Buttenwiesen in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  10. ↑ histoliga: Die Nebenbahn Mertingen-Wertingen, Teil 3: Nach der Stillegung ab 1981. In: Fahrplangeschichte(n). 14. Januar 2012, abgerufen am 19. März 2025.
  11. ↑ VDV: Reaktivierung von Eisenbahnstrecken. Abgerufen am 5. August 2020.
  12. ↑ Archivierte Kopie (Memento vom 22. August 2010 im Internet Archive)
  13. ↑ Archivierte Kopie (Memento vom 22. August 2010 im Internet Archive)