Côte des Forges

Stan-Ockers-Denkmal an der Côte des Forges
Das Banner über der Straße markiert das Ende der Steigung bei Lüttich–Bastogne–Lüttich 2021.
Renngeschehen 2021

Die Côte des Forges ist ein Abschnitt der belgischen Nationalstraße N62 im Bereich der Gemeinde Sprimont, der seine Bekanntheit den Radrennen Flèche Wallonne und Lüttich–Bastogne–Lüttich verdankt. Entlang der Strecke steht ein Denkmal für den Rennfahrer Stan Ockers.

Beschreibung

Die Côte des Forges ist Teil der N62, die von Spa kommend nach Lüttich führt. Der im Radsport so genannte Straßenabschnitt trägt im Alltag den Namen Thier des Forges und liegt in den Hügeln oberhalb der Täler von Ourthe und Vesdre südöstlich von Lüttich. Er beginnt an dem in einer Bachmulde gelegenen Weiler Les Forges, am Treffpunkt der N62 mit der von der Vesdre heraufführenden N673. Von Les Forges aus führt die Straße in nordwestlicher Richtung bergauf. Nach anderthalb Kilometern zweigt linkerhand die N674 Richtung Méry an der Ourthe ab. Die N62 selbst läuft weiter geradeaus und erreicht ihren höchsten Punkt etwa einen Kilometer später an der Gemeindegrenze zwischen Sprimont und Chaudfontaine am Croix Michel.

Laut topographischer Karte des NGI liegt der Beginn bei etwa 180 m Meereshöhe, der Abzweig der N674 bei 285 m und der Hochpunkt bei etwas über 300 m. Im Rahmen des Rennens Lüttich–Bastogne–Lüttich wird die Länge mit 1,3 km und die durchschnittliche Steigung mit 7,8 % angegeben.

Geschichte

Die Côte des Forges spielte erstmals eine Rolle bei Flèche Wallonne, als dieses Rennen in der Zeit von 1948 bis 1959 von Charleroi nach Lüttich führte, mit der Côte des Forges als letzter Steigung. Ab 1950 wurden Flèche Wallonne und Lüttich–Bastogne–Lüttich an zwei aufeinanderfolgenden Tagen ausgetragen, dem so genannten Weekend ardennais. In dieser Zeit war Stan Ockers einer der populärsten Rennfahrer Belgiens. Er erzielte seinen ersten großen Sieg bei Flèche Wallonne 1953, als er auf der Côte des Forges seine letzten Konkurrenten hinter sich ließ. 1955 gewann er das Ardennen-Double und wurde Weltmeister. Zudem holte er das Grüne Trikot der Tour de France, was er im Jahr darauf wiederholte. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere stehend, kam er im Herbst 1956 beim Sechstagerennen von Antwerpen ums Leben. Zu seinem Andenken wurde ihm bereits im Mai 1957 am Hochpunkt der Côte des Forges ein lebensgroßes steinernes Denkmal errichtet. Mit dessen Schaffung war der Bildhauer Louis Van Cutsem beauftragt worden, der sich bereits mit mehreren sportbezogenen Kunstwerken hervorgetan hatte.

Seit 1960 war Lüttich nicht mehr Zielort von Flèche Wallonne. Die Côte des Forges stand jedoch regelmäßig im Programm von Lüttich–Bastogne–Lüttich. Mit der 1992 erfolgten Verlegung des Ziels nach Ans, einem Vorort auf den Höhen westlich von Lüttich, verlor die Côte des Forges vorübergehend an Bedeutung. Sie wurde nur ausnahmsweise zur 100. Ausgabe des Rennens 2014 befahren.

2019 wurde das Ziel wieder zurück nach Lüttich verlegt, und die Côte des Forges wurde erneut regelmäßiger Bestandteil, nunmehr als vorletzte Steigung zwischen der Côte de la Redoute und der Côte de la Roche-aux-Faucons. 2021 fand sie Eingang in die Strecke des Frauenrennens Liège–Bastogne–Liège Femmes. 2022 entfiel sie ausnahmsweise infolge der Hochwasserschäden aus dem Vorjahr. In der Tour de France Femmes 2024 wurde die Côte des Forges auf der 4. Etappe passiert und war als Bergwertung der 3. Kategorie klassiert. Sie steht auch weiterhin gelegentlich im Programm von Flèche Wallonne, so 2023 oder 2026, dann jedoch in der Anfangsphase des Rennens, bevor dieses in Huy endet. In diesen Zusammenhängen wird jeweils der Abschnitt von Les Forges bis zum Abzweig der N674 befahren und das Stan-Ockers-Denkmal daher nicht passiert.

Commons: Côte des Forges – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Liège-Bastogne-Liège 2021 : notre présentation complète de la 5e édition féminine. Cyclisme Revue, 24. April 2021 (französisch).
  2. ↑ Het Nieuwsblad, 21. April 1948, Seite 5, Spalte 3, Abschnitt De Wegwijzer (Digitalisat)
  3. ↑ De Standaard, 25. April 1959, Seite 11, Spalte 1, Abschnitt De Wegwijzers (Digitalisat)
  4. ↑ À la découverte de sportifs honorés en pays wallon – Stan Ockers. Institut Jules Destrée, 9. Januar 2024 (französisch).
  5. ↑ Mémorial Stan Ockers à Sprimont. Connaître la Wallonie, abgerufen am 16. April 2026 (französisch).
  6. ↑ Louis Van Cutsem in der Datenbank von Olympedia.org (englisch), abgerufen am 16. April 2026.
  7. ↑ Le Peuple, 9. Mai 1960, Seite 8, Spalte 4 (Digitalisat)
  8. ↑ Le Peuple, 27. April 1968, Seite 13, Spalten 7 und 8 (Digitalisat)
  9. ↑ Le Peuple, 19. April 1975, Seite 12, Spalte 6 (Digitalisat)
  10. ↑ Retour aux Forges. L’Équipe, 17. April 2014 (französisch).
  11. ↑ Liège-Bastogne-Liège : la côte de Cornémont plus intéressante que le retour des Forges ? "Ça va créer du mouvement". RTBF, 21. April 2023 (französisch).
  12. ↑ Liège-Bastogne-Liège : la fête du vélo pour oublier les terribles inondations de l'été dernier. France Info, 24. April 2022 (französisch).
  13. ↑ La Flèche Wallonne 2023 Preview. The Big Gear, 18. April 2023 (französisch).
  14. ↑ La Flèche Wallonne 2026 route. CyclingNews, 30. März 2026 (englisch).

Koordinaten: 50° 32′ 50,5″ N, 5° 40′ 14,4″ O