| COWI Holding A/S | |
|---|---|
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| Gründung | 1930 |
| Sitz | Kongens Lyngby, |
| Leitung | Lars Peter Søbye (CEO) |
| Mitarbeiterzahl | 6600 |
| Umsatz | 6.151 Mio. DKK |
| Branche | Ingenieurwesen |
| Website | www.cowi.com |
| Stand: 2017 | |

COWI ist eines der größten skandinavischen Ingenieurbüros für Bauwesen mit Niederlassungen weltweit. Sitz ist Lyngby bei Kopenhagen. Es wurde 1930 von Christen Ostenfeld gegründet.
Rund 15 Prozent der Anteile halten ehemalige oder aktive Beschäftigte der Firma, der Rest ist in Stiftungsbesitz. CEO ist seit 2008 Lars Peter Søbye. Insgesamt war COWI bis 2017 an rund 50.000 Projekten in 175 Ländern beteiligt und unterhält Niederlassungen in 35 Ländern. 2015 erzielte COWI einen Umsatz von 747 Millionen Euro.
Das Unternehmen hat rund 6300 Beschäftigte, neben Bauingenieuren und Architekten auch eine Vielzahl anderer Spezialisten (Geologen, Soziologen, Wirtschaftswissenschaftler u. a.). Das Unternehmen berät auch in Umwelt- und Klimafragen, in ökonomischen Fragen und im Energiesektor, so analysierte COWI u. a. 2009 im Auftrag der EU die Auswirkungen der Klimaschutzmaßnahmen der EU auf Entwicklungsländer, die Umweltverträglichkeit der geplanten Fehmarnbelt-Verbindung und liefert auch soziologische Studien, so 2008/09 zur Verbesserung der Arbeits- und Haftbedingungen in dänischen Gefängnissen und untersuchte 2007 bis 2008 sexuelle Diskriminierung in der EU.
Christen Ostenfeld (1900–1976) war der Sohn des Stahlbetonpioniers und Bauingenieurprofessors Asger Ostenfeld. Er kehrte 1930 nach mehreren Jahren im Ausland nach Dänemark zurück und gründete das Ingenieurbüro in seiner Wohnung als Einmannbetrieb. Der erste Auftrag war 1931 der Umbau der National Scala, wofür er Stahlbeton einsetzte, um die Terminvorgaben einhalten zu können. 1931 erfolgte die Einweihung mit 2000 Gästen. Nach diesem ersten Erfolg konstruierte er die 1942 eingeweihte Aggersundbrücke über den Limfjord, eine Bogenbrücke aus Stahl mit 150 m Spannweite, die als erste große Brücke in Dänemark von einem Ingenieurbüro aus dem Privatsektor geplant wurde. Vorher lag das Monopol bei der Dänischen Staatsbahn.
1938 folgte die K. B. Hallen (in Kopenhagen, Frederiksberg), in der in den 1950ern und 1960er Jahren viele Rock-Konzerte und das einzige Beatles-Konzert in Dänemark stattfanden und die damals mit 5000 Sitzplätzen der größte private Sportkomplex Europas war. 1946 wurde Wriborg W. Jønson Partner und die Firma, die damals 25 Beschäftigte hatte, nannte sich ab da Chr. Ostenfeld & W. Jønson. In den 1940er Jahren leitete der Bodenmechaniker Laurits Bjerrum die Abteilung Grundbau.

Bekannt war COWI auch für zylindrische Silos aus Spannbeton (Ostenfeld Silo), was erheblich reduzierte Wanddicken (rund 25 cm) ermöglichte. Ein Beispiel ist das 85 m hohe Carlsberg Silo in Kopenhagen-Vesterbro von 1956/57.
Ein weiterer Meilenstein war die Spannbeton-Hängebrücke in Uittamo in Finnland (1960), insbesondere für die Brückenbau-Sparte der Firma. COWI wurde führend in Skandinavien und begann sich weltweit auszudehnen u. a. nach Ghana und Paris. DAas Unternehmen konstruierte die 1965 bis 1970 gebaute Ny Lillebæltsbro über den Kleinen Belt und planten die Storebæltsbroen über den Großen Belt, die mit über 1600 m Spannweite eine der längsten Hängebrücken der Welt ist (in Betrieb ab 1998). Konstrukteur bei Letzterer war Klaus Ostenfeld, der Neffe des Gründers, der auch die Leitung der Firma übernahm. Ein weiteres großes Projekt der Firma war 1994 bis 2002 die Metro von Kopenhagen. COWI war für die Gesamtplanung und -überwachung zuständig.
Nachdem Christian Ostenfeld 1972 in den Ruhestand gegangen war, wurde die Firma zu COWIconsult. 1979 gab es 800 Beschäftigte und ein Drittel des Umsatzes erfolgte im Ausland, darunter in der Sowjetunion, in Afrika und dem Mittleren Osten. Insbesondere nach der Wende in Osteuropa expandierte COWI mit Zweigniederlassungen in Moskau, Lettland, Litauen und Ungarn. Ein Beispiel ist die Kuryanovo Abwasseranlage in Moskau (1992). Abwasseraufbereitungsanlagen waren ein weiterer Schwerpunkt von COWI, ebenso der Hafen- und Uferbau.
2002 wurden zwei führende skandinavische Ingenieurbüros übernommen, Kampsax und Interconsult. 2009 folgte die Übernahme der schwedischen Flygfältsbyrån und 2014 des englischen Tunnelbauspezialisten Donaldson Associates.
Weitere Projekte waren der Tanzam Highway in Tansania (2005), der Offshore-Windpark London Array (2009) und die Doha Metro in Katar (2013).
2017 übernahm COWI die britische Flint & Neill (1958 gegründet, bekannt unter anderem für den Lotustempel in Neu-Delhi, das National Theatre in London, die Verstärkung der West Gate Bridge und die Bridge of Aspiration in der Royal Ballet School).
Weitere Projekte von COWI: