Caesiumsulfid

Kristallstruktur
Keine Zeichnung vorhanden
Allgemeines
Name Caesiumsulfid
Andere Namen
  • Dicaesiumsulfid
  • Caesiummonosulfid
Verhältnisformel Cs2S
Kurzbeschreibung

weißer bis blassgelber Feststoff

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 12214-16-3
PubChem 14496896
ChemSpider 22499401
Wikidata Q4445885
Eigenschaften
Molare Masse 297,88 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

4,19 g·cm−3

Schmelzpunkt

520 °C

Löslichkeit

Zersetzung in Wasser

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Caesiumsulfid ist eine anorganische chemische Verbindung des Caesiums aus der Gruppe der Sulfide.

Gewinnung und Darstellung

Caesiumsulfid kann durch Reaktion von stöchiometrischen Mengen von Caesium mit Schwefel in Ammoniak oder durch Erhitzen im Vakuum gewonnen werden.

Weiterhin kann Schwefelwasserstoff in eine Caesiumhydroxid-Lösung geleitet werden. Wird diese Lösung getrocknet, kristallisiert Caesiumsulfid aus. Wird zusätzlich Schwefel in diese Lösung gegeben, entstehen Polysulfide.

Eigenschaften

Caesiumsulfid ist ein weißes bis blassgelbes, kristallines Pulver oder doppelbrechende Kristalle. An feuchter Luft zerfließt die Verbindung unter Zersetzung. In Wasser zersetzt sich Caesiumsulfid unter starker Wärmeentwicklung mit heftiger Reaktion.

Die Verbindung besitzt eine orthorhombische Kristallstruktur mit der Raumgruppe Pnma (Raumgruppen-Nr. 62)Vorlage:Raumgruppe/62 mit den Gitterparametern a = 8,57 Å, b = 5,38 Å und c = 10,3 Å. Die Schwefelionen bilden eine hexagonal-dichteste Kugelpackung, Caesium je zur Hälfte Oktaeder- und Tetraederlücken. Eine identische Struktur besitzt Caesiumselenid. Bei hohem Druck geht sie in eine andere Kristallstruktur mit gleicher Raumgruppe über.

Verwendung

Caesiumsulfid kann zur Herstellung von Halbleitermaterialien und Photokathoden verwendet werden.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 Jean D'Ans, Ellen Lax: Taschenbuch für Chemiker und Physiker. Springer Berlin Heidelberg, 2013, ISBN 978-3-642-58842-6, S. 416 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. ↑ Dieser Stoff wurde in Bezug auf seine Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  3. ↑ Dictionary of Inorganic Compounds. Chapman & Hall, 1992, ISBN 0-412-30120-2, S. 3098 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. 1 2 Helmut Sommer, Rudolf Hoppe: Die Kristallstruktur von Cs2S. mit einer Bemerkung über Cs2Se, Cs2Te, Rb2Se und Rb2Te. In: Zeitschrift für anorganische und allgemeine Chemie. Band 429, Nr. 1, 1977, S. 118–130, doi:10.1002/zaac.19774290116.
  5. ↑ Wilhelm Biltz, Ernst Wilke-Dörfurt: Über Sulfide des Rubidiums und Cäsiums. In: Zeitschrift für anorganische Chemie. Band 48, Nr. 1, 1905, S. 297–318, doi:10.1002/zaac.19060480122.
  6. ↑ D. Santamaría-Pérez, A. Vegas, C. Muehle, M. Jansen: Structural behaviour of alkaline sulfides under compression: High-pressure experimental study on Cs2S. In: The Journal of Chemical Physics. Band 135, Nr. 5, 2011, doi:10.1063/1.3617236.
  7. ↑ Hermann Sicius: Handbook of the Chemical Elements. Springer Berlin Heidelberg, 2024, ISBN 978-3-662-68921-9, S. 60 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).