

Cai Xiang (chinesisch 蔡襄, Pinyin Cài Xiāng, W.-G. Ts'ai Hsiang; geboren 1012; gestorben 1067) war ein chinesischer Kalligraph, Politiker, Bauingenieur, Dichter und Teemeister. Zusammen mit Su Shi, Huang Tingjian und Mi Fu zählt Cai Xiang zu den vier großen Meistern der Song-Kalligraphie.
Cai Xiang kam 1012 während der Dazhongxiangfu-Ära der Nördlichen Song-Dynastie im Kreis Xianyou der Präfektur Xinghua zur Welt, der heute zum Verwaltungsgebiet Putian in der Provinz Fujian gehört.
Sein Vater, Cai Xiu, war zunächst Bauer in Fengtingyi, Kreis Xianyou, später arbeitete er als Beamter in Quanzhou. Seine Mutter, geborene Lu, war die Tochter von Lu Ren, einem angesehenen Gelehrten aus dem Dorf Guifeng im Kreis Huian (heute Stadt Houlong, Hafenbezirk Quanzhou). Mit fünfzehn Jahren nahm Cai Xiu an der Provinzprüfung teil, mit achtzehn Jahren trat er in die Kaiserliche Akademie ein. 1030 nahm er an der Provinzprüfung in Kaifeng teil und belegte den ersten Platz. 1031 bestand er die kaiserliche Prüfung, womit er den Grad eines Jinshi erwarb.
Nach dem Abschluss seiner Ausbildung 1031 wurde Cai Xiang zum Militärrichter in Zhangzhou ernannt. 1036 wurde er zum Richter der Westlichen Hauptstadt ernannt. Im Mai desselben Jahres wurde Fan Zhongyan, der amtierende Präfekt von Kaifeng, wegen Beleidigung des Premierministers Lü Yijian degradiert. Auch Ouyang Xiu, ein Kollektor der Kaiserlichen Akademie, Yu Jing, ein Richter am Gerichtshof für Justizfragen, und Yin Zhu, ebenfalls Kollektor der Kaiserlichen Akademie, wurden degradiert, weil sie sich zum Verfahren gegen Fan Zhongyans Angelegenheiten geäußert hatten. Cai Xiang verfasste das Gedicht „Vier Würdige und ein Unwürdiger“ zur Unterstützung der Angegriffenen.
1039 wurde Cai zusätzlich zum Richter am Gerichtshof für Justizfragen ernannt. Im folgenden Jahr wurde er zum stellvertretenden Kompilator befördert und zum Kollektor an der Kaiserlichen Akademie ernannt. 1043 wurde er zum stellvertretenden Leiter des Sekretariats und Direktor des Zensorats ernannt und ihm wurde der Rang eines Beamten fünften Grades verliehen. Im August 1044 wurde er Direktor des Instituts für Geschichtsschreibung und Mitherausgeber der Tageschronik. Im Oktober desselben Jahres wurde er zum Präfekten von Fuzhou ernannt.
1047 wurde er Transportkommissar des Fujian-Bezirks. Drei Jahre später wurde er zum Richter des Salz- und Eisenamtes der Drei Departements (Struktur der obersten Regierungsverwaltung mit den drei Bereichen Finanzverwaltung, Militärverwaltung und zivile Verwaltung) ernannt. 1051 wurde er zum Richter des Finanzamtes der Drei Departements ernannt. 1052 wurde er zum kaiserlichen Zeichner und anschließend zum Hofbeamten ernannt und fungierte gleichzeitig als kommissarischer Richter bei der internen Personalauswahl des Personalministeriums. 1053 übernahm er zusätzlich die kommissarische Funktion des Prüfers für die kaiserlichen Prüfungen, im Folgejahr wurde er zum Akademiemitglied des Longtu-Pavillons ernannt und fungierte gleichzeitig als kommissarischer Präfekt von Kaifeng. 1055 wurde er zum Akademiemitglied des Geheimen Rates ernannt. 1056 wurde er Vizeminister des Ritenministeriums und erneut Präfekt von Fuzhou.

1058 wurde Cai Xiang nach Quanzhou versetzt und zum amtierenden Präfekten ernannt. Während seiner Amtszeit beaufsichtigte er den Bau der Wan’an-Brücke (später Luoyang-Brücke). Das Projekt dauerte von 1053 bis 1059 und kostete 14 Millionen Tael Silber. Die Brücke war 360 Zhang (chin. Längenmaß, entspricht ca. 3,2 m) lang und 1,5 Zhang breit und wurde beidseitig von Kriegerstatuen flankiert. Später fügte Cai Xiang der Brücke Verzierungen wie neun Pagoden, sieben Pavillons und viele kunstvolle Steinschnitzereien hinzu. Der obere Teil des Brückengeländers war mit steinernen Löwen geschmückt, einige hielten kunstvoll geformte, rollende Steinkugeln im Maul, die als „Löwen mit Perlen“ bezeichnet wurden.
1060 wurde er zum Mitglied der Hanlin-Akademie ernannt und fungierte gleichzeitig als amtierender Präfekt von Kaifeng. 1061 wurde er zum Richter der Drei Departements ernannt, im Folgejahr wurde er zum Vizeminister des Personalministeriums befördert. 1063 wurde ihm die Aufsicht über das kaiserliche Mausoleum übertragen und er wurde zum Kommissar für die Instandsetzung des kaiserlichen Ahnentempels ernannt. Noch im gleichen Jahr wurde er zum Kommissar der Drei Departements ernannt und zum stellvertretenden Zensor befördert. 1065 wurde er von seinem Amt als Kommissar der Drei Departements abberufen, zum Vizeminister des Ritenministeriums, zum Akademiemitglied des Duanming-Hofes („Duanmingdian Xueshi“), zuständig für die schriftliche Kommunikation der kaiserlichen Regierung, und zum Präfekten von Hangzhou ernannt.
In seiner bedeutenden Teeabhandlung Chalu, die um 1050 entstand, schrieb Cai Xiang über Jian’an-Tee. Sie begründete seine Autorität als Teeexperte. Ein wichtiger Schwerpunkt der Schrift war der Wettbewerb um die Farbe und um die beste Wasserqualität, dieser entwickelte sich zu einem wichtigen Thema der Tee-Gelehrten in der Song-Zeit. Davor hatte sich der Gelehrten-Disput um die Teequalität, eine sensorische Bewertung von Geschmack und Geruch gedreht. Cai Xiangs These, dass „je weißer der Tee, desto besser“, wurde von späteren Generationen wie eine eiserne Regel angesehen, was seiner ursprünglichen Intention aber nicht entsprach.

Cai Xiang entwickelte gemeinsam mit Ding Wei auch ein Verfahren für die Herstellung von Drachen- oder Phoenix-Teekuchen, sogenannte Kuas, kunstvoll in vorgegebenen Formen gepresstem Tee von herausragender Qualität, den die Teeregionen in den folgenden Jahrhunderten als Tributtee an die staatlichen Stellen zu liefern hatten.
1059 verfasste er mit dem Lizhi pu die erste Monographie über den Litschibaum. Bedeutend war er weiter als Briefeschreiber und Lyriker. Gemeinsam mit Su Shi, Huang Tingjian, Mi Fu und Wen Tianxiang ist Cai Xiang mit seinen Gedichten im berühmten Löwenhaingarten in Suzhou vertreten. Eine seiner wichtigen kalligraphischen Arbeiten ist sein Bericht über die Wan'an-Brücke. Cai Xiangs Künstlername war „Junmo“.
Im August 1067 starb Cai Xiang. Im Oktober wurde ihm posthum der Titel eines Vizeministers des Personalministeriums verliehen. 1176 wurde ihm posthum der Titel „Zhonghuei“ verliehen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Cai, Xiang |
| ALTERNATIVNAMEN | T'sai, Hsiang; Cai, Zhonghui; Cai, Duanming; Cai, Junmo |
| KURZBESCHREIBUNG | chinesischer Hofbeamter, Kalligraph und Teemeister |
| GEBURTSDATUM | 1012 |
| STERBEDATUM | 1067 |