Stammheim (Calw)

Stammheim
Stadt Calw
Wappen von Stammheim
Koordinaten: 48° 42′ N, 8° 46′ OKoordinaten: 48° 41′ 45″ N, 8° 46′ 16″ O
Höhe: 461 m ü. NHN
Einwohner: 4560 (2022)
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Eingemeindet nach: Calw-Hirsau
Postleitzahl: 75365
Vorwahl: 07051
Stammheim, Ortskern mit Martinskirche
Stammheim, Ortskern mit Martinskirche
Stammheim 1681 im Kieserschen Forstlagerbuch

Stammheim ist ein Teil der Kreisstadt Calw in Baden-Württemberg.

Geographie

Stammheim hat knapp 5000 Einwohner und liegt in einer fruchtbaren Mulde des Heckengäus am Ostrand des Schwarzwalds auf einer Höhe von 469 m ü. NHN. Den höchsten Punkt Stammheims markiert der Daumen (schwäbisch: Doma) mit 610,4 m ü. NHN.

In Stammheim befindet sich die Quelle des Schlittenbachs und das Rehgrundbrünnele, aus dem die Rehgrundklinge entspringt.

Geschichte

Gedenktafel für die Luftangriffe am Rathaus

Bedingt durch die günstige Lage wurde der Ort schon früh besiedelt und gilt als eine der ältesten Siedlungen der Region.

Im Gewann Mühlacker (heute im Bereich Kinderdorfer Straße) wurde 1931 ein keltisches Frauengrab aus der Hallstattzeit angeschnitten. Etwa 120 m westlich des Grabes (heute bei der Dr. Barth-Straße) wurde 1948 eine 1,62 m hohe Steinfigur aus derselben Epoche (700–600 V. Chr.) gefunden, die sogenannte Stele von Calw-Stammheim. Es gibt Bodenfunde einer keltischen Niederlassung aus dem 5. Jahrhundert v. Chr., und im Bereich des evangelischen Jugendheims wurde eine römische Villa rustica ausgegraben. 1973 wurden alemannische Gräber entdeckt. Von Stammheim aus wurde der Schwarzwald in Richtung Westen christianisiert, dabei wurde in Kentheim eine Filialkirche erbaut.

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus der Zeit um 830. Im Mittelalter gehörte das Dorf zum Kloster Hirsau und kam in der Reformationszeit an das Herzogtum Württemberg. In der Talniederung bestand eine Niederadelsburg, die 1968/69 teilweise vom damaligen Staatlichen Amt für Denkmalpflege ausgegraben wurde. Der historische Kern Stammheims wurde kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges bei einem alliierten Luftangriff und einem folgenden Feuer zu ungefähr 40 % zerstört, fünf Menschen kamen dabei ums Leben.

Im Rahmen der baden-württembergischen Gemeindereform wurde am 1. Januar 1975 Stammheim nach Calw-Hirsau eingemeindet. Am 1. Januar 1976 wurde der Name der Stadt von Calw-Hirsau nach Calw geändert.

Ehemaliges Gemeindewappen

Wappen von Stammheim
Wappen von Stammheim
Blasonierung: „In Rot ein goldener Astschrägbalken, einen aus dem rechten Schildunterrand wachsenden, linksgewendeten, goldenen Abtsstab kreuzend.“

Bildung

Stammheim verfügt über drei Kindergärten, eine Grundschule, die Seeäckerschule ein Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum, ein Sprachheilzentrum und das allgemeinbildende Maria-von-Linden-Gymnasium.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Ein besonderer Anziehungspunkt für rund 200.000 Menschen jährlich ist das 2004/2005 renovierte traditionsreiche Freibad. Außerdem lockt der nahe Schwarzwald mit seinen Heilquellen und der Schönbuch mit zahlreichen Wanderwegen viele Touristen in die Region.

Literatur

Commons: Stammheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Citypopulation. Abgerufen am 11. Dezember 2025.
  2. ↑ Karten und Daten des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  3. ↑ Dirk Krause, Günther Wieland, Felicitas Schmitt (Hrsg.): Die Kelten in Baden-Württemberg. Theiss, Freiburg, Basel, Wien 2025, ISBN 978-3-534-61034-1, S. 387.
  4. ↑ Wolfgang Kimmig: Eisenzeitliche Grabstelen In Mitteleuropa. Versuch eines Überblicks. In: Landesdenkmalamt Baden-Württemberg, Stuttgat (Hrsg.): Fundberichte aus Baden-Württemberg. Band 12. E. SCHWEIZERBART’SCHE VERLAGSBUCHHANDLUNG (NÄGELE u. OBERMILLER), Stuttgart 1987, ISBN 3-510-49112-2, S. 268 (uni-heidelberg.de).
  5. ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 488 f. (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
  6. ↑ Website der Evangelischen Kirchengemeinde Stammheim-Holzbronn
  7. ↑ Schloss Stammheim (Schlössle) in der privaten Datenbank Alle Burgen. Abgerufen am 4. Dezember 2018.
  8. ↑ H. W. Heine: Wenig bekannte Burgstellen im Kreis Calw. In: Landesdenkmalamt Baden-Württemberg (Hrsg.): Denkmalpflege in Baden-Württemberg. 7. Jahrgang Januar-März 1978, S. 34 ff. (archive.org).
  9. ↑ Natur trifft Kultur auf der Homepage der Stadt Calw; abgerufen am 12. Februar 2016.