Camila Acosta

Camila Acosta Rodríguez (* 23. Juni 1993 auf der Isla de la Juventud) ist eine regimekritische kubanische Journalistin. Unter anderem schreibt sie regelmäßig für die spanische Tageszeitung ABC. Ihr Schwerpunkt liegt dabei bei der Menschenrechtssituation in Kuba. Wegen ihrer regimekritischen Einstellung steht sie im ständigen Konflikt mit dem kubanischen Machtapparat.

Leben und Wirken

Camila Acosta wuchs auf der Isla de la Juventud (spanisch für: Jugendinsel), einer Insel südlich der Hauptstadt Havanna, auf. Im Alter vom 15 Jahren gewann sie ein Stipendium für die prestigeträchtige voruniversitäre Bildungseinrichtung Wladimir Iljitsch Lenin in Havanna. Nach dem Abschluss 2011 studierte sie an der Universität Havanna Journalistik.

Nach Abschluss des Studiums im Jahr 2016 begann sie für verschiedene Medien zu arbeiten, darunter das offizielle Zentralorgan der kommunistischen Partei Granma sowie der lokale TV-Sender Canal Habana. Für zwei ihrer in dieser Zeit entstandenen Dokumentationen über kubanische Freimaurerei wurde sie ausgezeichnet.

Nach nur eineinhalb Jahren kündigte sie beim Canal Habana wegen starker Zensur und fehlender Meinungsfreiheit. In Folge entschied sie sich bewusst gegen die Arbeit in staatlichen Medien und das politische System. Jedoch ermöglichte ihr ihre damalige Tätigkeit, für kubanische Normalbürger bestehende Zensurmaßnahmen problemlos zu umgehen und sich unabhängig im Internet zu informieren.

Nach ihrer Kündigung bei Canal Habana arbeitete sie zunächst als unabhängige Journalistin, ab August 2019 dann als Reporterin und Journalistin für CubaNet. Daneben veröffentlichte sie Artikel in Publikationen wie Periodismo de Barrio, El Toque und OnCuba. Seit dieser Zeit steht sie unter Beobachtung durch die kubanische Staatssicherheit.

Nach den landesweiten Protesten am 11. Juli 2021 wurde sie wegen ihrer diesbezüglichen Berichterstattung am Folgetag kurzzeitig (für vier Tage) festgenommen, unter Hausarrest gestellt und monatelang überwacht. Schließlich musste sie eine Geldstrafe zahlen, um ein Gerichtsverfahren zu vermeiden; zudem wurden viele ihrer persönlichen Gegenstände beschlagnahmt.

Heute arbeitet Camila Acosta weiterhin als unabhängige, regimekritische Journalistin, trotz anhaltender staatlicher Verfolgung, Überwachung und wiederholten Repressionen. Sie berichtet vor allem aus Havanna über Menschenrechte, politische Gefangene und die Lage im Land. Außerdem schreibt sie als Korrespondentin für die spanische Tageszeitung "ABC".

Privat ist sie mit dem ebenfalls regimekritischen Schriftsteller Ángel Santiesteban liiert.

Einzelnachweise

  1. ↑ Camila Acosta. In: Amazon. Abgerufen am 18. April 2026 (spanisch).
  2. ↑ TED A. HENKEN: Camila Acosta: “My Awakening” - No Country Magazine. 26. Mai 2021, abgerufen am 6. Mai 2026 (amerikanisches Englisch).
  3. ↑ Cuban journalist Camila Acosta is fined 1,000 pesos for reporting about 11J – Translating Cuba. Abgerufen am 6. Mai 2026.
  4. ↑ Agregar Infobae enAgrega Infobae a tus medios preferidos en Google: La dictadura cubana detuvo a la corresponsal del diario español ABC. 12. Juli 2021, abgerufen am 6. Mai 2026 (spanisch).
  5. ↑ Artículos escritos por Camila Acosta en Diario ABC. 5. Mai 2026, abgerufen am 6. Mai 2026 (spanisch).
Personendaten
NAME Acosta, Camila
ALTERNATIVNAMEN Acosta Rodríguez, Camila (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG kubanische Journalistin
GEBURTSDATUM 23. Juni 1993
GEBURTSORT Isla de la Juventud, Kuba