| Rossameisen | ||||||||||||
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Präparat einer Rossameise in Acryl | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Camponotus | ||||||||||||
| Mayr, 1861 |

Rossameisen (Camponotus) oder Holzameisen sind eine Gattung der Ameisen (Formicidae) aus der Unterfamilie der Schuppenameisen (Formicinae). Ihr gehören weltweit über 1000 Arten an, in der Paläarktis kommen davon mindestens 100 sehr große Arten vor.

Die Antennen entspringen deutlich hinter dem Clypeushinterrand. Die Öffnung der Metapleuraldrüse fehlt. Im Gegensatz zu den Waldameisen ist die Oberseite des Thorax gleichförmig gebogen, ohne tiefere Einkerbungen.
Die Schwarze Rossameise (Camponotus herculeanus) und die Braunschwarze Rossameise (Camponotus ligniperda) sind die größten mitteleuropäischen Ameisen. Sie werden bis zu 18 Millimeter lang.
Arbeiterinnen von Camponotus zeigen einen Kastendimorphismus. Es gibt große major-Arbeiterinnen, bei denen die Mandibeln größer ausgebildet sind und die die Funktion von Soldatinnen ausüben. Daneben gibt es auch kleinere minor-Arbeiterinnen, die für das Sammeln von Nahrung und die Versorgung der Brut zuständig sind. Auch die Stöpselkopfameise (Colobopsis truncatus, ehem. Camponotus truncatus) weist einen Kastendimorphismus auf, der bei dieser Art besonders auffällig ist, da die major-Arbeiterinnen einen stöpselförmigen Kopf besitzen (Türschließermorphe).
Die Männchen und Jungköniginnen der europäischen Arten überwintern zweimal im Mutternest; einmal als Larve und einmal als Imago. Häufig setzt sich eine Kolonie aus einer zentralen Hauptkolonie zusammen, die von kleineren Nebenkolonien umgeben und unterstützt wird. Erst im dritten Jahr verlassen sie die Kolonie. Auffallend ist, dass sich Männchen oft an der Trophallaxis und Brutpflege beteiligen. Obwohl auch als Holzameisen bezeichnet, sind nicht alle heimischen Camponotus-Arten arboricol (baumbewohnend).
Viele Rossameisen sind aphidophil, d. h., sie leben häufig mit myrmekophilen Schnabelkerfen in Trophobiose zusammen, die sie beschützen und von denen sie exzernierte Nährstoffe erhalten.
Die australische Camponotus inflatus ist eine der geschätztesten Honigtopfameisen, deren Angehörige soviel Futter in ihren Gastern aufnehmen können, dass sie praktisch bewegungsunfähige Speicherameisen werden.
Bei Florida-Holzameisen (Camponotus floridanus) wurden Oberschenkelamputationen unter Artgenossen nach Verletzungen beobachtet.
Wie andere Schuppenameisen verfügen Rossameisen über ein ameisensäurehaltiges Giftsekret, das in der Giftdrüse produziert und gespeichert und über eine abdominale Öffnung, den Acidoporus, abgegeben werden kann. Rossameisen nutzen ihr Gift für die Jagd, zur Verteidigung sowie zur Alarmkommunikation und Rekrutierung. In einigen Fällen verwenden Rossameisen ihr Gift zur Detoxifizierung der alkaloidhaltigen Gifte von Feuerameisen (Solenopsis spp.). Florida-Holzameisen (Camponotus floridanus) schlucken ihr eigenes Gift, was zur Ansäuerung des Magens führt und das Mikrobiom des Verdauungstraktes beeinflusst. Neben Ameisensäure enthalten die Giftsekrete mehrerer Rossameisenarten Peptide. Diese sogenannten Formicitoxine dienen vermutlich der Bekämpfung schädlicher Pilze.
Folgende Arten sind in Mitteleuropa heimisch:
Weitere nicht-europäische Arten (Auswahl):
Die in Südostasien beheimatete Dinomyrmex gigas, früher als Camponotus gigas bezeichnet, gehört zu den größten Ameisen der Welt.

Feuchtes Bauholz kann von Holzameisen als ideale Stätte für Nester angesehen werden. Diese können sowohl aus einem Einzel- wie auch aus verzweigten Teilnestern bestehen. Die Bekämpfung erfolgt durch komplettes Abtragen der betroffenen Holzkonstruktion.