Formicitoxine

Rote Waldameise (Formica rufa)
Braunschwarze Rossameise (Camponotus ligniperda)

Als Formicitoxine bezeichnet man eine Gruppe von Peptiden aus den Giftsekreten der Schuppenameisen (Formicinae). Es handelt sich typischerweise um lineare Peptide mit einer Länge von 10 bis 30 Aminosäuren.

Basierend auf genphylogenetischen Untersuchungen werden zwei Formicitoxin-Genfamilien unterschieden, die wahrscheinlich auf einen gemeinsamen Vorläufer zurückgehen.

Einige Formicitoxine aus Rossameisen (Camponotus) hemmen das Wachstum entomopathogener Pilze, zeigen jedoch keine Wirkung gegen potenzielle Beutetiere. Da Schuppenameisen ihr Gift zur Desinfektion von Brut und der Nestumgebung einsetzen, wird angenommen, dass die Formicitoxine der Bekämpfung von für die Ameisen schädlichen Pilzen dienen.

Einzelnachweise

  1. ↑ Lukas Koch, Sandro Andreotti, Mario Schubert, Elisa Liebhart, Anton M. Zürbig, Julian Gatzki, Benjamin-Florian Hempel, Lydia Kollhoff, Barbara Feldmeyer, Martin Herzberg, Valerie I. C. Rebhahn, Nwet Nwet Win, Adria C. LeBoeuf, Marat Meleshin, Fabian Herrmann, Christian Schwieger, Heike Brötz-Oesterhelt, Andrea Sinz, Mike Schutkowski, Timo H. J. Niedermeyer, Simon Tragust: Beyond formic acid: Peptides in carpenter ant venoms aid in disease protection. In: Science Advances. Band 12, Nr. 20, 2026, doi:10.1126/sciadv.aed4078, PMID 42127198, PMC 13170668 (freier Volltext).