
Bei der 1987 vorgestellten Spiegelreflexkamera Canon EOS 650 handelte es sich um die erste Kamera für das EF-Bajonett. Der 650 folgten kurz darauf die EOS 620 sowie später die Modelle EOS 600 und EOS RT im gleichen Gehäuse. Die EOS 750 und EOS 850 boten nur vollautomatischen Betrieb. Sie besaßen zwar ein anderes Gehäuse, aber die gleiche Technik wie die 650. Die Baureihe löste nach und nach die Canon-T-Serie ab.
Alle Modelle besaßen einen fest eingebauten motorischen Filmtransport mit automatischer Rückspulung am Filmende bzw. nach 36 Aufnahmen.
Standard bei allen Modellen war eine Vollmattscheibe mit einer Klammer in der Bildmitte, welche das Autofokus-Messfeld markierte. Unter dem Bild befanden sich die Anzeigen zur Belichtung und Fokussierung.
Wie bei der T-Serie besaßen alle Modelle einen vertikal ablaufenden Metall-Schlitzverschluss. Standard war aber inzwischen 1⁄2000 s als kürzeste Belichtungszeit und 1⁄125 s als Blitzsynchronzeit.
Alle Modelle der Serie arbeiteten mit Mehrfeld-Belichtungsmessung. Dazu war die Bildfläche in sechs Bereiche aufgeteilt, nämlich in einen Kreis in der Mitte, einen Kreisring drumherum und die übrige Fläche in vier Ecken.
Es gab an allen Modellen einen Blitzschuh mit vier zusätzlichen Kontakten für die neuen Systemblitzgeräte der EZ-Baureihe. Die Systemblitze arbeitete mit TTL-Messung und besaßen eine Leuchtdiode, die das Motiv bei Dunkelheit mit einem roten Muster beleuchtete, so dass die Kamera fokussieren konnte. Ein unterhalb des Reflektors eingebauter Infrarotblitz ermöglichte überdies den A-TTL-Betrieb. Er blitzte nach Antippen des Auslösers, daraufhin wurde ein geeigneter Blendenwert gewählt sowie eine Verschlusszeit zwischen 1⁄60 s und 1⁄125 s bzw. 1⁄250 s im Falle der EOS 620. Das Spot-Messsystem der T 90 gab es bei EOS-Kameras nicht mehr, weil der Autofokus-Senser bereits den dafür benötigten Platz im Spiegelkasten belegte.
Das Blitzsystem der Geräte für die A- und T-Serie mit seinen zwei zusätzlichen Kontakten funktionierte an den EOS-Kameras nicht mehr.
Das Blitzgerät 300 EZ erschien zusammen mit der EOS 650, wobei sich die Bezeichnung von der Leitzahl 30 bei ISO 100/21° ableitete, was allerdings nur für die Telestellung des Zoom-Reflektors galt. Dabei gab es folgende Positionen:
| Brennweite | Leitzahl (ISO 100/21°) |
|---|---|
| 28 mm | 22 |
| 35 mm | 25 |
| 50 mm | 28 |
| 70 mm | 30 |
Die Verstellung funktionierte automatisch nach Ansetzen eines Objektivs bzw. Verstellen der Brennweite beim Zoom-Objektiv. Der Reflektor konnte nicht geschwenkt werden. Das 300 EZ konnte mit einem Schiebeschalter auf den zweiten Verschlussvorhang synchronisiert werden. Für das Autofokus-Einstelllicht gab Canon 6 m Reichweite an, die bei völliger Dunkelheit aber erheblich größer ausfiel.

Das 420 EZ kam im Juni 1987 hinzu, es besaß einen dreh- und schwenkbaren Reflektor mit einem größeren Verstellbereich als beim 300 EZ:
| Brennweite | Leitzahl (ISO 100/21°) |
|---|---|
| 24 mm | 25 |
| 28 mm | 27 |
| 35 mm | 30 |
| 50 mm | 35 |
| 70 mm | 40 |
| 80 mm | 42 |
Bei geschwenkten Reflektor stellte er sich auf 50 mm und blitzte bei Antippen des Auslösers kurz, da sich der Infrarotblitz nicht mitbewegte. Auch die Reichweite des Autofokus-Einstelllichts fiel mit 8 m angegebener Reichweite größer aus. Zudem gab es ein LC-Display, an dem man mit den darunter liegenden Tasten Einstellungen vornehmen konnte. Es ließen sich die Reflektorposition manuell wählen, die Synchronisation auf den zweiten Verschlussvorhang legen und ein Stroboskop-Effekt mit einer Frequenz von 1 Hz bis 5 Hz wählen. Im TTL-Betrieb zeigte das Display auch den Blitzbereich an, beispielsweise 0,7 – 6,20 m.
Gemeinsam mit der EOS 750 erschien mit dem 160 E ein kleines Blitzgerät, das wie die Kamera eine 2 CR 5 versorgte. Da diese Lithiumbatterie recht teuer war, wandte sich der Apparat an Gelegenheitsfotografen. Er verzichtete auf einen Infrarot-Blitz und arbeite infolgedessen nur im TTL-, nicht im A-TTL-Betrieb. Das E 160 konnte auch an den anderen EOS-Kameras betrieben werden und die EOS 750 auch mit den anderen EOS-Blitzgeräten. Die Leitzahl betrug 16 bei ISO 100/21° und der Ausleuchtwinkel reichte für 35 mm Brennweite.
Für SCA erschien noch 1987 der Adapter SCA 312, der ebenfalls ein Einstelllicht erzeugte und dafür vier AAA-Zellen benötigte.
Mit der EOS 650 sorgte erstmals bei Canon eine Lithiumbatterie für die Stromversorgung. Es handelte sich bei allen Modellen der Baureihe um den Typ 2 CR 5.



Canon stellte die EOS 650 auf der PMA im Februar 1987 vor. Die Markteinführung folgte anlässlich des 50-jährigen Unternehmens-Jubiläum am 2. März gemeinsam mit den Objektiven:
Mit dem Normalobjektiv lag der Listenpreis bei 998 DM. Die EOS 650 wurde von Februar 1987 bis Februar 1989 produziert.
Das vielbeachtete Design der EOS 650 folgte jenem der T 90, war aber etwas kantiger gestaltet. Dabei gab es ebenfalls ein großes LC-Display im Gehäusedeckel. Das Bedienkonzept lief nahezu vollkommen mit dem Drehrad oberhalb des Handgriffs nach Drücken von Funktionstasten ab. Ein derart extreme Auslegung verfolgte Canon mit den nachfolgenden Spiegelreflexkameras nicht mehr, sie sollten ein Drehrad für die Betriebsarten bekommen. An der 650 gab es aber nur einen einzigen Schalter, nämlich den Hauptschalter mit den Positionen:
Vollautomatik bedeutete Programmautomatik in Kombination mit der Autofokus-Einstellung One Shot und Einzelbildschaltung. Diese Einstellung war von Nutzen, wenn man die Kamera in die Hände von unkundigen Lauen gab oder etwas schnell fotografiert wollte, die Kamera aber dafür gerade nicht eingestellt war.
Im Gehäusedeckel der 650 gab es zwei Tasten, für die Betriebsart und die Belichtungskorrektur. Unter einer Klappe hinten an der Kamera gab es eine gelbe Taste für die Autofokus-Funktion, eine blaue Taste für Serienbildfunktion, eine schwarze Taste für die Batterieprüfung und etwas versenkt angeordnet eine weitere Taste für den vorzeitigen Filmrücktransport. Seitlich am Bajonett lagen die Taste für die Blendeneinstellung im manuellen Modus und die Abblendtaste, welche das Objektiv solange abblendete, wie man sie gedrückt hielt.
Den Handgriff konnte man nach Lösen einer Schraube abnehmen, um an die Batterie zu kommen. Außerdem konnte man ihn austauschen, wobei Canon drei verschiedene Modelle im Programm hielt.
Unter dem Bild zeigte ein Display mit grünen Zeichen die Belichtungszeit und den Blendenwert an. Im Schärfentiefe-Programm wurde die erste Entfernungseinstellung mit der Anzeige dep 1 und die zweite mit dep 2 bestätigt. Im manuellen Modus erschien nach Drücken der Blendeneinstelltaste ein Hinweis auf die korrekte Belichtung anstatt der Verschlusszeit, beispielsweise:
Dabei standen OP und CL für die Anweisungen Open (Öffnen) und Close (Schließen). Diese Informationen erschienen auch auf dem LC-Display im Gehäusedeckel.
Weiter Anzeigen waren links neben der Belichtungszeit:
Und rechts neben dem Blendenwert:
Die Einstellscheibe der EOS 650 ließ sich wechseln, wobei der Typ C zum Serienumfang gehörte:
| Mattscheiben | |
|---|---|
| Bezeichnung | Art |
| A | Mikroprismenring |
| B | Schnittbildindikator |
| C | Vollmattscheibe mit AF-Messfeld |
| D | Gittermattscheibe |
| F | Mikroprismenraster für lichtstarke Objektive |
| G | Mikroprismenraster für lichtschwache Objektive |
| H | Messskalenkreuz |
| I | Doppelfadenkreuz |
| L | Kreuzschnittbild-Indikator |
Der Wechsel konnte vom Fotografen selbst vorgenommen werden, indem er das der Scheibe beiliegende Werkzeug in den Spiegelkasten einführte. Austauschbaren Sucherscheiben hatten aber an einer Autofokuskamera naturgemäß keine nennenswerte Bedeutung und sind infolgedessen so gut wie gar nicht gekauft worden.
Auf dem Display konnten nacheinander folgende Betriebsarten gewählt werden:
Da die Kamera die Brennweite des Objektivs abfragen konnte, musste der Fotograf nicht mehr wie bei der T 90 aus mehreren Weitwinkel- und Teleprogrammen auswählen, vielmehr konnte nur eine Programmautomatik gewählt werden, deren Kennlinie von der aktuellen Brennweite abhing.
Im Modus DEPTH musste der Fotograf durch Antippen des Auslösers nacheinander auf zwei Entfernungen fokussieren, dann ermittelte die Kamera den kleinsten Blendenwert, bei dem beide Entfernungen im Schärfebereich liegen und stellt die Fokussierung passend dazu ein.
Die Belichtungskorrektur konnte im Bereich von ±5 LW eingestellt werden, die Belichtungszeit von 30 s bis 1⁄2000 s in ½-LW-Stufen. In der Einstellung blub blieb der Verschluss bis zum Loslassen des Auslösers gedrückt, maximal aber 120 s, wobei das LC-Display die belichtete Zeit anzeigte.
Mit der Taste für Spot-Messung konnte die korrekte Belichtung für den im Sucher markierten Kreis in der Bildmitte allein ermittelt werden, welcher 6,5 % der gesamten Bildfläche ausmachte. Hielt man die Taste bis zum Auslösen gedrückt, dann speicherte die Kamera das Messergebnis.
Die Kamera tastete den DX-Code der Filmpatrone im Bereich von ISO 25/15° bis ISO 5000/38° ab. Die manuelle Einstellung der Filmempfindlichkeit reichte von ISO 6/9° bis ISO 6400/39°.
Für den Autofocus konnten nach drücken der blauen Taste zwei Modi gewählt werden, die das Display anzeigte:
Bei One Shot fokussierte das Objektiv nach Antippen des Auslösers einmal und behielt die Stellung bis zum Durchdrücken oder Loslassen bei. Bei Servo versuchte das Objektiv bei angetippten Auslöser permanent zu fokussieren. Dieser Modus war zum Verfolgen von bewegten Motiven gedacht und funktionierte mit den Ultraschall-Objektiven besonders gut, während die Ringmotoren der Teleobjektive oft zu langsam fokussierten, um damit akzeptabel arbeiten zu können.
Nach Drücken der gelben Taste konnte im Sucher ausgewählt werden aus:
Die Bildfrequenz des Filmtransports betrug 3/s und für den Rücktransport eines Films für 24 Aufnahmen gab Canon 10 s Laufzeit an.
Die Rückwand der 650 ließ sich abnehmen und durch ein Data Back ersetzen. An der Kamera gab es neben dem Scharnier acht vergoldete Kontaktflächen, von denen das Rückteil E vier nutzte. An seinem LC-Display konnte man folgende Einblendungen einstellen:
| Einblendungen | |
|---|---|
| Modus | Anmerkungen |
| Jahr – Monat – Tag | Japanisches Format |
| Monat – Tag – Jahr | Amerikanisches Format |
| Tag – Monat – Jahr | Europäisches Format |
| Sechsstellige Zahl | beliebig wählbar |
| Vierstellige Bildnummer | fortlaufend |
Dabei konnte die Jahreszahl konnte bis 2029 eingestellt werden. Das Daten-Rückteil benötige eine Knopfzelle vom Typ CR 2025.
Als EOS 650 QD konnte die Kamera bereits mit dem montierten Daten-Rückteil gekauft werden.
Das Technical Back E besaß ein fünfzeiliges LC-Display, an dem alle Einstellungen vorgenommen wurden, und benötigte wie die Datenrückwand eine Zelle 2 CR 5. Mit der Interface Unit TB konnte die Rückwand mit einem MSX- oder IBM-PC-kompatiblen Computer verbunden werden, um die Daten auszulesen.
Das Technical Back E wurde ausgesprochen selten gekauft.
Mit dem Technical Back E konnten bis zu 30 beliebige Zeichen ins Bild einbelichtet werden, außerdem auch maximal drei der folgenden Aufnahmedaten:
| Aufnahmedaten | Einblendung |
|---|---|
| Datum | Jahr – Monat – Tag (Japanisches Format) Monat – Tag – Jahr (Amerikanisches Format) Tag – Monat – Jahr (Europäisches Format) |
| Uhrzeit | Stunde – Minute – Sekunde |
| Belichtungsdaten | Belichtungszeit – Blendenwert |
| Modus | M – P – AV – TV – DEPTH |
| Filmzähler | 4-stellige fortlaufende Zahl Filmnummer – Bildnummer |
Der Speicher konnte die Daten von 360 Bildern oder einen reduzierten Umfang von 824 Bildern festhalten:
| Aufnahmedaten | reduzierter Umfang |
|---|---|
| 4-stellige Nummer oder Filmnummer | Ja |
| Bildnummer | Ja |
| Aufnahmemodus | Ja |
| Belichtungsmessart | Ja |
| Blitz ja oder nein | Ja |
| Verschlusszeit | Ja |
| Blendenwert | Ja |
| Brennweite | Ja |
| Belichtungskorrektur | Nein |
| Filmempfindlichkeit | Nein |
| Datum | Nein |
| Uhrzeit | Nein |
| Notiz | Nein |
Mit dem Technical Back E konnten zwei Kennlinien für die Programmautomatik auf dem Display gemalt und dann gespeichert werden.
Das Technical Back E ermöglichte – auch mit der EOS 650 – eine erweiterte AEB-Funktion. Für die Belichtungsreihe konnte dabei folgende Werte gewählt werden:
Das Technical Back E enthielt zwei Zeitsteuerungen für Langzeit- und Intervallaufnahmen.
Timer A:
Timer B:


Als zweite EOS-Kamera ergänzte die EOS 620 im Mai 1987 das Programm. Am Listenpreis von 1298 DM inklusive Normalobjektiv EF 50 mm f/1,8 zeigte sich dabei eine Neuerung bei der Vermarktung: je kleiner die Nummer in der Modellbezeichnung, desto höherwertiger war die Kamera. Die wesentlichen Unterschied gegenüber der fast gleich aussehenden 650 lagen im Verschluss und der elektronischen Steuerung.
Das Gehäuse sah jenem der EOS 650 zum Verwechseln ähnlich, trug aber die Modellbezeichnung mit roten anstatt silberfarbenen Ziffern. Ein weiteres Merkmal war der zusätzliche Taster neben der Belichtungsspeicher-Taste. Nach Drücken leuchtete das Display für 2 s in blau, wobei es sich um eine Elektrolumineszenz-Folie unter der Flüssigkristallanzeige handelte, die für eine gleichmäßige Ausleuchtung und einiges Aufsehen sorgte, da dieses Verfahren erstmals an einer Kamera vorkam. Die EOS 620 wurde mit dem Griff GR 20, also einem Anschluss für die Fernbedienung ausgeliefert.
Ein Merkmal der EOS 650 konnte für die 620 nicht übernommen werden: sie besaß keine Schärfentiefe-Automatik. Der Grund lag im Speicher des Mikrocontrollers, der dafür aufgrund der zusätzlichen Funktionen nicht ausreichte.
Die 620 besaß ein Programm-Shift, bei Programmautomatik konnte die nach Antippen des Auslösers angezeigte Zeit-Blenden-Kombination mit dem Einstellrad durch solche ersetzt werden, die ebenfalls zur korrekten Belichtung führten.
Gleichzeitiges Drücken der Tasten für den AF-Modus und der Batterieprüfung schaltete die Kamera in den AEB-Modus (Auto Exposure Bracketing), der Belichtungsreihen durchführte. Im Display erscheint AEB und es kann ein Wert von 0 bis 5 LW in halben Stufen eingestellt werden. Stellte man beispielsweise 1.0 ein, dann wurden beim nächsten Auslösen drei Bilder belichtet, mit mit den Korrekturwerten −1 LW, ± 0 LW und +1 LW.
Gleichzeitiges Drücken der Modus- und Belichtungskorrektor-Taste schaltete die Kamera auf Mehrfachbelichtung. Im Display erschien ME (Multiple Exposures) und es konnte eine Zahl von 1 bis 9 eingestellt werden. Anschließend transportierte die Kamera den Film für die angegebene Zahl von Belichtungen nicht, um die Mehrfachbelichtung durchzuführen. Die Belichtungskorrektur musste der Fotograf selbst vornehmen, wobei die Bedienungsanleitung als Anhaltspunkt für eine Doppelbelichtung −1 LW vorschlug, für eine Dreifachbelichtung −1,5 LW und für eine Vierfachbelichtung −2 LW.
Die 620 besaß einen schnelleren Verschluss als die 650, mit einer kürzesten Verschlusszeit von 1⁄4000 s und einer Blitzsynchronzeit von 1⁄250 s.
Der Filmtransport lief nicht schneller als bei der 650 ab, für die Rückspulung eines Films für 24 Aufnahmen gab Canon aber nur 7 s Laufzeit an.
Die EOS 600 erschien in März 1989 und löste die EOS 650 ab. Sie bot einige Funktionen der EOS 620 und einige neue Funktionen. Dies ermöglichte die fortgeschrittene Technik, die ein schnelleren Microcontroller mit höherer Speicherkapazität mit sich brachte, so dass man nicht wie beim Schritt von der 650 zur 620 eine Funktion entfallen lassen musste, um neue aufzunehmen. An der 600 gab es gegenüber der 620 keine weiteren Tasten, die zusätzlichen Funktionen wurden durch neue Tastenkombinationen aufgerufen.
Erstmals bei Canon wurde die Kamera nicht weltweit einheitlich bezeichnet, ein Vorgehen, das beispielsweise Minolta bereits seit vielen Jahren praktizierte. In den USA hieß die Kamera EOS 630.
Die EOS 600 konnte man vor allem an den grünen Ziffern der Modellbezeichnung erkennen, bei genauen Hinsehen auch an der Metallic-grauen Farbe. Die EOS 630 gab es aber sowohl in Metallic-grau wie auch im gewohnten Schwarz. Infolge der Display-Beleuchtung besaß sie auch die zweite Taste der 620 an der Rückseite. Es gehörte aber nur der Griff GR 30 ohne Anschluss für den Fernauslöser dazu. Es gab aber keine neu geschaffenen Tasten, die zusätzlichen Funktionen wurden mit Kombinationen der bestehenden gewählt. So konnten einige Grundeinstellungen verändert werden, was Canon Costum Fuction Control nannte. Dazu mussten die blaue Taste und die Batterieprüftaste gleichzeitig gedrückt werden. Dann konnte man die Nummer am Display anwählen und verstellen:
| CFC | Aktiviert | Deaktiviert | |
|---|---|---|---|
| 1 | Filmrückspulung | Rückspulung nur nach Tastendruck | Rückspulung startet automatisch |
| 2 | Filmeinzug | Filmlasche wird nicht eingezogen | Film wird komplett in Patrone eingezogen |
| 3 | DX-Codierung | DX-Codierung wird nicht beachtet | DX-Codierung wird eingestellt |
| 4 | Autofokus-Start | Drücken der Spotmess-Taste | Antippen des Auslösers |
| 5 | Blendeneinstelltaste | Für Belichtungszeit | Für Blendenwert |
| 6 | Verwackelungs-Warnton im Piep-Modus | Eingeschaltet | Ausgeschaltet |
| 7 | AF-Betrieb bei USM-Objektiven | Manueller Eingriff möglich | Nur Autofokus |
In der Werbung betonte Canon vor allem die unterschiedlichen Programmautomatiken und sprach dabei von PIC (Programmed Image Control). Stand der Hauptschalter auf Vollautomatik, dann blieb die Taste Mode nicht wirkungslos wie bei der EOS 650, sondern man konnte das jeweilige PIC am Display mit seiner Zahl, nicht aber mit dem Namen wählen:
| PIC | Autofokus | Filmtransport | |
|---|---|---|---|
| 1 | Standard | One Shot | Einzelbild |
| 2 | Schnellschuss | Servo | Serienbild |
| 3 | Landschaft | One Shot | Einzelbild |
| 4 | Sport | Servo | Serienbild |
| 5 | Portrait | One Shot | Einzelbild |
| 6 | Nahaufnahme | ||
| 7 | Innenraum | ||
Zu jedem PIC gehörte dabei ein eigenes Kennlinienfeld der Programmautomatik, aus dem die Kamera abhängig von der aktuellen Brennweite eine Linie auswählte.
Der neue Mikrocontroller ermöglichte auch einen schnelleren Autofokus, insbesondere funktionierte er nun prädiktiv.
Der Verschluss war mit jenem der EOS 650 identisch.
Die 600 hatte eine Bildfrequenz von 5/s, womit sie der EOS 620 deutlich überlegen war.



Die EOS RT griff das Konzept der Canon Pellix wieder auf: sie besaß einen teildurchlässigen Spiegel. Dabei stand „RT“ für Real Time und sollte auf die geringe Auslöseverzögerung von 8 ms hinweisen, also die Zeit vom Drücken des Auslösers bis zum Bewegen des Verschlussvorhangs. Im Prinzip handelte es sich bei der RT um eine modifizierte 600. Die EOS RT erschien im Dezember 1989, blieb bis 1992 im Programm und kostete etwa 1150 DM. Sie erhielt keinen Nachfolger, 1995 erschien aber mit der EOS 1 N RS erneut eine Kamera mit teildurchlässigem Spiegel, wenngleich mit einem etwa dreimal höheren Preis.
Die EOS RT besaß wie die 650 ein schwarzes Gehäuse, aber mit gelben Buchstaben für die Modellbezeichnung RT.
Der teildurchlässige Spiegel verursacht einen Verlust von 2⁄3 LW
Entsprechend der 600 gab es 15 Motivprogramme.
Obwohl die RT mit ihrem teildurchlässigen Spiegel vor allem zum Fotografieren von schnell bewegten Motiven gedacht war, bot sie nur als kürzeste Belichtungszeit 1⁄2000 s und Blitzsynchronzeit 1⁄125 s, anstatt den schnelleren Verschluss der EOS 620.
Obwohl der unbewegliche Spiegel eine höhere Bildfrequenz ermöglicht hätte, fiel sie mit 5/s nicht höher aus bei der 600 aus. Infolgedessen lenkte die RT kaum Aufmerksamkeit auf sich und fiel die Produktionszahl mit 25.000 Kameras ausgesprochen niedrig aus.
Die EOS 750 erschien im September 1988 als vollautomatische Kamera. Sie war von der EOS 650 abgeleitet und wandte sich vor allem an technisch unkundige Fotografen, weswegen sie auf Einstellmöglichkeiten verzichtete. Ihre Produktion endete 1990.
Das Gehäuse fiel etwas kleiner aus und besaß kein LC-Display. Es gab nur ein großes Einstellrad als Hauptschalter mit den Funktionen Programmautomatik, Schärfentiefeautomatik, Selbstauslöser und Batterietest. Das Zählwerk funktionierte konventionell mit Sichtfenster und einem mit Zahlen bedruckten Rad.
Im Sucher gab es nur zwei Kontrollleuchten: ein grünes P und ein grünen Punkt. Das P leuchtete auf, wenn die Lichtverhältnisse eine korrekte Belichtung ermöglichten. Der Punkt leuchtete, wenn die Kamera auf einen Punkt fokussieren konnte.
Die Kamera wählte eine Verschlusszeit im Bereich von 2 s bis 1⁄2000 s. Sie tastete den DX-Code der Filmpatrone im Bereich von ISO 25/15° bis ISO 3200/36° ab und stellte sich bei Patronen ohne Code auf ISO 25/15°.
Der die 750 transportierte den Film langsamer als die 650, was nur eine Bildfrequenz von 2/s ermöglichte. Canon gab 14 s für das Rückspulen eines Films mit 24 Aufnahmen an.

Die EOS 750 erschien gemeinsam mit der 850 und unterschied sich nur durch den eingebauten Blitz, wobei es sie um die erste Canon-Spiegelreflexkamera damit handelte. Sie trug dennoch den Blitzschuh für die Systemblitzgeräte.
Außerdem gab es sie in der Version 750 QD mit einem Datenrückteil:
| Einblendungen | |
|---|---|
| Modus | Anmerkungen |
| Jahr – Monat – Tag | Japanisches Format |
| Monat – Tag – Jahr | Amerikanisches Format |
| Tag – Monat – Jahr | Europäisches Format |
| Tag – Stunde – Minute | |
Wie bei der EOS 650 QD lief die Stromversorgung mit einer Knopfzelle vom Typ CR 2025 und konnten Jahreszahlen bis 2029 eingestellt werden.