Carl Bierdemann

Carl Bierdemann (* 20. Juni 1767 in Berlin; † 7. Mai 1822 in Kettwig) war ein Jurist und Hochschullehrer an der Alten Universität Duisburg, über deren Auflösung er auch verhandelte.

Leben

Carl Bierdemann wurde am 20. Juni 1767 in Berlin geboren. Der Vater Heinrich Johann David Bierdemann wirkte als Prediger in der Stadt. Bierdemann besuchte zwei Schulen in der Stadt, neben dem Berlinischen Gymnasium zum Grauen Kloster gehörte er auch zu den Schülern des Friedrichwerderschen Gymnasiums. Ab 1787 war er als Student an der Universität Halle eingeschrieben.

Anschließend kehrte er als Auskultator nach Berlin zurück und nahm als Auditor an einem der polnischen Feldzüge teil. Im Jahr 1791 kehrte er an die Universität Halle zurück. Außerdem führte er seine Studien in Frankfurt an der Oder fort. Dort promovierte er am 2. September 1794 zum Thema „D. inauguralis de legato generis secundum jus commune et Borussico-Brandenburgicum“. Anschließend lehrte er bis 1796 als Privatdozent an der Universität Halle. 1797 nahm er eine Professur an der Alten Universität Duisburg an.

Die Existenz der Universität Duisburg stand zu diesem Zeitpunkt bereits zur Disposition. Die drei Planstellen der Juristenfakultät wurden nicht mehr nachbesetzt, sodass nach dem Tod von Friedrich Gottfried Schlegtendal und Wilhelm Friedrich Krafft Bierdemann der letzte Juraprofessor in Duisburg war. Im Jahr 1813 blieben mit den beiden Medizinern Daniel Erhard Günther, Conrad Jacob Carstanjen und Bierdemann überhaupt nur noch drei Professoren übrig. Bereits 1812 hatte Bierdemann zu seinem Posten an der Universität eine Stelle als Advokat am bergischen Appellationsgericht angenommen.

Im Jahr 1815 wurde er außerdem Justizkommissar beim preußischen Land- und Stadtgericht sowie beim Gericht in Broich. Am 1. Oktober 1818 wurde Carl Bierdemann schließlich Rektor der Universität und vollzog als solcher die noch im selben Monat angesetzte Auflösung der Universität, wobei noch bis in den November über die Fortführung des Lehrbetriebs verhandelt wurde. Carl Bierdemann starb am 7. Mai 1822 bei einem Besuch eines Landgutes in Kettwig im Alter von 55 Jahren.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Holger Schmenk: Carl Bierdemann (1767–1822). In: Duisburger Forschungen. Schriftenreihe für Geschichte und Heimatkunde Duisburgs. 53. Band. Mercator-Verlag, Duisburg 2007, ISBN 978-3-87463-406-0, S. 334.
Personendaten
NAME Bierdemann, Carl
ALTERNATIVNAMEN Bierdemann, Karl; Bierdemann, Carolus (lateinisch)
KURZBESCHREIBUNG Jurist und Hochschullehrer
GEBURTSDATUM 20. Juni 1767
GEBURTSORT Berlin
STERBEDATUM 7. Mai 1822
STERBEORT Kettwig