Carl Eeg

Carl Eeg, 22 Jahre, als Absolvent des Technikums Bremen
Carl Eeg steht Heinrich Vogeler 1898 Modell für „Heimkehr“

Carl Eeg (* 27. Juni 1876 in Bremen; † 22. Juni 1956 in Bremen) war ein deutscher Architekt.

Biografie

Eeg besuchte von 1886 bis 1893 ein Gymnasium in Bremen. Er studierte bis 1898 am Technikum in Bremen und hospitierte an der Technischen Hochschule Berlin – Charlottenburg. Eeg arbeitete danach zunächst von 1899 bis 1902 in Dresden im Büro Schilling & Graebner. 1903 kehrte er nach Bremen zurück und machte sich selbstständig. Er pflegte enge Kontakte zum Verein für Niedersächsisches Volkstum und zur Künstlerkolonie Worpswede – für Heinrich Vogelers Bild „Heimkehr“ stand Eeg 1898 sogar in Ritterkostüm Modell. 1906 eröffnete er in Arbeitsgemeinschaft mit dem Architekten Eduard Runge (1875–1944) Am Wall 146 ein Architekturbüro, das bis zu dessen Tod 1944 bestanden hat. Er heiratete 1906 Marianne Gildemeister, Tochter des Kaufmanns Hermann Gildemeister. Eeg war 1907 Gründungsmitglied der bremischen Sektion des Bundes Deutscher Architekten und ab 1910 Mitglied im Deutschen Werkbund (DWB). Er erwarb sich große Verdienste bei der Erneuerung der Friedhofskultur in Bremen vor dem Ersten Weltkrieg und „gewann (…) auf die Grabmalkunst seiner Zeit bedeutenden erzieherischen Einfluß“ (Hermann Gildemeister). Eeg war lange Zeit Mitglied der Friedhofskommission.

Die wichtigsten von Eegs Werken entstehen in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg. Es sind Aufträge gut situierter bürgerlicher Kreise für Umbauten bestehender Wohnhäuser oder großzügige Neubauten, wie die Villen für die Kaufleute Strauch und Biermann an der Schwachhauser Heerstraße. Die Villa Biermann, auch genannt Haus Blumeneck, ist wohl Eegs Hauptwerk; Denkmalpfleger Hoffmann: „...eine Arbeit von heute unvorstellbarer geschmäcklerisch-geschmackvoller Raffinesse“. Stilsicher schuf Eeg hier ein Wohnhaus als Gesamtkunstwerk, ohne dass sein schöpferischer Geist durch finanzielle Vorgaben beschränkt gewesen wäre. Zur gleichen Zeit entsteht aber auch sein eigenes Wohnhaus in der Wohnhausgruppe Hagenauer Straße, ein Haus von erlesenster Schlichtheit. Dieser Reichtum seines Wirkens brach zusammen, als durch den Ersten Weltkrieg die wirtschaftlichen Grundlagen des Bürgertums nachhaltig zerschlagen wurden. Eeg erholte sich nie wieder von den damals eingetretenen Verschiebungen; seine Klientel war finanziell am Ende, einflusslos und wohl auch desinteressiert an der Darstellung solchen Luxus‘, wie Eeg ihn vor dem Krieg zelebriert hatte. – Die Aufträge in der Zeit zwischen den Weltkriegen sind bescheidener im Auftragsvolumen wie auch in Entwurf und Ausführung, haben den großen Glanz verloren.

Werke

(auch Innenausstattung – 1906 bis 1944 zusammen mit Eduard Runge)

Wohn- und Geschäftshaus Ernst Felsing
Werbung für die Architektengemeinschaft Eeg & Runge
Speisezimmer im Haus von Rechtsanwalt Kulenkampff, Contrescarpe 45
Wohnhaus des Kaufmanns Georg Strauch in der Schwachhauser Heerstraße 30a
Ausstattung des Beckerath-Saals der Kunsthalle Bremen 1908
Wohnhaus des Architekten Eeg in der Wohnhausgruppe Hagenauer Straße
Haus H. Engelbrecht in Lesum bei Bremen
Haus Blumeneck für Senator F.C. Biermann
Ausstattung des großen Saales im Schütting nach Entwürfen von Eeg & Runge

Grabmale und Ehrenmale

Kolumbarium Erdmann-Jesnitzer, 1907 (Detail)
Familienbegräbnis Eeg, 1912
Grabmal Holler-Ichon, 1912
Gefallenenmal der „Division Gerstenberg“ auf dem Waller Friedhof
Kriegerehrung der Stadt Bremerhaven auf dem Friedhof Wulsdorf
Toranlage an der Querallee des Osterholzer Friedhofs, 1951

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Gildemeister, Hermann: Carl Eeg, in: Wortmann, Wilhelm: Bremer Baumeister, Bremen 1988
  2. ↑ Hoffmann, Hans-Christoph, Rede zur Ausstellungseröffnung in der Villa Ichon 1982, Manuskript
  3. 1 2 3 Karl Schaefer: Carl Eeg. In: Mitteilungen des Gewerbe-Museums zu Bremen. Band 21, 1909, S. 33–41.
  4. 1 2 3 V[oepel]: Aus der Bremer Ortsgruppe des BDA. In: Das Werk. Heft 5, 1909, S. 69–80.
  5. ↑ Architektonische Rundschau 25 (1909) 10, S. 83, Taf. 74
  6. 1 2 3 4 5 Karl Schaefer: Neues aus Bremen. In: Deutsche Kunst und Dekoration 24. 1909, S. 26–27, 29, 31, 38–41, 44–45, 51 (digi.ub.uni-heidelberg.de).
  7. 1 2 3 4 Walter Mackowsky: Das Bürgerhaus in den Hansestädten Lübeck und Bremen. In: Der Profanbau. Jg. 12, Heft 13/14, 1916, S. 141–172.
  8. ↑ Bremen und seine Bauten 1900–1951, Bremen 1952, Abb. XI h 4
  9. ↑ Erich Haenel und Heinrich Tscharmann: Das Mietwohnhaus der Neuzeit, Leipzig 1913, S. 106–107
  10. 1 2 3 4 5 6 7 BDA Bremen (Hrsg.): Architektur-Ausstellung des Bundes Deutscher Architekten in der Kunsthalle zu Bremen vom 12.-19. September 1909 (nur Liste der Exponate, keine Abb.). Selbstverlag, Bremen 1909.
  11. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 Carl Eeg: Carl Eeg u. Ed. Runge, Architekten B.D.A, D.W.B., Bremen Am Wall 146. Ausführungen und Wettbewerbserfolge. (Typoskript, 8 Seiten um 1931).
  12. 1 2 Cord Meckseper: Gutachten im Widerspruchsverfahren Hagenauer Straße 11. 1979.
  13. ↑ Deutsche Kunst und Dekoration 18 (1906), S. 694
  14. ↑ Erich Haenel / Heinrich Tscharmann (Hrsg.): Das Einzelwohnhaus der Neuzeit. Bd. 2, J. J. Weber, Leipzig 1910, S. 107f. [mit Abb.].
  15. ↑ Niedersächsische Bauformen Jg. 1 (1906), S. 6–7, Taf. 5.
  16. 1 2 Gustav Brandes: Die Pflege des ländlichen Bauwesens in Niedersachsen. In: Das deutsche Landhaus. Jg. 4, 1908, S. 193–200.
  17. ↑ N.N.: Baukünstlerische Bestrebungen in Bremen, in: Deutsche Bauzeitung 42 (1908), S. 368 nbn-resolving.de
  18. ↑ III. Jahresbericht des Vereins für Niedersächsisches Volkstum, Bremen 1908, S. 5
  19. ↑ Högg, Emil: Bremen im Kampfe um die heimische Bauweise, in: Wochenschrift des Architekten-Vereins zu Berlin 4 (1909), S. 191–194
  20. ↑ Kinderspielzimmer im Hause des Herrn A. Korff in Bremen, in: Erich Haenel und Heinrich Tscharmann (Hrsg.): Die Wohnung der Neuzeit, Leipzig 1908, S. 231
  21. 1 2 Otto Voepel: Neu-Bremen. Ein Cicerone zum Bundestag. In: Das Werk. Heft 17/18, 1909, S. 277.
  22. 1 2 3 4 N.: Eeg & Runge, Architekten. In: Die Bauwelt. Jg. 1, Heft 19, 1910, S. 11–18.
  23. ↑ Architektonische Rundschau 26 (1910) 6 S. 56
  24. ↑ Wania, Hubert: Fünfzehn Jahre Bremen, 1906–1920, Bremen 1930, S. 25
  25. ↑ Schaefer, Karl: Der Norddeutsche Lloyd und die moderne Raumkunst, in: Dekorative Kunst 11 (1908), 76-90 daten.digitale-sammlungen.de
  26. 1 2 3 4 5 Schäfer, Karl: Die Delmenhorster Linoleum-Fabrik Anker-Marke und die moderne Raumkunst. Hrsg.: Delmenhorster Anker-Inlaid. Selbstverlag (Werbeschrift), 1915.
  27. ↑ Schaefer, Karl: Die moderne Raumkunst im Dienste des Norddeutschen Lloyd, in: Innendekoration 18 (1907), S. 293–305, Abb. S. 312–313, 317
  28. ↑ Erich Haenel / Heinrich Tscharmann (Hrsg.): Das Einzelwohnhaus der Neuzeit. Bd. 2, J. J. Weber, Leipzig 1910, S. 92–95. [mit Abb.].
  29. ↑ III. Jahresbericht des Vereins für Niedersächsisches Volkstum, Bremen 1908, S. 9–10
  30. ↑ III. Jahresbericht des Vereins für Niedersächsisches Volkstum, Bremen 1908, S. 9
  31. ↑ Dr.: Neuere ländliche Volksschulen, in: Süddeutsche Bauhütte 11 (1910), S. 409–413
  32. 1 2 3 4 5 Friedrich Seesselberg: Niedersachsenkunst. In: Der Baumeister. Jg. 8, Heft 8, 1910, S. 85–96 (Beilage H. 8, S. 87B–89B, Taf. 57–64, Suppl. Taf. 17/18).
  33. ↑ Architektonische Rundschau 27 (1911) 11, S. 125
  34. ↑ Die Architektur des XX. Jahrhunderts 9 (1909) 3 S. 31, Taf. 51
  35. ↑ The Studio yearbook of decorative art 1910, S. 171–172
  36. ↑ Architektonische Rundschau 26 (1910) 3 S. 28–30, Taf. 17–18
  37. ↑ N.N.: Ein moderner Glasmaler, in: Architektonische Rundschau 27 (1911) 9, S. 97–100
  38. ↑ Bremen und seine Bauten 1900–1951, Bremen 1952, Abb. XII a 7
  39. ↑ (Glasfenster im Speisezimmer), in; Deutsche Kunst und Dekoration 23 (1908), S. 380 digi.ub.uni-heidelberg.de
  40. ↑ Schaefer, Karl: Willy von Beckeraths Wandgemälde in der Bremer Kunsthalle, in: Deutsche Kunst und Dekoration 19 (1906/1907), S. 1–10 archive.org
  41. ↑ Wania, Hubert: Fünfzehn Jahre Bremen, 1906–1920, Bremen 1930, S. 49
  42. ↑ Architektonische Rundschau 25 (1909) 9, S. 71, Taf. 66
  43. ↑ Architektonische Rundschau 26 (1910) 10, S. 85–86
  44. ↑ Haenel-Tscharmann, Das Einzelwohnhaus der Neuzeit. Zweiter Band, Leipzig 1910, S. 259–261
  45. ↑ IV. Jahresbericht des Vereins für Niedersächsisches Volkstum, Bremen 1909, S. 5
  46. ↑ Architektonische Rundschau 27 (1911), S. 12, Taf. 8
  47. ↑ Kleinhempel, E.: Haus Blumeneck in Bremen, in: Dekorative Kunst 17 (1914), S. 361–372
  48. ↑ N.N.: Haus Blumeneck des Senators F.C. Biermann in Bremen, in: Der Baumeister 13 (1915) 9, S. 69–72, Taf. 97–99
  49. ↑ Bremen und seine Bauten 1900–1951, Abb. XII a 10
  50. ↑ Bremer Kunstausstellung, in: Der Baumeister 12 (1914) 14, S. 57–64, Taf. 110
  51. ↑ Robert Kain: Bremen als modernes Städtebild, in: Niedersachsen 25 (1919/20), S. 248–251, hier: 249
  52. ↑ Kappe, Gustav: Die Unterweser und ihr Wirtschaftsraum, Bremen 1929, S. 102, Abb. 50 (Foto von 1927)
  53. ↑ Schulte-Frohlinde, [Julius]: Bremen Baut, in: Baumeister 48 (1951) 4, S. 209–240, hier: 212-213.
  54. ↑ Bremen und seine Bauten 1900–1951, Bremen 1952, Abb. XI h 7 und Abb. XI h 24
  55. ↑ Niels Aschenbeck: Die Bremer Altstadt. Verlag Atelier im Bauernhaus, 2001, ISBN 3-88132-116-0.
  56. ↑ Wania, Hubert: Fünfzehn Jahre Bremen, 1906–1920, Bremen 1930, S. 124
  57. ↑ E. Högg: Der Erweiterungsbau des Bremer Schütting. In: Der Baumeister. 14, 1916, 11, S. 81–88, Taf. 94–96.
  58. ↑ Bremen und seine Bauten 1900–1951, Bremen 1952, Abb. XI d 10
  59. ↑ Hofmann, Albert: Zur künstlerischen Ausgestaltung des baulichen Mittelpunktes von Bremen, in: Deutsche Bauzeitung 53 (1919), S. 545–547, 549–556, 561–565, 567, 569–571, 581, 584–585, 597–600, 613–620, hier: 597–598 nbn-resolving.de
  60. ↑ Lill, G.: Neue Deutsche Postwertzeichen, in: Dekorative Kunst 23 (1920), S. 293–296, Abb. S. 294 daten.digitale-sammlungen.de
  61. ↑ Deutsche Kunst und Dekoration 46 (1920)
  62. 1 2 3 BDA Bremen (Hrsg.): 25 Jahre BDA Bremen. Jubiläums-Ausstellung anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Ortsgruppe Bremen des Bundes Deutscher Architekten in der Kunsthalle zu Bremen. Selbstverlag, Bremen 1929.
  63. ↑ Lassen, Hans: Der Wohnhausbau, in: Deutsches Bauwesen 3 (1927) 12, Sonderheft Bremen, S. 294–302.
  64. ↑ Carl Eeg und Eduard Runge: „Hansabad“ Bremen. In: Die Bauwelt. 20, 1929, 18, S. 3–8
  65. ↑ Bremen und seine Bauten 1900–1951. Bremen 1952, Abb. XI c 26.
  66. ↑ Rudolf Stein: Das vergangene Bremen. Bremen 1961, S. 98.
  67. ↑ Hans-Joachim Wallenhorst: Die Chronik der GEWOBA 1924–1992. Bremen 1993, S. 114–119.
  68. ↑ Bremen und seine Bauten 1900–1951, Abb. XII b 40.
  69. 1 2 Landesamt für Denkmalpflege Bremen: Planarchiv.
  70. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 Landesamt für Denkmalpflege Bremen: Grabmalkartei.
  71. ↑ Hauptmann, Hans: Aufgaben der Friedhofskunst, in: Die Bauwelt 2 (1911) 116, S. 33–44
  72. ↑ Jahrbuch des deutschen Werkbundes 1912, Abbildungsteil, S. 49
  73. 1 2 Grabmale auf dem Riensberger Friedhof bei Bremen. In: Der Baumeister. Jg. 18, 1917, Tafel 64.
  74. ↑ grabsteine.genealogy.net (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)
  75. ↑ Bremerhaven in zwei Jahrhunderten. Band 2. 1919–1947, S. 10.
  76. ↑ Senator für das Bauwesen (Hrsg.): Die Neugestaltung Bremens: Grünanlagen, Bremen 1952, S. 28
  77. ↑ Ahlers, Erich: Der Osterholzer Friedhof, in: Steinmetz und Steinbildhauer 68 (1952) 8, S. 190–192, Abb. S. 191.
Personendaten
NAME Eeg, Carl
KURZBESCHREIBUNG deutscher Architekt
GEBURTSDATUM 27. Juni 1876
GEBURTSORT Bremen
STERBEDATUM 22. Juni 1956
STERBEORT Bremen