Marcusallee

Marcusallee
Wappen
Straße in Bremen
Basisdaten
Ort  Bremen
Ortsteil  Horn
Angelegt  19. Jahrhundert
Neugestaltet  um 1906
Hist. Namen 
Name erhalten 
Anschluss­straßen 
Querstraßen  Horner Heerstraße, Rosental, Konsul-Mosle-Weg, Deliusweg, Am See, Achterdiek
Plätze 
Nummern­system 
Bauwerke 
U-Bahn-Stationen
Nutzergruppen Autos, Fahrräder und Fußgänger
Technische Daten
Straßengestaltung zweispurige Straße
Länge 2000 Meter
Nr. 1a: Dieses um 1830 erbaute Teehäuschen ist heute der letzte erhaltene Rest vom Gut Kreyenhorst.
Schloss Kreyenhorst, erbaut 1875, nach 1911 abgerissen
Nr. 3: Villa Ohlrogge
Wohnanlage Marcusallee 2/4
Nr. 9: Villa Schütte
Nr. 11: Landhaus Krages
Nr. 38: Villa Koenenkamp
Rhododendron-Park

Die Marcusallee ist eine historische Erschließungsstraße in Bremen, Stadtteil Horn-Lehe, Ortsteil Horn. Sie führt in West-Ost-Richtung von der Schwachhauser Heerstraße/Horner Heerstraße bis zu den Straßen Nedderland/Achterdiek in Oberneuland.

Die Querstraßen und Anschlussstraßen wurden benannt u. a. als Schwachhauser Heerstraße nach dem Stadtteil, zu dem sie führt, Horner Heerstraße nach dem Ortsteil, Rosental 1913 nach dem Gut zwischen der Vahr und Achterdiek, das Dr. Rosenkamp im 18. Jh. anlegte, dann Arnold Delius besaß, 1869 der Kaufmann Dietrich Daniel Knoop erwarb und 1888 die Familie Rickmers, Konsul-Mosle-Weg nach dem Kaufmann und Reichstagsabgeordneten Alexander Georg Mosle (1827–1882), Deliusweg nach dem Anglisten Nikolaus Delius (1813–1888), Am See 1913 nach dem Teich, unbenannter Weg, Achterdiek nach der Lage hinter (= ndt. achter) dem Deich (= ndt. Diek) und Nedderland nach der Flurbezeichnung (nedder = niedrig).

Geschichte

Name

Die Marcusallee wurde 1922 nach dem Juristen, Handelskammersyndikus, Senator (für Handel, Zoll und Schifffahrt) und Bürgermeister in Bremen Victor Marcus (1849–1911) benannt.

Entwicklung

Die ersten 100 Meter der heutigen Marcusallee waren auf der Landkarte von 1798 ein Teil des Weges zur Vahr, der dann nach Süden abknickte.

Im 18. Jahrhundert begannen Bremer Kaufleute, im Dorf Horn villenartige Landhäuser zu bauen. Dietrich Rosenkamp (1698–1780) erwarb ein großes Landgut, aus seinem Gut Rosenthal wurde das Gut Kreyenhorst, auf dem 1875 ein großes Schloss erbaut wurde. Nach 1888 wurde dahinter Rickmers Park angelegt, ein großer Englischer Landschaftsgarten mit eigener Jagd. Ein alter Feldweg im Verlauf der heutigen Marcusallee wurde damit überbaut. Die zur Vahr führende Straße zwischen Schloss und Park wurde 1894 verlegt, so entstand die Trasse der heutigen Bürgermeister-Spitta-Allee.

Die Stadt Bremen kaufte 1911 das Grundstück und ließ das inzwischen baufällige Schloss abreißen. Die Marcusallee, das Rosental und der Deliusweg wurden erschlossen und mit Villen und Landhäusern bebaut. Im Jahr 1924 war die Marcusallee etwa halb so lang wie heute, endete noch vor dem Park und war bereits mit fünfzehn Häusern bebaut. Aus Teilen des ehemaligen Rickmers Parks und des angrenzenden Allmers Parks wurde ab 1933 der Rhododendronpark mit dem späteren Botanischen Garten, der botanika und dem Garten der Menschenrechte.

1936 wurde durch den Bau der Reichsautobahn im Osten ein Teil des Grundstücks abgetrennt und die Marcusallee führte über die Autobahn. 1971 wurde durch einen Bebauungsplan die Wohnbebauung östlich der Autobahn ermöglicht, u. a. für eine sechsgeschossige große Wohnanlage.

Verkehr

Die Straßenbahn Bremen tangiert mit der Linie 4 (Lilienthal – Arsten) die Straße.

Im Nahverkehr in Bremen durchfährt die Buslinien 31 (Borgfeld Ost ↔ Horn ↔ Nedderland) und tangiert die Linie 21 (Blockdiek ↔ Sebaldsbrück ↔ Universität-Nord) die Straße.

Gebäude und Anlagen

An der Straße stehen überwiegend ein- bis zweigeschossige Gebäude.

Bremer Baudenkmale

Erwähnenswerte Gebäude und Anlagen

Kunstobjekte, Gedenktafeln

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Die weniger detaillierte Karte Kurhannoversche Landesaufnahme 1764/1766 stellt hingegen einen bogenförmigen Verlauf der Straße dar.
  2. ↑ Landkarte von 1898
  3. ↑ Karte von 1924 in der Chronik Horn-Lehe
  4. ↑ Marcusallee im Adressbuch 1924
  5. ↑ Skizze siehe Reichsautobahn-Baustelle Horn, Bremer Zeitung vom 10. April 1935, damals war noch geplant, anstatt der Marcusallee den Deliusweg über die Autobahn zu führen.
  6. ↑ Denkmaldatenbank des LfD Bremen
  7. ↑ Denkmaldatenbank des LfD Bremen
  8. ↑ Denkmaldatenbank des LfD Bremen
  9. ↑ Denkmaldatenbank des LfD Bremen
  10. ↑ Denkmaldatenbank des LfD
  11. ↑ Denkmaldatenbank des LfD Bremen
  12. ↑ Fred Oberhauser und Axel Kahrs: Literarischer Führer Deutschland, Insel-Verlag, Frankfurt am Main und Leipzig 2008, S. 264
  13. ↑ k: kunst im öffentlichen raum bremen

Koordinaten: 53° 5′ 25,6″ N, 8° 53′ 11,2″ O