
Carl Ferdinand Sprosse (häufig auch Carl Sprosse oder Karl Sprosse, * 6. November 1819 in Leipzig; † 1. Januar 1874 ebenda) war ein deutscher Architekturmaler, Zeichner und Radierer.
Sprosse entstammte einfachen Verhältnissen und bekam nach seiner Schulausbildung ab 1833 Unterricht beim Leipziger Zeichenlehrer Friedrich Brauer. Auf dessen Empfehlung hin nahm ihn Veit Hanns Schnorr von Carolsfeld Ende September 1834 in die Leipziger Kunstakademie auf. 1835 wurde eine Federzeichnung von ihm auf der Akademischen Kunstausstellung in Dresden ausgestellt, die dort auch prämiert wurde. Noch im gleichen Jahr verließ Sprosse die Akademie.
In der Folgezeit bildete er sich vor allem in den Bereichen Perspektive, Geometrie und Anatomie weiter. 1836/1837 unternahm er erste Studienreisen durch das Königreich Sachsen. In dieser Zeit erstellte er die Bauzeichnungen für die Die Irren-, Heil- und Pflege-Anstalt Thonberg von Eduard Wilhelm Güntz. Von 1840 bis 1844 fertigte er im Auftrag des Kunsthistorikers Ludwig Puttrich Architekturzeichnungen mitteldeutscher historischer Bauwerke an, die Puttrich zur Bebilderung seines mehrbändigen Hauptwerkes Denkmale der Baukunst des Mittelalters in Sachsen verwendete.
Im März 1844 reiste er nach Rom, dort fertigte er Auftragsarbeiten für architektonische Bilder an, z. B. Ende des Jahres 35 Aquarelle von antiken Ruinen in der Stadt und deren Umgebung. Auftraggeber waren in dieser Zeit u. a. der Klassische Archäologe Emil Braun, der Historiker und Altertumsforscher Theodor Mommsen sowie der damalige Kronprinz und spätere König Maximilian II. Joseph von Bayern. In Rom freundete er sich mit den dort lebenden und tätigen deutschen bildenden Künstlern Johann Martin von Wagner und Johann Christian Reinhart an. Beide förderten ihn, letzterer bildete Sprosse im Radieren weiter. 1847 wurde Sprosse für eine Panoramaansicht auf Rom von der Villa Ludovisi aus bekannt. Mit kurzer Unterbrechung 1848/1849 (Besuch seiner Eltern in Leipzig) blieb er bis zum August 1850 in Rom, um dann über Aufenthalte bis Ende 1851 in Florenz, Genua, Mailand und Verona nach Leipzig zurückzukehren.
Sein erster großer Auftrag in Leipzig nach seiner Wiederankunft waren 1852/1853 insgesamt 32 Radierungen im Auftrag des Verlegers und Buchhändlers Georg Wigand, die dann auch in einer Mappe verlegt wurden. Weitere folgende Auftraggeber in seiner Geburtsstadt waren u. a. der Theologe und Superintendent Christian Gottlob Großmann sowie der Geheime Finanzrat Carl Ludwig Schill. 1857 reiste Sprosse nach Venedig, um für einen privaten Auftraggeber Aquarelle von dortigen historischen Bauwerken anzufertigen, er arbeitete und lebte dort bis 1859. Zurück in der Heimat arbeitete Sprosse für kurze Zeit als Zeichenlehrer an der Oberen Bürgerschule in Chemnitz. Von 1860 bis 1862 war Sprosse erneut in Venedig, danach lebte und arbeitete er bis zu seinem Tod in Leipzig. Er blieb ehe- und kinderlos.
Sprosse war Mitglied des Leipziger Künstlervereins und vermachte diesem nach seinem Tod 750 Mark.
Sprosse stellte meist Auftragsarbeiten für Privatpersonen, Verlage und Museen her. Außerdem lieferte er Illustrationen für die bedeutenden Familienzeitschriften Daheim und Die Gartenlaube. Auch nach seinem Tod erwarben Museen seine Werke, so sind Arbeiten von ihm in der Staatlichen Graphischen Sammlung München, im Museum der bildenden Künste Leipzig, im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig, in der Hamburger Kunsthalle oder im Historischen Museum Regensburg zu finden. Werke Sprosses werden von renommierten Auktionshäusern wie Christie’s versteigert.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Sprosse, Carl Ferdinand |
| ALTERNATIVNAMEN | Sprosse, Carl; Sprotte, Karl |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Maler und Grafiker |
| GEBURTSDATUM | 6. November 1819 |
| GEBURTSORT | Leipzig |
| STERBEDATUM | 1. Januar 1874 |
| STERBEORT | Leipzig |