Karl Haffner (Dramatiker)

Karl Haffner (1842)

Karl Haffner (Pseudonym), eigentlich: Karl Schlechter, (* 8. November 1804 in Königsberg in Preußen; † 29. Februar 1876 in Wien) war ein deutscher Dramatiker.

Leben und Wirken

Karl Haffner besuchte das Collegium Fridericianum in Königsberg. Schon mit 16 Jahren schloss er sich einer Wandertruppe an und durchzog als fahrender Komödiant Preußen, Sachsen, Schlesien, Österreich und Ungarn. Nach zehn Jahren wurde er Dramatiker und Theaterdichter am Pester Theater bei Feodor Grimm, nachdem er bereits vorher einige dramatische Versuche gemacht hatte.

In Pest schrieb er Trauerspiele wie Die Raubschützen, Die Locke des Enthaupteten, Blocks Totengruft, Schwarzenberg und Palffy und Batorys Tod, die den stürmischen Beifall des Publikums fanden. Der bekannte Theaterdirektor Carl Carl in Wien erkannte darin seltsamerweise Haffners Talent für die Lokalposse und engagierte ihn auf neun Jahre für das Theater an der Wien als Theaterdichter. Haffner musste sich zur Lieferung von elf Stücken im Jahr verpflichten und hat diesen Vertrag auch gehalten. Später wandte er sich dem Theater in der Josefstadt zu und redigierte zuletzt das satirische Wochenblatt Böse Zungen.

Seinen ersten größeren Erfolg erzielte Haffner mit dem romantisch-komischen Volksmärchen Das Marmor-Herz, das 1841 einen zweiten Preis erhielt und am 21. April des Jahres am Theater an der Wien uraufgeführt wurde. Dauernd hat sich sein dreiaktisches Genrebild Therese Krones erhalten, in dem er den Raimund’schen Kreis auf die Bühne brachte. Außer Dramen schrieb Haffner auch mehr als 30 Bände Romane. Einer davon, Scholz und Nestroy (1864 bis 1866, 3 Bände), enthält Verschiedenes zur Geschichte seines Lebens.

Zusammen mit Richard Genée schrieb er das Libretto der Operette Die Fledermaus (Musik: Johann Strauss).

Die Kritik hat Haffner wenig aufmunternd und glimpflich behandelt, obgleich Humor und geschickte Charakterzeichnung seinen Stücken nicht abgesprochen werden können.

Karl Haffner, während seiner letzten Lebensjahre krankheitsbedingt erwerbsunfähig und Pensionär der Concordia, ließ eine große Familie in Noth und Elend zurück; er wurde auf dem Wiener Zentralfriedhof (3-4-41) in einem ehrenhalber gewidmeten Grab bestattet. Im Jahr 1955 wurde in Wien-Donaustadt (22. Wiener Gemeindebezirk) die Haffnergasse nach ihm benannt.

Werke (Auswahl)

Grabstätte von Karl Haffner

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ M. G. Saphir: Revue der Vorstadt-Theater. Theater an der Wien. In: Der Humorist (1837–1862), (Der Humorist) Nr. 83/1841 (V. Jahrgang), 26. April 1841, S. 338. (online bei ANNO).
  2. ↑ Kleine Chronik. (…) † Karl Haffner. In: Neue Freie Presse, Morgenblatt, Nr. 4136/1876, 1. März 1876, S. 5, oben rechts. (online bei ANNO).;
    Wiener Journalisten-Schriftstellerverein „Concordia“. (…) Unser College, der Bühnenschriftsteller (…). In: Neue Freie Presse, Morgenblatt, Nr. 4137/1876, 2. März 1876, S. 7, unten links. (online bei ANNO).
  3. ↑ Dr. H.: Wiener Briefe. (…) Sie haben einen armen, vergessenen Mann zu Grabe getragen (…). In: Pilsner Fremdenblatt, Nr. 11/1876 (III. Jahrgang), 12. März 1876, S. 1, unten links. (online bei ANNO).
  4. ↑ Hedwig Abraham (Red.): Karl Haffner. In: viennatouristguide.at, abgerufen am 4. Dezember 2014.
Personendaten
NAME Haffner, Karl
ALTERNATIVNAMEN Schlechter, Karl (wirklicher Name); Haffner, Carl (Pseudonym)
KURZBESCHREIBUNG deutscher Dramatiker
GEBURTSDATUM 8. November 1804
GEBURTSORT Königsberg in Preußen
STERBEDATUM 29. Februar 1876
STERBEORT Wien