Während seiner Promotion erhielt er 1876 die Gelegenheit, ein kleines Teilgebiet der von seinem Cousin Karl Reimer entwickelten Reimer’schen Reaktion zu bearbeiten. 1878 wurde Carl Ludwig Reimer in Berlin bei F. Tiemann mit einer Arbeit Ueber Aldehyde mehrbasischer aromatischer Oxysäurenpromoviert. Bis Sommer 1879 bearbeitete er als Assistent von Tiemann dieses Arbeitsgebiet weiter.
Ende 1879 erhielt er als Unterrichtsassistent an der Universität Leiden (Niederlande) bei Antoine Franchimont eine Anstellung.
In 1883 untersuchte er Farbstoffsynthesen im Berliner Privatlabor von Emil Jacobsen, der Verbindungen zu Ernst Schering und dessen Chemiefabrik in Berlin unterhielt.
1888 wurde er Leiter einer Fabrik bei den Vereinigten Chemischen Fabriken zu Leopoldshall AG.
Dieser Zusammenschluss von zehn Fabriken verarbeitete Kalisalze aus den Staßfurter Lagerstätten.
1901 übernahm er als Fabrikdirektor die Leitung der zu den Mecklenburgischen Kali-Salzwerken Jessenitz AG gehörenden Chlorkaliumfabrik. 1905 war er auch Mitglied des Vorstandsmitglied der AG.
Ab 1908 leitete er als Direktor die zur Gewerkschaft Hermann II gehörende Chlorkaliumfabrik in Groß-Rhüden am Harz.
1920 engagierte ihn die Kali-Forschungs-Anstalt GmbH, Leopoldshall-Staßfurt als wissenschaftlichen Mitarbeiter.
Leopoldshall war erst 1873 gegründet und Sitz des Deutschen Kalisyndikats geworden.
Einzelnachweise
↑Reimer, Carl Ludwig.Kurzbiografie.In:chemieforum-erkner.de.ChemieFreunde Erkner,10.Juni 2007,abgerufen am 11.November 2015.
↑Deutsche Chemische Gesellschaft zu Berlin (Mitgliedsstatus): stud. phil. Carl Reimer, Berlin bei Aufnahme 28. Februar 1876. - Dr. Carl L. Reimer, Leiden (Holland) am 31. Dezember 1880. - Dr. C. L. Reimer, Leopoldshall-Stassfurt am 31. Dezember 1890.
↑K. Reimer und F. Tiemann: Ueber die Einwirkung von Chloroform auf Phenole und besonders aromatische Oxysäuren in alkalischer Lösung. In: Ber. Dtsch. Chem. Ges.9, 1268–1278 (1876). (DigitalisataufGallica) – Auf Seite 1269 (DigitalisataufGallica) dankt Karl Reimer einem "Herrn Reimer II."; es handelt sich hierbei um Carl Ludwig Reimer sowie um Teilerkenntnisse zu seiner Dissertation.
↑Dissertation teilweise publiziert in: F. Tiemann und K. L. Reimer: Ueber o- und p-Aldehydosalicylsäure, sowie o-Aldehydoparoxybenzoësäure und die Umwandlung dieser Verbindungen in Phenoldicarbonsäuren. In: Ber. Dtsch. Chem. Ges.10, 1562–1576 (1877). (DigitalisataufGallica) – Als Erfinder der „Reimer’schen Reaktion“ von März 1876 nennt F. Tiemann auf der letzten Seite in einer Fußnote (DigitalisataufGallica) „K. Reimer“ (= Karl Reimer), den älteren Cousin von Carl Ludwig Reimer.
↑C. L. Reimer: Ueber die Reduction der Aldehydooxybenzoësäuren zu Alkoholsäuren. (DigitalisataufGallica) und Ueber die Einwirkung von Chloroform auf α- und β-Oxyisophtalsäure in alkalischer Lösung. In: Ber. Dtsch. Chem. Ges.11, 790–793 und 793–797 (1878) (DigitalisataufGallica)
↑F. Tiemann und C. L. Reimer: Ueber das Umbelliferon und einige seiner Derivate. In: Ber. Dtsch. Chem. Ges.12, 993–999 (1879). (DigitalisataufGallica)
↑C. L. Reimer: Zur Kenntniss des Alphatoluylamids. In: Ber. Dtsch. Chem. Ges.13, 741 (DigitalisataufGallica)
↑C. L. Reimer: Ueber die Einwirkung von Brom auf Benzylcyanid und Phenylessigsäure bei hoher Temperatur. In: Ber. Dtsch. Chem. Ges.13, 742–748 (1880). (DigitalisataufGallica)
↑C. L. Reimer: Ueber die Einwirkung von Brom auf Benzylcyanid. In: Ber. Dtsch. Chem. Ges.14, 1797–1802 (1881). (DigitalisataufGallica)
↑C. L. Reimer: Ueber zwei isomere Dibenzyldicarbonsäuren. In: Ber. Dtsch. Chem. Ges.14, 1797–1802 und 1802–1808 (1881). (DigitalisataufGallica)
↑E. Jacobsen und C. L. Reimer: Ueber die Einwirkung von Phtalsäureanhydrid auf Chinolinbasen. In: Ber. Dtsch. Chem. Ges.16, 513f (1883). (DigitalisataufGallica)
↑E. Jacobsen und C. L. Reimer: Zur Kenntniss des Steinkohlentheerchinolins. In: Ber. Dtsch. Chem. Ges.16, 1082–1087 (1883). (DigitalisataufGallica)
↑E. Jacobsen und C. L. Reimer: Ueber Condensationsprodukte methylirter Chinoline und Pyridine. In: Ber. Dtsch. Chem. Ges.16, 2602–2608 (1883). (DigitalisataufGallica)
↑C. L. Reimer und W. Will: Ueber das Fett der Früchte von Myristica surinamensis. In: Ber. Dtsch. Chem. Ges.18, 2011–2017 (1885). (DigitalisataufGallica)
↑C. L. Reimer und W. Will: Ueber einige Derivate der Erucasäure und Brassidinsäure In: Ber. Dtsch. Chem. Ges.19, 3320–3327 (1886). (DigitalisataufGallica)
↑C. L. Reimer und W. Will: Ueber die Bestandtheile des Rüböls. In: Ber. Dtsch. Chem. Ges.20, 2385–2390 (1887). (DigitalisataufGallica)
↑C. L. Reimer: Über das Vorkommen von Dierucin im Rüböl. In: Ber. Dtsch. Chem. Ges.40, 256f (1907).
↑ Beitritt von Dr. Reimer, Fabrikdirigent, Leopoldshall zur Deutschen Gesellschaft für Angewandte Chemie im Februar 1893. doi:10.1002/ange.18930060309 - Generaldirektor Georg Borsche trat der Deutschen Gesellschaft für Angewandte Chemie zwei Jahre später bei. (Angew. Chem. 8, S. 404 (1895) doi:10.1002/ange.18950081306).
↑Vereinigte chemische Fabriken zu Leopoldshall AG, gegründet als Zusammenschluss von 10 Fabriken in 1871, Generaldirektor Adolph Frank (1834–1916), ab 1876 Generaldirektor Georg Borsche (1844–1926), ab 1908 Generaldirektor Wilhelm Feit (1867–1956), ab 1922 Übernahme als „Werk Leopoldshall“ in der Kaliwerke Aschersleben AG.
↑C. L. Reimer: Zur Kaliendlaugenfrage. In: Zeitschrift für Angewandte Chemie. 26, 1913, S.680, doi:10.1002/ange.19130269103. - C. L. Reimer: Über Prof. Dunbars zweites Gutachten betreffend die Abwässer der Kaliindustrie. In: Zeitschrift für Angewandte Chemie. 28, 1915, S.241, doi:10.1002/ange.19150284002.
↑C. L. Reimer: Der Chlorgehalt in Werra- und Fuldawasser, in KALI 11, 331–333 (1917) sowie Angewandte Chemie 31, R 205 (1918). doi:10.1002/ange.19180315201. - C. L. Reimer, Der Chlorgehalt der Werra bei Münden im II. Halbjahr 1917, in KALI 12, 72–73 (1918).
↑C. L. Reimer: Über das Hepkesche Verfahren zur Darstellung von Magnesia und Salzsaure aus Endlauge, in KALI 9, 309–311 (1915) sowie Angewandte Chemie 28, R 69 (1915). doi:10.1002/ange.19150281102.