Stadtteil von Staßfurt | |
|---|---|
| Koordinaten | 51° 51′ 52″ N, 11° 33′ 50″ O |
| Fläche | 5,649 km² (1) |
| Einwohner | 4865 (31. Dez. 2025) (2) |
| Bevölkerungsdichte | 861 Einwohner/km² |
| Postleitzahl | 39418 |
| Vorwahl | 03925 |
| Adresse der Verwaltung |
Rathaus Staßfurt Hohenerxlebener Straße 12 39418 Staßfurt |
| Website | www.stadt-staßfurt.de/ |

Leopoldshall ist seit 1946 ein Stadtteil von Staßfurt im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt. Durch Leopoldshall fließt die Bode. Östlich von Leopoldshall in 5 km Entfernung verläuft die Bundesautobahn A 14.

Mit der Gründung der Saline Leopoldshall auf dem Terrain der sogenannten Ritterflur im Jahre 1855/1856, die zur Gemeinde Neundorf (Anhalt) gehörte, entstand auf anhaltischem Gebiet eine Siedlung, die näher zur benachbarten preußischen Stadt Staßfurt als zur anhaltischen Gemeinde Neundorf lag. Diese Siedlung entwickelte durch ihr ständiges Wachstum ein eigenständiges gemeindliches Leben, sodass die Mehrheit der Einwohner eine Unabhängigkeit von der Muttergemeinde Neundorf forderte. Diesem Drängen gab Herzog Leopold von Anhalt nach und löste die Siedlung Leopoldshall zum 31. Dezember 1872 aus der Muttergemeinde Neundorf heraus und erklärte diese mit Wirkung ab 1. Januar 1873 zur selbständigen Gemeinde Leopoldshall.
Bei der Volkszählung im Dezember 1910 hatte die Gemeinde schon 6588 Einwohner. Am 29. Januar 1919 wurde Leopoldshall das Recht verliehen, die Bezeichnung „Stadt“ zu führen. Das Stadt- und Bergbaumuseum Staßfurt würdigte mit der Sonderausstellung 100 Jahre Stadtrecht Leopoldshall vom 27. Januar bis 29. Mai 2019 dieses Jubiläum.
Während des Zweiten Weltkrieges bestand ab dem 28. Dezember 1944 ein Außenlager des KZ Buchenwald in Leopoldshall. Es wurde am 11. April 1945 mit einem Todesmarsch evakuiert.
Am 1. April 1946 wurde Leopoldshall nach Staßfurt zwangseingemeindet.

Leopoldshall gehörte wie der gesamte Umkreis von Staßfurt zum Abbaugebiet für Stein- und Kalisalz. In der Grundsteinurkunde der St. Johanniskirche zu Leopoldshall ist dokumentiert, dass die Salzgewinnung bereits seit 1855 und 1856 in einer Siedesalz-Saline stattfand, die den Namen Leopoldshall erhielt.
Leopoldshall wurde 1890 der Sitz des ersten Deutschen Kalisyndikats; zu ihm gehörten 13 Kaliwerke. Sie hatten sich zusammengeschlossen, um „der Preisdrückerei und Verschleuderung der Kalisalze vorzubeugen bzw. Einhalt zu tun und Gewinn und Absatz der Salze für fabrikatorische und landwirtschaftliche Zwecke den Bedürfnissen des Marktes entsprechend zu regeln“. 1910 wurde das Syndikat von Leopoldshall nach Berlin verlagert. Das einstige Verwaltungsgebäude in der Bodestraße wurde nach Umbau und Aufstockung ab 1929 als Knappschaftskrankenhaus der Halberstädter Knappschaft genutzt.
Das heute nicht mehr angefahrene, aber aufgelassene „Herzoglich-Anhaltische Salzwerk Leopoldshall“ (kurz Kaliwerk Leopoldshall) gilt als Typlokalität der Minerale Bischofit, Kainit und Leonit sowie als Co-Typlokalität für Anhydrit. Neben dem Steinsalzbildner Halit wurden hier noch weitere Kalisalze wie Carnallit, Kieserit und Sylvin, sowie Boracit, Epsomit, Gips, Kaliborit, Pikromerit, Pinnoit, Polyhalit gefunden. 1900 wurde der Schacht VI der Anhaltinischen Salzwerke Leopoldshall in Güsten im Gefrierverfahren niedergebracht. Es war der bis dahin tiefste Schacht im Deutschen Reich, der auf diese Weise abgeteuft wurde.
Benannt sind die Saline und auch der Ort Leopoldshall nach dem Herzog von Anhalt-Dessau Leopold IV. Friedrich (1794–1871).

„Am Tierpark“ entstand 1968 im Süden von Leopoldshall als typisches Plattenbauten-Wohngebiet. Seit dem Jahr 2000 wurde etwa ein Sechstel der Wohnblöcke rückgebaut oder verkleinert; der restliche Bestand wurde großflächig saniert.
Das Wohngebiet verfügt über eine Grund- und Sekundarschule sowie einen Schulhort. Es wird von den Wohnungsbaugesellschaften der Wohnungsbaugenossenschaft zu Staßfurt eG und der Wohnungs- und Baugesellschaft Staßfurt verwaltet, auch gibt es einen privatisierten Wohnblock.
Zum Territorium des Stadtteils Leopoldshall gehören auch
Friedrichshall spielte während des Zweiten Weltkrieges eine Rolle im deutschen Uranprojekt. Dort wurde nach der deutschen Besetzung Belgiens Uranerz aus Belgisch-Kongo gelagert, das später in der Auergesellschaft in Oranienburg weiterverarbeitet wurde. Am 12. April 1945 wurden durch eine amerikanische Sondereinheit (Alsos-Mission) etwa 1100 Tonnen Uranerz (20000 Fässer) aus Friedrichshall abtransportiert.