Carl Maria Kiesel

Carl Maria Kiesel (* 15. August 1903 in Kaiserslautern; † 13. Juli 1971 in Bischofsheim) war ein deutscher Grafiker und Widerstandskämpfer. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er zudem Direktor der Pfalzgalerie und Wiederbegründer der Arbeitsgemeinschaft Pfälzer Künstler.

Leben und prägende Ereignisse

Carl Maria Kiesel ist mit Vornamen auch bekannt als Karl Maria oder Charles Maria sowie bei seinen Werken unter dem Initialen C.M. Kiesel. Im März 1929 heiratete er Hedwig Katharina Kiesel, die im April 1946 in Kaiserslautern an den Folgen ihrer Inhaftierung im südfranzösischen Internierungslager Gurs verstarb. Aus dieser Ehe stammen zwei Kinder, ein weiteres Kind brachte 1947 seine verwitwete zweite Ehefrau Sophie Kiesel mit in die Familie. Kiesels dritte Ehefrau war die Schriftstellerin Susanne Faschon. Zu Kiesels bekannten künstlerischen Freundschaften zählen neben vielen anderen Hans Purrmann, Rudolf Levy, Josef Albers, Ludwig Waldschmidt, Will Faber, Hanna Forster sowie der deutsche Kunsthistoriker Gustav Friedrich Hartlaub.

Während seiner Zeit in Mannheim von 1929 bis 1934 arbeitete er neben seiner Tätigkeit als Werbegraphiker als Propagandafachmann. Mit 22 Jahren war C. M. Kiesel 1925 der SPD beigetreten. In der Folge avancierte er ab 1929 zum Stützpunktleiter Ludwigshafen / Mannheim und führenden Mitglied der antifaschistischen Widerstandsgruppe „Neu Beginnen“. 1934 wurde Kiesel vom Volksgerichtshof wegen des Vorwurfs zur Vorbereitung zum Hochverrat gegen den Nationalsozialismus verurteilt und inhaftiert. 1935 flüchtete er mit seiner ersten Ehefrau Hedwig Kiesel ins Exil nach Brüssel, Paris und Südfrankreich, wo seine Ehefrau aus politischen Gründen im Konzentrationslager Gurs inhaftiert wurde. 1940 wurde er mobilisiert als „Prestatair“ in der französischen Armee und im Folgejahr demobilisiert in Montauban. Er lebte dabei in einem Zeitraum von 1940 bis zu seiner Rückkehr nach Deutschland 1945 unter einem falschen Namen in Meauzac.

Ausbildung und beruflicher Werdegang

Carl Maria Kiesel besuchte von 1909 bis 1919 die Volkshochschule und das Humanistische Gymnasium Kaiserslautern. Zwischen 1919 und 1921 war er bei der Grafischen Abteilung der Landesgewerbeanstalt Kaiserslautern tätig und lernte dort unter Hans Dietrich und Robert Schwend. Gleichzeitig erhielt er eine Ausbildung als Lithograph in Kaiserslautern und Mannheim. Im Zeitraum von 1922 bis 1923 studierte er an der Landeskunstschule in Karlsruhe bei Ernst Würtenberger, dann an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Ernst Aufseeser und später an der Kunstgewerbeschule München bei Fritz Helmuth Ehmcke. Von 1925 bis 1934 war er freischaffender Grafiker in Kaiserslautern und Mannheim. Während seiner Emigration in Belgien und Frankreich zwischen 1935 und 1945 arbeitete er als freischaffender Grafiker in Paris, wobei es 1940/41 zur Plünderung der Pariser Wohnung durch die Gestapo kam. Die Aktion führte zum Verlust des gesamten künstlerischen Werkes. Carl Maria Kiesel kehrte mit seiner Familie im September 1945 nach Kaiserslautern zurück und leitete zunächst die Betreuungsstelle für Opfer des Faschismus. 1947 wurde ihm die Leitung der Pfälzischen Landesgewerbeanstalt übertragen, zu der außer der Galerie auch die Meisterschule für Handwerker gehörte. 1952 trennte man diese Institutionen und stellte die Meisterschule unter eine eigene Leitung. Carl Maria Kiesel blieb bis 1965 Direktor der Pfalzgalerie Kaiserslautern des Bezirksverbands Pfalz. Parallel zu seiner Berufstätigkeit als Museumsleiter arbeitete Kiesel kontinuierlich als Grafiker und konstruktivistischer Maler weiter.

Öffentlichkeitsarbeit und Vereinsmitgliedschaften

Carl Maria Kiesel war Initiator vieler internationaler Kunstausstellungen und setzte sich für die Wiederherstellung der Wertschätzung bedeutender und junger Künstler in Deutschland besonders in Rheinland-Pfalz ein, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt oder als „entartet“ stigmatisiert worden waren, wie Hans Purrmann und Rudolf Levy. Er hinterließ ein umfangreiches künstlerisches Œuvre im öffentlichen und privaten Besitz.

Partei-/ Vereinsmitgliedschaften

Preise und Auszeichnungen

Werke und Ausstellungskataloge (Auswahl)

Werke

Umschlags- und Gebrauchsgraphik (Auswahl)

Ausstellungen (Auswahl)

Ausstellungskataloge (Auswahl)

Bilder (Auswahl)

Literatur

Belege

  1. ↑ Ausstellung „100 Jahre APK“ eröffnet, auf bv-pfalz.de
  2. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 Daniela Christmann, Die Moderne in der Pfalz: künstlerische Beiträge, Künstlervereinigungen und Kunstförderung in den zwanziger Jahren. Hg. Kehrer, 1999, Heidelberg.
  3. 1 2 3 4 5 6 7 8 Ausstellungskatalog Carl Maria Kiesel 1903-1971 Pfalzgalerie Kaiserslautern 19.08.-03.10.1982.
  4. ↑ "Neu Beginnen". Abgerufen am 6. Mai 2021.
  5. ↑ Widerstand gegen den Nationalsozialismus - Eine Ausstellung von Walter Pahl und Marie-Luise Zürcher. Abgerufen am 6. Mai 2021.
  6. ↑ Pfalzpreis für Bildende Kunst – Bezirksverband Pfalz. Abgerufen am 6. Mai 2021.
  7. ↑ Ausstellungskatalog 65 Jahre APK 1922/87. Arbeitsgemeinschaft Pfälzer Künstler. Jubiläumsausstellung 1922-1987, 12. Juni bis 12. Juli 1987.
  8. ↑ Ausstellungskatalog Jahresausstellung 1951 der Arbeitsgemeinschaft Pfälzer Künstler mit Gästen aus dem Saargebiet, Kaiserslautern, Pfalzgalerie 6.10.-02.11.1951.
  9. ↑ Ausstellungskatalog Verkaufsausstellung 1952 der Künstler von Rheinland-Pfalz, Mainz, Landtag, 22.11.-24.12 1952.
  10. ↑ Ausstellungskatalog Kunstausstellung Rheinland-Pfalz und Saar 1956, Malerei, Graphik, Plastik, Kob-lenz, Schloss 23.09.-21.10.1956.
  11. ↑ Ausstellungskatalog Ausstellung 1958 der Arbeitsgemeinschaft Pfälzer Künstler, Kaiserslautern, Pfälzi-sche Landesgewerbeanstalt.
  12. ↑ Ausstellungskatalog APK Ausstellung 1962 Arbeitsgemeinschaft Pfälzer Künstler, Kaiserslautern, Pfälzi-sche Landeswerbeanstalt, 31.03.-02.05.1962, Pirmasens, Messehalle 04.05.-20.05.1962.
  13. ↑ Ausstellungskatalog Aufbruch nach 1945 – Bildende Kunst in Rheinland-Pfalz 1945-1960 Landesmuseum Mainz, 11. April bis 31. Mai 1987.
Personendaten
NAME Kiesel, Carl Maria
KURZBESCHREIBUNG deutscher Grafiker und Widerstandskämpfer
GEBURTSDATUM 15. August 1903
GEBURTSORT Kaiserslautern
STERBEDATUM 13. Juli 1971
STERBEORT Maintal-Bischofsheim