Carl von Jasmund

Carl Friedrich Wilhelm Theodor Gustav von Jasmund, auch Karl von Jasmund (* 17. September 1782 in Kassel; † 22. April 1847 in Dresden) war ein preußischer Major, Kammerherr und Landrat.

Leben

Herkunft und Familie

Wappen derer von Jasmund.

Carl von Jasmund war Angehöriger des ursprünglich rügischen, später in Mecklenburg und darüber hinaus verbreiteten Adelsgeschlechts von Jasmund. Seine Eltern waren der württembergische Minister Ludwig Helmuth Heinrich von Jasmund (1748–1825) und dessen erste Frau Henriette Wilhelmine, geb. von Schlotheim (1758–1810), Tochter des Generals Karl Wilhelm von Schlotheim.

Carl von Jasmund vermählte sich in erster Ehe mit Emma Blumenbach (1783–1819), Tochter des Göttinger Universitätsprofessors Johann Friedrich Blumenbach, Ritters des Guelphen-Ordens, und in zweiter Ehe im August 1822 mit (Albertine Agnes) Natalie von Schlieben (1800–1850). Aus 2. Ehe sind drei Söhne hervorgegangen, darunter der Generalkonsul in Alexandria, Journalist und Historiker Julius von Jasmund (1827–1879) und der persönliche Adjutant bei Kronprinz Friedrich (III.) Wilhelm, Karl von Jasmund (1832–1870). Carl von Jasmund hatte mehrere Enkelkinder.

Werdegang

Carl von Jasmund kam als Geheimer Legationsrat 1808/09 als Vortragender Rat in das Ministerium für auswärtige Angelegenheiten. Später wurde er in Vertretung Ober-Polizei-Direktor in Stuttgart. Von 1812 bis 1814 war er württembergischer Landvogt am Kocher in Ellwangen. Bereits vorher war er durch den württembergischen König ermahnt worden, aber erst durch einen Zeitungsartikel eskalierte die Auseinandersetzung. Der am 7. Juli 1814 im Rheinischen Merkur veröffentlichten Beitrag, stellte den König als unpatriotisch dar. Daraufhin wurde ein gerichtliches Verfahren eingeleitet. Einer Inhaftierung entzog er sich. Am 27. Juli 1814 erklärte er, dass er aus dem württembergischen Dienst ausscheide und verließ mit einem Pass von Heinrich vom und zum Stein Württemberg. Bereits am 31. Juli 1814 soll er sich als Mitarbeiter von Heinrich vom und zum Stein in preußischem Dienst befunden haben. Jasmund war Ritter des Württembergischen Kronenordens.

In der preußischen Armee war er als Rittmeister von 1815 bis 1818 als Adjutant von Carl von Clausewitz beim Generalkommando am Rhein in Koblenz. 1819 wechselte er in gleicher Stellung zum Generalkommando in Sachsen nach Merseburg. Am 3. April 1820 hat er seinen Abschied erhalten und wurde als Major 1821 Landrat des Kreises Wittenberg.

Im Februar 1827 stiftete er den für den Wittenberger Kreis gebildeten Verein zur Beförderung der Landesverschönerung. Die von seinem Vater geerbten mecklenburgischen Landgütern Cammin (bei Stargard) und Riepke, verkaufte er 1830 bzw. 1831 an den Pensionär Adolph Hoth.

1838 hat er die Schleife zum Roten Adlerorden III. Klasse erhalten. Seinen Anstellung als Landrat endete 1840. Seinen Lebensabend verbrachte er in Dresden. Carl von Jasmund war Ritter des Königlich Preußischer St. Johanniter-Ordens.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Petra Wulbusch: Therese Huber Briefe. Band 6: Juli 1815 bis September 1818. Auflage-Online-Ressource, de Gruyter, Berlin 2011, S. 1309 und S. 1361.
  2. ↑ Praktiken der Monarchie | Digitale Editionen des BBAW-Zentrums „Preußen–Berlin“: Karl Helmuth Maximilian von Jasmund.
  3. ↑ Landesarchiv Baden-Württemberg, Hauptstaatsarchiv Stuttgart, E 40/31 Bü 232: Anstellung des Carl von Jasmund als Geheimer Legationsrat und referierender Rat beim Ministerium für auswärtige Angelegenheiten.
  4. ↑ Kgr. Württemberg: Königlich-Württembergisches Staats- und Regierungs-Blatt. 1814. Eigenverlag, Stuttgart 1814, S. 305.
  5. ↑ Therese Huber: 1812–1815. Max Niemeyer Verlag, Tübingen, 2005, ISBN 978-3-484-10805-9.
  6. ↑ Handbuch der Provinz Sachsen. 1839. 16. Kreis Wittenberg. Verlag Rubach (Eugen Fabricius-Magdeburg | Salzwedel-E. Kloß), Magdeburg / Salzwedel 1839, S. 350.
  7. ↑ Militair-Wochenblatt. Jg. 1-1816-No. 5, Ernst Siegfried Mittler, Berlin, Sonnabend den 27. Juli 1816, (S. 38); ff. Jg. 3, Berlin 1818, S. 596.
  8. ↑ Militär-Wochenblatt. Jg. 4, E. S. Mittler, Berlin 1819, S. 891.
  9. ↑ Militär-Wochenblatt. Jg. 5, E. S. Mittler, Berlin 1820, S. 1380.
  10. ↑ Militär-Wochenblatt. Jg. 31, E. S. Mittler, Berlin 1847, S. 188.
  11. ↑ Verhandlungen des Vereins zur Beförderung des Gartenbaues in den Königlich Preußischen Staaten. 4. Band, Selbstverlag-Verein, Berlin 1828, S. 143.
  12. ↑ Georg Krüger: Das Land Stargard. In: Kunst- und Geschichts-Denkmäler des Freistaates Mecklenburg-Strelitz. (Im Auftrage des Ministeriums (Abteilung für Unterricht und Kunst)). Band I. Nummer III. Abteilung: Die Amtsgerichtsbezirke Friedland (2. Hälfte), Stargard und Neubrandenburg. Kapitel=Amtsgerichtsbezirk Stargard – Riepke; Kommissionsverlag der Brünslow’schen Verlagsbuchhandlung (E. Brückner), Neubrandenburg 1929, 138.
  13. ↑ Militär-Wochenblatt. Jg. 23, E. S. Mittler, Berlin 1838, S. 14.
  14. ↑ Novalis Schriften, Band 3, 1928, S. 485.