Carlos Mallo Molina

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Carlos Mallo Molina (geboren 1988 oder 1989) ist ein kanarisch-spanischer Umweltaktivist. Er verhinderte erfolgreich den Bau einer Hafenanlage in einem 170.000 Hektar großen, artenreichen Meeresschutzgebiet und wurde dafür 2025 mit dem Goldman Environmental Prize ausgezeichnet.

Biographie

Carlos Mallo Molina kam Ende der 1980er Jahre in Galicien zur Welt. Nach seinem Studiumabschluss als Bauingenieur 2012 ging er nach Teneriffa und arbeitete zunächst als Projektmanager bei großen Bauprojekten. In seiner Freizeit erkundete er als begeisterter Taucher die Unterwasserwelt vor der Insel.

Als Molina 2015 eine wichtige Position in der Bauleitung für Teneriffas neue Autobahn übernahm, entdeckte er die Pläne der lokalen Regierung für den Hafen von Fonsalía. Dieser sollte direkt neben dem artenreichsten Meeresökosystem der Insel liegen. Bei seinen Tauchgängen begann er, das Unterwassergebiet, in dem der Hafen gebaut werden sollte, zu kartieren und erkannte, wie bedroht das Ökosystem durch das Projekt war.

Maritime Flora und Fauna um Teneriffa

Unechte Karettschildkröte
Blauhai
Grindwale
Seegraswiese

Teneriffa ist die größte der zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln im Atlantischen Ozean und liegt etwa 300 km vor der nordwestafrikanischen Küste. In ihren südwestlichen Gewässern findet sich eine der größten Artenvielfalten Spaniens und seiner Überseegebiete, darunter das fast 70.000 Hektar große Meeresschutzgebiet Zona Especial de Conservación Teno-Rasca. Das Gebiet beherbergt unter vielen anderen 21 Walarten, die bedrohten Unechten Karettschildkröten und Grünen Meeresschildkröten, Blauhaie und Riesenkalmare. Jährlich besuchen sechs Millionen Touristen Teneriffa, angelockt von der üppigen Unterwasserwelt der Insel, die sich ideal zum Tauchen und zur Walbeobachtung eignet. Die Südwestküste der Insel ist von der World Cetacean Alliance als Walschutzgebiet anerkannt – eines von nur fünf weltweit – aufgrund einer einzigartigen Population von über 350 tropischen Grindwalen.

Teneriffas Meeresumwelt ist schon seit Jahrzehnten zunehmend bedroht durch nicht nachhaltige Entwicklung und Massentourismus. Über die Hälfte der lebenswichtigen Seegraswiesen ist verschwunden, die Fischbestände sind drastisch zurückgegangen, und die Meereslebewesen sind zunehmend durch Verschmutzung und Überfischung gefährdet.

Das Hafenprojekt von Fonsalía

Bereits 1999 hatte die spanische Regierung Pläne für den Bau eines Hafens für Fonsalía an der Westküste Teneriffas; mitten im Meeresschutzgebiet sollte ein weitläufiges Fährterminal und einen Freizeithafen entstehen. Damit sollte auch die Verbindung zu den anderen kanarischen Inseln La Palma, La Gomera und El Hierro verbessert werden. Zunächst wurde eine Autobahn gebaut und 2016 fertiggestellt, die die Gemeinden der Insel mit dem projektierten Hafen verbinden sollte. 2015 machte die Regierung ihre Planung öffentlich: Der 6 Hektar große Hafen sollte 203 Millionen US-Dollar kosten und Platz für 470 Sportboote sowie Liegeplätze für fünf große Passagierfähren bieten. Der Bau des Hafens von Granadilla im Osten Teneriffas im Jahr 2010 wurde von vielen Inselbewohnern mit massiven Umweltschäden wie der weitgehenden Zerstörung der ausgedehnten Seegraswiesen in Verbindung gebracht. Für Fonsalía wurden ebenfalls die Zerstörung von Lebensräumen, Lärmbelästigung und die Gefährdung von Walen und anderen Meerestieren durch den Schiffsverkehr im Walschutzgebiet befürchtet.

Innoceana

2018 gab Molina, besorgt über die Umweltauswirkungen des Hafens, seinen sicheren Job als Ingenieur auf und gründete die Organisation Innoceana, um den Hafen zu verhindern und das Meeresökosystem der Kanarischen Inseln zu schützen. Innoceana erstellte eine Basisdatenbank zu den lokalen Meeresarten, ihren Lebensräumen und dem Zustand des Ökosystems. Gestützt auf sein ingenieurtechnisches Wissen verfasste Molina Berichte, die die technischen Probleme des geplanten Hafens von Fonsalía aufzeigten und Alternativen wie beispielsweise den Ausbau bestehender Häfen skizzierten. Molina erreichte, dass die spanischen Medien über die Kampagne gegen den Hafen berichteten, und lenkte so die öffentliche Aufmerksamkeit auf das Thema. Unter seiner Leitung entwickelte das Team von Innoceana die interaktive digitale Bildungsplattform „Innotales“, in der die Bedeutung der Meereswelt Teneriffas aufgezeigt wird. Ein Kinderbuch erzählte von einer Meeresschildkröte auf der Suche nach Seegraswiesen vor den Kanarischen Inseln. Molina entwickelte Medien für einen virtuellen Tauchgangs in den Meeresgebieten, die auch die Bedrohung durch das Hafenprojekt deutlich machte. In Kooperation mit der Bürgerinitiative „Salvar Fonsalía“, die Anwohner, Taucher und internationale Organisationen zusammenführte, konnten über 420.000 Unterschriften für eine Bürgerpetition gegen den Bau des Hafens von Fonsalía gesammelt werden.

Schutzmaßnahmen

Im Oktober 2021 gab die Behörden bekannt, dass der Bau des Hafens von Fonsalía aufgegeben werde. Regierungsbeamte räumten ein, dass die Jahrzehnte alten Umweltverträglichkeitsprüfungen veraltet und unzureichend waren und dass der geplante Hafen nach heute gültigen Kriterien eindeutig das Meeresleben bedrohen würde. Der Schutz des 68.800 Hektar große Meeresschutzgebiet Teno-Rasca als einzigem Walschutzgebiet in europäischen Hoheitsgewässern wurde bestätigt.

Molina trieb gemeinsam mit Innoceana die Entwicklung des ersten Meeresschutz- und Bildungszentrums der Kanarischen Inseln voran, das sich im Herzen des vormals geplanten Hafengeländes befinden wird. Das neue Zentrum wird innovative Bildungsprogramme anbieten, darunter ein „Ozean-Klassenzimmer“ und wird mit über zwei Millionen Dollar an Fördermitteln der Europäischen Union gefördert.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 2025 Goldman Prize Winner Carlos Mallo Molina. 2025, abgerufen am 2. März 2026 (englisch).
  2. 1 2 Mike DiGirolamo: How a road engineer became an ocean activist & won the world’s top environmental prize. 13. Mai 2025, abgerufen am 2. März 2026 (englisch).
  3. ↑ Isora: Streit um den Hafen von Fonsalía. Radio Europa, abgerufen am 4. März 2026.
  4. 1 2 What is happening in Fonsalía? Abgerufen am 4. März 2026 (englisch).
  5. ↑ Fonsalia port is shelved but alternatives are needed to ease congestion in Los Cristianos. Canarian Weekly, 16. Oktober 2023, abgerufen am 4. März 2026 (englisch).
Personendaten
NAME Molina, Carlos Mallo
KURZBESCHREIBUNG kanarisch-spanischer Umweltschützer
GEBURTSDATUM 1988 oder 1989
GEBURTSORT Galicien