Carmelo Colamonico

Vito Carmelo Colamonico (Colamonaco) (* 27. Juli 1882 in Acquaviva delle Fonti; † 31. Dezember 1973 in Neapel) war ein italienischer Geograph und Akademiker.

Leben

Carmelo Colamonico wurde am 27. Juli 1882 in Acquaviva delle Fonti als Sohn von Ottavio Colamonaco und Maria Paola Del Giudice geboren. In seinen Jugendjahren besuchte er als Schüler des Philosophieprofessors Antonio Lucarelli das Gymnasium in Gioia del Colle. Sein Philosophiestudium an der Universität Neapel wurde von Filippo Porena, einem der profiliertesten Geografen seiner Zeit, besonders stark gefördert. Er schloss es im Jahre 1905 mit einer Arbeit über die Geographie von Apulien ab.

Aus Neapel zurückgekehrt, beteiligte sich Colamonico aktiv am gesellschaftlichen und politischen Stadtleben und wurde Referent für Bildung. Er lehrte sowohl am Gymnasium von Gioia del Colle als auch an den Technischen Instituten von Bari, Foggia und Neapel. Im Jahre 1922 erhielt er den Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie an der Hochschule für Wirtschaft und Gewerbe in Bari, heute Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Bari.

Colamonico heiratete am 15. Oktober 1923 Anna Maria Pellerano, mit der er zwei Töchter hatte, und ließ sich in Cassano delle Murge nieder. Als er 1927 Universitätsprofessor für Geographie wurde, zog er nach Neapel, 1942 bis 1952 war er Dekan der Philosophischen Fakultät. Währenddessen unterrichtete er auch Kolonialgeographie an der Universität Neapel L’Orientale und der Università degli Studi Suor Orsola Benincasa. Von 1947 bis 1954 war er Mitglied im Bildungsrat, wurde Präsident der Accademia Pontaniana und war ab 1963 ordentliches Mitglied der Accademia Nazionale dei Lincei. Weitere Ehrenmitgliedschaften hatte er an der Italienischen Geographischen Gesellschaft, der Accademia Pugliese delle Scienze und der Società Nazionale di Scienze, Lettere e Arti in Napoli inne. Colamonico arbeitete am Istituto dell’Enciclopedia Italiana Treccani mit und wurde Direktor des Zentrums für Wirtschaftsgeographie am Consiglio Nazionale delle Ricerche. Zudem wurde er Vorsitzender des Nationalen Komitees für die Carta della utilizzazione del suolo d’Italia, später auch Direktor des Meteorologischen Observatoriums von Bari. Von 1963 bis 1965 war er auch Mitglied des Obersten Rates der Akademien und Bibliotheken.

Bis zum Jahr 1971 setzte Colamonico seine Arbeiten und Forschungen fort und starb am 31. Dezember 1973 in Neapel.

Wirken

Ab 1908, bereits mit 25 Jahren, begann er mit der Veröffentlichung von wissenschaftlichen Werken und arbeitete an den Studi corologici sulla Puglia, ein mehrbändiges Werk zu Studien der Chorologie Apuliens. Im Jahre 1910 nahm er am VII. Congresso Geografico Italiano in Palermo teil, wo er auf seine ersten Studien zur Karstmorphologie und Grundwasserhydrographie Apuliens hinwies. Die Ergebnisse seiner Studien über die hydrogeologischen Besonderheiten Apuliens veröffentlichte er in seiner Arbeit Le acque sotterranee in Puglia 1913. Zwei Jahre darauf brachte er die umfangreiche Monographie mit La pioggia nella Campania heraus, die Resultate seiner Untersuchungen zum Niederschlag in Kampanien. Dann begann er sich eingehend mit der Kartographie zu beschäftigen und veröffentlichte 1921 die Appunti storici sulla cartografia della Puglia, Notizen zur Geschichte der Kartographie Apuliens.

Colamonico war des Weiteren für Agrar- und Wirtschaftsgeographie verantwortlich und veröffentlichte 1922 einen Artikel über die geographische Verteilung der Kulturen in der Provinz Bari. Im Jahr 1926 beendete er seine Studien zur Karstmorphologie Apuliens, die er hauptsächlich in den Karstregionen Pulo di Altamura, Pulicchio di Gravina und diversen Karstbecken um Murge ausführte. Er organisierte den XI. Congresso Geografico Italiano in Neapel (1930) und publizierte dazu ein vierbändiges Tagungsprotokoll. Ab 1932 untersuchte er die Bedeutung der Niederschlagshäufigkeit für die Bevölkerung der Siedlungen um Murge. Er veranschaulichte 1939 die älteste regionale Karte Apuliens von Jacopo Gastaldi aus dem Jahre 1567.

Als Colamonico Direktor des Zentrums für Wirtschaftsgeographie am Consiglio Nazionale delle Ricerche wurde, begann 1956 seine wichtigste Kollektivarbeit an der Veröffentlichung der Carta della utilizzazione del suolo d’Italia, die 26 Karten hohen Maßstabs in 18 Bänden der Memorie di geografia economica enthielt, die die Vegetation Italiens beschreiben. Diese Arbeit genoss besondere internationale Resonanz, so dass er am Internationalen Geographischen Kongress in Stockholm und in Washington Bekanntheit gewinnen konnte. Colamonico legte einen besonderen Maßstab an die Verwendung von geographischen Karten in der Bildung und gab daher eine Vielzahl von Karten heraus, die die allgemeine und die physische Geographie sowie die Geschichte darstellen. Diese hatte er 1956 in La geografia nelle scuole secondarie, einem geographischen Schulatlas für die Sekundarstufen, zusammengefasst. Auch Lehrbücher hatte er verfasst. Im Jahre 1957 organisierte er den XVII. Congresso Geografico Italiano in Bari.

Insgesamt veröffentlichte Colamonico in seinen 65 Studienjahren über 200 Schriften und Werke über Süditalien, insbesondere über den Karst und die Grundwasserhydrographie.

Werke

Literatur

Commons: Carmelo Colamonico – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Accademici: Carmelo Colamonico. Accademia Nazionale dei Lincei, abgerufen am 7. April 2026 (italienisch).
Personendaten
NAME Colamonico, Carmelo
ALTERNATIVNAMEN Colamonico, Vito Carmelo
KURZBESCHREIBUNG italienischer Geograph und Akademiker
GEBURTSDATUM 27. Juli 1882
GEBURTSORT Acquaviva delle Fonti
STERBEDATUM 31. Dezember 1973
STERBEORT Neapel