Karnium

❮ System Serie Stufe ≈ Alter (mya)
❮ später später später jünger
T r i a s Obertrias Rhaetium 201,4
⬍
205,7
Norium 205,7
⬍
227,3
Karnium 227,3
⬍
237
Mitteltrias Ladinium 237
⬍
241,464
Anisium 241,464
⬍
247
Untertrias Olenekium 247
⬍
250,8
Indusium 250,8
⬍
251,902
früher früher früher älter

Das Karnium (im deutschen Sprachgebrauch fast immer verkürzt zu Karn) ist in der Erdgeschichte die älteste (unterste) chronostratigraphische Stufe der Obertrias, die geochronologisch dem Zeitraum vor etwa 237 bis etwa 227,3 Millionen Jahren entspricht und somit ca. 10 Millionen Jahre dauerte. Die vorhergehende Stufe ist das Ladinium der Mitteltrias, die folgende Stufe das Norium.

Namensgebung und Geschichte

Edmund Mojsisovics von Mojsvár führte den Namen 1869 als „Karnische Stufe“ ein. Nicht ganz klar ist, ob der Name sich von den Karnischen Alpen (Österreich) oder eher vom lateinischen Namen für Kärnten (Carinthia) ableitet. Eine weitere Verbindung könnte zu dem keltischen Stamm der Karner und dem Gebiet Karnien bestehen, aus dem erst der Name „Carinthia“ und die Karnischen Alpen hervorgegangen ist.

Definition und GSSP

Der Beginn der Stufe wird mit dem Erstauftreten der Ammoniten-Art Daxatina canadensis definiert. Der offizielle GSSP (globale Typlokalität und Typprofil) ist das Profil in den Stuores-Wiesen bei Badia (Provinz Bozen, Südtirol). Das Ende der Stufe wird durch die Basis der Ammoniten-Zone Klamathites macrolobatus oder Stikinoceras kerri und durch die Conodonten-Zonen Metapolygnathus communisti oder Metapolygnathus primitius festgelegt. Die endgültige Grenzziehung (bzw. der GSSP für das Norium) ist noch nicht ratifiziert.

Untergliederung

Das Karnium wird in fünf Ammoniten-Zonen untergliedert:

Regional wird das Karn in die Unterstufen Cordevol (Cordevolium), Jul (Julium) und Tuval (Tuvalium) unterteilt, was etwa Unter-, Mittel- und Oberkarn entspricht.

Fossilien

Aus dem Karnium stammen Funde der ältesten Dinosaurier. Hierzu zählen Herrerasaurus, Eoraptor und Mbiresaurus raathi.

Das Karnium endete mit dem sogenannten Karnischen Pluvialereignis, einem größeren, wahrscheinlich durch intensiven Vulkanismus verursachten Massenaussterben, dem bis zu einem Drittel der marinen Protisten, Wirbellosen und Wirbeltiere zum Opfer fiel, außerdem zahlreiche Landwirbeltiere. Das bereitete den Weg für die nach dem Karnium folgende Entwicklung moderner Pflanzen- und Tiergruppen, darunter die Koniferen, die Insekten, die Dinosaurier, Krokodile, Echsen, Schildkröten und Säuger.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. ↑ Edmund von Mojsisovics: Über die Gliederung der oberen Triasbildungen der östlichen Alpen. Jahrbuch der Kaiserlich-Königlichen Geologischen Reichsanstalt Wien, 19: 91–150, Wien 1869 Online bei archive.org (S. 127).
  2. ↑
  3. ↑ Auf den Spuren des globalen Klimawandels – Vulkanismus als Treiber des Klimas in der „Karnischen Krise”. in Raumfahrer.net
  4. ↑ Alexander Lukeneder, Petra Lukeneder, Reinhard F. Sachsenhofer, Guido Roghi & Manuel Rigo (2024): Multi-proxy record of the Austrian Upper Triassic Polzberg Konservat-Lagerstätte in light of the Carnian Pluvial Episode. Nature Research, Scientific Reports. https://www.nature.com/articles/s41598-024-60591-9
  5. ↑ Jacopo Dal Corso et al. 2020. Extinction and dawn of the modern world in the Carnian (Late Triassic). Science Advances 6 (38): eaba0099; doi:10.1126/sciadv.aba0099

Literatur