Carolyn Wood Sherif (* 26. Juni 1922 in Loogootee; † 23. Juli 1982 in State College (Pennsylvania)) war eine US-amerikanische Sozialpsychologin und Professorin an der Pennsylvania State University.
Sie wurde als jüngstes der drei Kinder von Bonny Williams und Lawrence Anselm Wood geboren. Ihr Vater war Professor an der Purdue University. Sie schloss 1940 die West Lafayette High School ab. 1943 erwarb sie an der Purdue University einen Bachelor of Science mit Auszeichnung in einem experimentellen Programm für Studentinnen der Naturwissenschaften. 1944 bekam sie an der University of Iowa einen Master-Abschluss in Sozialpsychologie bei Wendell Johnson. Dort führte sie ihre ersten Forschungen mit Leon J. Yarrow zu Einstellungen durch und untersuchte, wie Menschen auf Perspektiven reagieren, die ihren eigenen widersprechen.
Beruflich begann sie als psychologische Forscherin für Audience Research Inc. in Princeton zu arbeiten. Sie verließ aber bald die Umfrageforschung, da sie unzufrieden mit der ihr übertragenen Aufgabe war, Daten über potenzielle Hollywood-Filme zu analysieren, und aufgrund sexueller Belästigung. Stattdessen beschloss sie, ihr Studium wieder aufzunehmen und bewarb sich um eine Stelle als wissenschaftliche Hilfskraft bei Muzafer Sherif an der Princeton University. Da Princeton erst ab 1961 Frauen als Doktorandinnen zuließ, pendelte sie für ihr Graduiertenstudium zur Columbia University. Nach der Geburt ihrer drei Kinder nahm sie 1958 ein Vollzeitstudium an der University of Texas auf und promovierte (Ph.D.) dort 1961 bei Wayne H. Holtzman. Titel ihrer 1963 veröffentlichten Dissertation war Social Categorization as a function of Latitude of Acceptance and Series Range; sie untersuchte dabei mittels eines experimentellen Designs die verschiedenen Positionen bei indigenen und nicht-indigenen Personen zu einem Thema, das die Personen als akzeptabel empfanden, wie sich der Akzeptanzbereich einer Person in Abhängigkeit vom Bereich der als akzeptabel oder nicht akzeptabel eingestuften Reize veränderte und wie diese beiden Faktoren wiederum das Verhalten der sozialen Kategorisierung beeinflussten.
Nach ihrer Promotion arbeitete sie an einem Projekt, das sich hauptsächlich mit dem Selbstkonzept und den Zielen junger Menschen befasste. Es wurde vom US-amerikanischen Amt für berufliche Rehabilitation finanziert. Anschließend begann sie ihre Forschung am Institut für Gruppenbeziehungen in Oklahoma. Dort konzentrierte sie sich vor allem auf Jugendliche, Bezugsgruppen, Einstellungen und soziale Urteile. Nach dieser Phase erhielten sowohl Wood Sherif als auch Muzafer Sherif eine unbefristete Professur an der Pennsylvania State University.
Sie war eine national wie international führende Sozialpsychologin, die sich als Verfechterin der Rechte von Frauen in der Psychologie einsetzte. Ihre Forschungsschwerpunkte lagen auf dem Selbstsystem, intergruppalen Konflikten und Kooperation sowie sozialem Urteilsvermögen.
Ihre bekannteste Studie, das mit ihrem Mann und anderen durchgeführte Robbers-Cave-Experiment, entstand 1954. Darin untersuchten sie Konflikte und Kooperation zwischen Jungen in einem Sommerlager. Das Experiment legte nahe, dass Konkurrenz zu Konflikten führt, während gemeinschaftliche Problemlösung den Zusammenhalt stärkt.
Gegen Ende ihrer Karriere begann sie, sich auf die Psychologie des Geschlechts zu konzentrieren. Sie untersuchte geschlechtsspezifische Verzerrungen in der psychologischen Forschung, Geschlechterrollen, Identität und Fragen der Reproduktion.
1945 heiratete sie den Psychologen Muzafer Sherif (1906–1988), einen türkisch-amerikanischen Sozialpsychologen, der auch an der Pennsylvania State University lehrte und mit dem sie drei Kinder hatte: Sue, Joan und Ann Sherif. Sie starb im Juli 1982 im Alter von 60 Jahren an Krebs.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Sherif, Carolyn |
| ALTERNATIVNAMEN | Sherif, Carolyn Wood (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanische Sozialpsychologin und Hochschullehrerin |
| GEBURTSDATUM | 26. Juni 1922 |
| GEBURTSORT | Loogootee |
| STERBEDATUM | 23. Juli 1982 |
| STERBEORT | State College (Pennsylvania) |