
Der Cashpool (Eigenschreibweise CashPool) ist ein Zusammenschluss mehrerer deutscher Banken, der es deren Kunden ermöglicht, bei allen Geldautomaten der Mitgliedsbanken gebührenfrei Bargeld abzuheben.
Der Verbund wurde im Juli 2000 auf Initiative der SEB, der damaligen Citibank (jetzt Targobank), der damaligen CC-Bank (jetzt Santander Consumer Bank) und der National-Bank gegründet. Später kamen die genossenschaftlichen Sparda-Banken sowie weitere private Banken hinzu, darunter auch viele kleinere Bankhäuser und einzelne Genossenschaftsbanken.
Die Gründung war eine Antwort auf die Kündigung der Höchstentgeltvereinbarung bezüglich der Geldautomaten-Entgelte durch die Sparkassen 1997. Die Sparkassen, die 45 % der Geldautomaten in Deutschland betreiben, wollten eine Erhöhung der Entgelte durchsetzen, die früher 4 DM betrugen. Nachdem das durch das Bundeskartellamt nicht unterstützt wurde, wurden die Entgelte frei festgesetzt und durch Sparkassen und Genossenschaftsbanken stark nach oben getrieben.
Hintergrund ist die Verteilung der insgesamt ca. 50.000 Geldautomaten in Deutschland auf die einzelnen Bankgruppen:
Die privaten Banken (nicht jedoch Sparkassen und Genossenschaftsbanken) hatten sich verpflichtet, ab Januar 2011 für Fremdkunden höchstens 1,95 Euro pro Auszahlung zu verlangen. Im August 2015 haben Deutsche Bank, Postbank und Commerzbank die Selbstverpflichtung gekündigt. Von den derzeit rund 2.800 Geldautomaten des Cashpool in Deutschland sind etwa 160 Standorte nicht öffentlich zugänglich, weil sie sich auf einem Betriebsgelände oder in einem Betriebsgebäude befinden. Eine flächendeckende Versorgung oder gleichmäßige Verteilung ist nicht gegeben. So befinden sich z. B. in Nürnberg rund 20 Geldautomaten (davon ¾ öffentlich zugänglich und auch innerhalb des Stadtgebiets ungleich verteilt), der nächstgelegene Geldautomat von der Urlaubsregion Sylt dagegen erst ca. 70 km entfernt in Flensburg.
Quelle