
María Catalina Parot Donoso (* 9. März 1956) ist eine chilenische Rechtsanwältin, Unternehmerin und Politikerin.
Sie war von 2010 bis 2012 Ministerin für Staatsvermögen in der ersten Regierung von Präsident Sebastián Piñera und bekleidet dieses Amt seit dem 11. März 2026 erneut unter Präsident José Antonio Kast. Zuvor war sie unter anderem Präsidentin des chilenischen Fernsehrates Consejo Nacional de Televisión (CNTV).
Parot ist das zweite von acht Kindern des aus Talca stammenden Landwirtschaftsunternehmers Luis Óscar Fernando Parot Smits und María Eugenia Donoso Flores. Ihr Vater war Bürgermeister von Maule und kandidierte bei der Parlamentswahl 1969 für die Partido Nacional.
Im Alter von sechs Monaten erkrankte Parot an Poliomyelitis, die eine dauerhafte körperliche Beeinträchtigung ihrer Beine zur Folge hatte. Seitdem ist sie beim Gehen auf Krücken angewiesen. Mit ihrer Ernennung zur Ministerin im Jahr 2010 wurde sie die erste Frau mit eingeschränkter Mobilität, die in Chile ein Ministeramt übernahm.
Ihre Schulbildung absolvierte sie am Colegio Integrado in Talca. Dort begann sie sich politisch zu engagieren und wurde zur Vorsitzenden der Schülervertretung gewählt.
Anschließend studierte Parot Rechtswissenschaften an der Pontificia Universidad Católica de Valparaíso. Während ihres Studiums lernte sie Guillermo Fernando Toro Harnecker kennen, der an der Universidad Adolfo Ibáñez studierte und den sie später heiratete. Nach ihrer Zulassung als Rechtsanwältin absolvierte sie ein postgraduales Studium der Politikwissenschaft an der Universidad de Chile.
Gemeinsam mit ihrem Ehemann war Parot in San Clemente unternehmerisch tätig. Zu ihren dortigen Geschäftsinteressen gehörten ein Weingut, ein Restaurant und ein Reitverein.
Parot gehörte zunächst der Renovación Nacional (RN) an. Innerhalb der Partei war sie unter anderem Mitglied des Generalrates und des politischen Ausschusses, stellvertretende Generalsekretärin sowie nationale Vizepräsidentin.
Bei der Parlamentswahl 2001 kandidierte sie erfolglos für ein Mandat im Wahlkreis 30, der die Gemeinden Buin, Calera de Tango, Paine und San Bernardo umfasste. Bei der Parlamentswahl 2009 kandidierte sie erneut erfolglos, diesmal für einen Wahlkreis in der Región del Maule, der Constitución, Curepto, Empedrado, Maule, Pelarco, Pencahue, Río Claro, San Clemente und San Rafael umfasste.
Im Februar 2010 berief der gewählte Präsident Sebastián Piñera Parot zur Ministerin für Staatsvermögen. Sie trat das Amt am 11. März 2010 mit Beginn von Piñeras erster Amtszeit an.
Im November 2012 schied sie aus dem Kabinett aus, um eine Kandidatur bei der Parlamentswahl 2013 vorzubereiten. Zunächst wurde eine Kandidatur im Westen Santiagos erwogen. Diese Möglichkeit wurde später zugunsten ihres Parteikollegen Andrés Allamand aufgegeben. Parot kandidierte schließlich für die Abgeordnetenkammer im Wahlkreis 38, wurde jedoch nicht gewählt.
Im Juli 2016 trat Parot nach fast zwei Jahrzehnten aus der Renovación Nacional aus und kündigte ihren Wechsel zu Evolución Política (Evópoli) an. Dort übernahm sie später die Koordination der parlamentarischen Strategie der Partei.
2017 setzte Parot ihre Parteimitgliedschaft vorübergehend aus, um Sebastián Piñera bei den Präsidentschaftsvorwahlen des Bündnisses Chile Vamos zu unterstützen.
Im Mai 2017 wurde sie Mitglied der politischen Fernsehsendung Tolerancia Cero. Nach ihrem Ausscheiden aus der Sendung übernahm sie die Präsidentschaft des Consejo Nacional de Televisión (CNTV). Während ihrer Amtszeit erhielt ein arbeitsrechtlicher Konflikt um die Entlassung der Journalistin Tati Penna öffentliche Aufmerksamkeit.
Im Januar 2021 legte Parot den Vorsitz des CNTV nieder, um bei der Regionalwahl 2021 für das Amt der Gouverneurin der Región Metropolitana de Santiago zu kandidieren. Bei der Wahl belegte sie den vierten Platz. Im Anschluss berichteten chilenische Medien über die Finanzierung und personelle Organisation ihrer Wahlkampagne.
Am 7. Juli 2021 wurde Parot nach dem Rücktritt von Francisco Encina zur Exekutivsekretärin der Verwaltungseinheit des chilenischen Verfassungskonvents ernannt. Bereits am 9. August 2021 trat sie von dieser Funktion zurück.
Am 20. Januar 2026 wurde Parot als Mitglied des Kabinetts des gewählten Präsidenten José Antonio Kast vorgestellt und erneut für das Amt der Ministerin für Staatsvermögen nominiert.
Am 11. März 2026 trat sie das Ministeramt mit Beginn der Präsidentschaft Kasts an. Sie folgte Francisco Figueroa Cerda nach, der im Januar 2025 zum Minister für Staatsvermögen ernannt worden war. Damit übernahm Parot das Ministerium zum zweiten Mal.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Parot, Catalina |
| ALTERNATIVNAMEN | Parot Donoso, María Catalina (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | chilenische Rechtsanwältin, Unternehmerin und Politikerin |
| GEBURTSDATUM | 9. März 1956 |