Catherine Dulac

Catherine Dulac 2011

Catherine G. Dulac (* 1963) ist eine französisch-amerikanische Biologin, die durch ihre Forschung auf dem molekularbiologischen Gebiet des Geruchssinns bei Säugetieren, speziell in Bezug auf Pheromone, bekannt wurde. Sie entwickelte ein neuartiges Screeningverfahren auf der Basis von cDNA-Datenbanken von einzelnen Neuronen und eine neue Methode zum Klonen von Genen aus einzelnen Neuronen. Als Postdoktorandin entdeckte Dulac gemeinsam mit Nobelpreisträger Richard Axel die erste Familie von Säugetier-Pheromonrezeptoren. Dulac ist ein Howard Hughes Medical Investigator an der Harvard University.

Biografie

Dulac wuchs in Montpellier auf und studierte an der École normale supérieure; 1991 promovierte sie zu einem Thema der Entwicklungsbiologie an der Universität von Paris. Ihre Dissertation trug den Titel Étude de la différenciation des cellules gliales dans le système nerveux périphérique. Sie arbeitete mit Nicole Le Douarin an Entwicklungsmechanismen und führte ihre Postdoc-Studien mit Richard Axel an der Columbia University durch. Dort identifizierte sie die ersten Gene, die Säugetier-Pheromonrezeptoren kodieren.

Dulac wechselte 1996 nach Harvard. Im Jahr 2000 wurde sie zur außerordentlichen Professorin und 2001 zur ordentlichen Professorin berufen. Sie ist derzeit Forscherin am Howard Hughes Medical Institute und war bis 2013 Vorsitzende des Harvard Department of Molecular and Cellular Biology. Auf sie folgte 2014 Alex Schier.

Forschung

Catherine Dulac beschäftigt sich in ihrer Forschung mit zwei Gebieten.

Zum einen unternimmt die Arbeitsgruppe um Dulac Versuche, die molekulare, zelluläre und systemische Logik der neuronalen Schaltkreise zu verstehen, um deren Verhalten bei der Pheromon-Signalisierung besser einordnen zu können. Fragestellungen dabei sind z. B. die Natur der Pheromone und der Rezeptoren oder die neuronale Entwicklung der Verbindung von Riechzellen und dem Gehirn.

Weiterhin arbeitet Dulac auf dem Gebiet der genomischen Prägung im Gehirn und der epigenetischen Veränderungen, einerseits bei der Entwicklung des Gehirns und andererseits beim Gehirn des erwachsenen Individuums. Die Ergebnisse zeigen, dass die Prägung einen wichtigen Faktor bei der epigenetischen Veränderung darstellt. Dulac verwendet dabei molekulare, genetische und elektrophysiologische Methoden.

Weiterhin erforschte Dulac in früheren Arbeiten eine neue Strategie zum Klonen von cDNA, womit sie eine neue Pheromon-Familie im Vomeronasalen Organ charakterisieren konnte. Weiterhin entdeckte sie Moleküle, die für die Pheromonerkennung zuständig sind und erforschte molekulare Strategien, um Rezeptorsignale im Vomeronasalen Organ deuten zu können.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Auszeichnungen

Literatur

Commons: Catherine Dulac – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Seminare:

Einzelnachweise

  1. ↑ Gitschier, J.: Vive La Différence: An Interview with Catherine Dulac. In: PLoS Genet. Band 7, Nr. 6, 2011, doi:10.1371/journal.pgen.1002140, PMC 3121755 (freier Volltext) – (englisch).
  2. 1 2 Harvard University: Department of Molecular and Cellular Biology – Catherine Dulac. In: harvard.edu. Archiviert vom Original am 15. Juni 2011; abgerufen am 15. August 2023 (englisch).
  3. 1 2 3 4 5 6 Catherine Dulac. (PDF) academie-sciences.fr
  4. ↑ Harvard Portrait: Catherine Dulac In: Harvard Magazine. September 2005.
  5. ↑ National Academy of Sciences
  6. ↑ Harvard University: Catherine Dulac Elected to Membership in the American Academy of Arts and Sciences (Memento vom 15. November 2016 im Internet Archive) (englisch)
  7. ↑ Richard Lounsbery Award. In: nasonline.org. 29. Oktober 2015, abgerufen am 22. Mai 2016.
  8. ↑ Catherine Dulac – Liste des membres de l'Académie des sciences. Abgerufen am 22. Mai 2016 (französisch).
  9. ↑ AAAS: Fellows der AAAS – Catherine Dulac. Archiviert vom Original am 15. März 2018; abgerufen am 15. August 2023 (englisch).
  10. ↑ Previous Recipients – UNC Neuroscience Center – UNC School of Medicine. In: med.unc.edu. 23. Oktober 2014, abgerufen am 22. Mai 2016.
  11. ↑ Fondation Ipsen: Neurosciences. In: fondation-ipsen.org. 22. April 2016, archiviert vom Original am 21. Juli 2017; abgerufen am 15. August 2023 (englisch).
  12. ↑ Catherine Dulac. In: nasonline.org. National Academy of Sciences, abgerufen am 16. Juli 2026 (englisch).
  13. ↑ Pradel Research Award. Abgerufen am 22. Mai 2016 (englisch).
Personendaten
NAME Dulac, Catherine
ALTERNATIVNAMEN Dulac, Catherine G.
KURZBESCHREIBUNG französisch-amerikanische Biologin
GEBURTSDATUM 1963