Catherine J. Murphy (geboren 1964 in Morris Plains in New Jersey) ist eine US-amerikanische Chemikerin und Materialwissenschaftlerin. Sie ist Professorin für Chemie an der University of Illinois Urbana-Champaign (UIUC). Sie war die erste Frau an der Spitze des Fachbereichs Chemie der UIUC. Sie forscht auf dem Gebiet der Nanomaterialien.
Murphy studierte an der University of Illinois Urbana-Champaign (UIUC). 1986 schloss sie ihr Studium mit einem Bachelor of Science sowohl in Chemie als auch in Biochemie ab. Nach ihrem Abschluss absolvierte sie ein Sommerpraktikum beim Amoco Research Center in Naperville.
Murphy promovierte 1990 an der University of Wisconsin–Madison unter der Betreuung von Arthur B. Ellis. Im Mittelpunkt ihrer Doktorarbeit stand die Oberflächenchemie von Halbleitern. Von 1990 bis 1993 absolvierte Murphy ein Postdoc als Stipendiatin der NSF und der NIH unter der Betreuung von Jacqueline K. Barton am California Institute of Technology.
Murphy wurde 1993 Dozentin am Fachbereich Chemie und Biochemie der University of South Carolina. Bis 2009 blieb sie an der University of South Carolina, wo sie 2003 zur Guy-F.-Lipscomb-Professorin für Chemie ernannt wurde.
Im Jahr 2009 wurde sie zur „Peter C. and Gretchen Miller Markunas Professor of Chemistry“ an der University of Illinois at Urbana-Champaign ernannt. 2017 erhielt sie den „Larry R. Faulkner Endowed Chair in Chemistry“ an der UIUC. 2020 wurde sie zur Leiterin des Fachbereichs Chemie an der UIUC ernannt – als erste Frau in dieser Position. An der UIUC ist sie außerdem den Fachbereichen Bioingenieurwesen, Materialwissenschaft und Werkstofftechnik, dem Materialforschungslabor, dem Labor für Mikro- und Nanotechnologie, dem Center for Advanced Study, dem Carle Illinois College of Medicine sowie dem Beckman Institute for Advanced Science and Technology angegliedert. Zudem ist sie leitende Forscherin am Center for Sustainable Nanotechnology der National Science Foundation.
Von 2006 bis 2010 war Murphy leitende Redakteurin beim Journal of Physical Chemistry. Von 2011 bis 2020 war sie stellvertretende Chefredakteurin des Journal of Physical Chemistry C und ist seit 2020 Mitglied des redaktionellen Beirats dieser Zeitschrift. Murphy ist Vorsitzende des wissenschaftlichen Beirats der Welch Foundation. Außerdem ist sie Mitglied des Vorstands der Research Corporation for Science Advancement.
Der Schwerpunkt ihrer Forschung liegt auf anorganischen Nanomaterialien und den biophysikalischen Eigenschaften der DNA. Murphy ist bekannt für ihre Arbeiten zur keimvermittelten Synthese von Goldnanostäbchen mit kontrolliertem Seitenverhältnis. Ihr Labor hat die Oberflächenchemie, die biologischen Anwendungen und die Auswirkungen dieser Nanomaterialien auf die Umwelt untersucht.
Murphy hat Hunderte von wissenschaftlichen Publikationen veröffentlicht. Im Jahr 2026 weist sie laut Google Scholar einen h-Index von 113 und laut Scopus einen h-Index von 100 auf. Murphy ist Inhaberin von drei US-Patenten. Seit 2008 ist Murphy Mitautorin des Lehrbuchs zur allgemeinen Chemie „Chemistry: The Central Science“.
Murphy hat für ihre Forschung, ihre Lehrtätigkeit und ihr gesamtes berufliches Wirken zahlreiche Auszeichnungen und Anerkennungen erhalten. Im Jahr 2008 wurde Murphy zum Fellow der American Association for the Advancement of Science gewählt. Im Jahr 2015 wurde sie zum Mitglied der National Academy of Sciences und im Jahr 2019 zum Mitglied der American Academy of Arts and Sciences gewählt. Murphy wurde als Fellow in die Fachgesellschaften ihres Fachgebiets aufgenommen, darunter die American Chemical Society (2011), die Royal Society of Chemistry (2014) und die Materials Research Society (2017).
Murphys Karriere umfasst eine Reihe von Meilensteinen für Frauen, wie beispielsweise die erste Frau auf einem Tenure-Track-Posten am Fachbereich Chemie der USC und die erste Frau als Fachbereichsleiterin an der UIUC. Im Jahr 2013 erhielt Murphy den Carol-Tyler-Preis für Wissenschaftlerinnen des International Precious Metals Institute. Im Jahr 2015 erhielt sie den „Inspiring Women in STEM Award“ von Insight into Diversity.
Als Anerkennung für ihre Forschungsarbeit wurde Murphy mit dem CAREER Award der National Science Foundation (1995), dem Sloan Research Fellowship (1997), dem Inorganic Nanoscience Award der Abteilung für Anorganische Chemie der American Chemical Society (2011), dem Remsen Award für Forschung und Lehre der Sektion Maryland der American Chemical Society (2019), dem Linus Pauling Award der American Chemical Society (2019), der MRS-Medaille der Materials Research Society (2019), dem Karrierepreis der wissenschaftlichen Gesellschaft PROTEOMASS (2020) sowie dem Centenary Prizes for Chemistry and Communication (2022) ausgezeichnet. Im Jahr 2020 erhielt Murphy als erste Frau den Preis der American Chemical Society für anorganische Chemie.
Für ihre Verdienste in der Lehre wurde Murphy mit dem Cottrell Scholar Award (1996), dem USC Mortar Board Excellence in Teaching Award (1996), dem Camille Dreyfus Teacher-Scholar Award (1998), dem „Golden Key Faculty Award“ der University of South Carolina für die kreative Integration von Forschung und Lehre im Bachelorstudium (1998) sowie dem „Michael J. Mungo Undergraduate Teaching Award“ der University of South Carolina (2001) ausgezeichnet.
Catherine ist mit Bob Murphy verheiratet. Bob Murphy war Dozent für Mathematik an der University of South Carolina und anschließend an der University of Illinois Urbana-Champaign. Derzeit leben sie in Urbana, Illinois.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Murphy, Catherine J. |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanische Chemikerin und Materialwissenschaftlerin |
| GEBURTSDATUM | 1964 |
| GEBURTSORT | Morris Plains, New Jersey |