
Cecco Bravo (eigentlich Francesco Montelatici; * 15. November 1601 in Florenz; † 11. Dezember 1661 in Innsbruck) war ein italienischer Maler und Zeichner des Florentiner Barock. Der Name Cecco Bravo war zunächst ein Beiname (soprannome) unter dem Francesco Montelatici als Künstler bekannt wurde. Er wurde spätestens seit 1624 unter diesem Beinamen geführt. Die ältere Überlieferung brachte den Beinamen mit seinem als streitbar beschriebenen Charakter in Verbindung. Nach neuerer Forschung dürfte „Bravo“ jedoch eher auf den Begriff „Bravura“ und damit auf die Kühnheit und Virtuosität seines malerischen Vortrags anspielen. Cecco ist eine volkstümliche bzw. verkürzte Form von Francesco.
Cecco Bravo wurde als Sohn des Antonio di Giovanni und der Polita di Domenico Baggiani am 15. November 1601 im Florentiner Stadtviertel San Ambrogio geboren. Über seine künstlerische Ausbildung liegen nur wenige gesicherte Angaben vor. Laut dem kurzen Bericht Filippo Baldinuccis bildete er sich in Florenz zunächst als Schüler von Giovanni Bilivert aus, von dem er vor allem die Zeichentechnik übernahm. Anschließend wechselte er in die Werkstatt von Sigismondo Coccapani (1583–1643). Er wirkte an der Ausstattung der Villa Poggio Imperiale mit; als eigenhändige Arbeit gilt dort die Lünette Die Wahrsagerin Maria (um 1623, Sala delle Eroine Bibliche).

Zwischen 1625 und 1626 entstand sein erster öffentlicher Auftrag, das Altarbild Der heilige Nikolaus von Bari befreit drei zum Tode Verurteilte für den Altar der Familie Niccolini in San Simone, das bereits sein Interesse an der venezianischen Malerei erkennen lässt. Am 20. Juni 1629 wurde er Mitglied der Accademia delle Arti del Disegno und erhielt 1637 den Titel eines Accademico. Ab 1629 führte er eine eigene Werkstatt. In diesem Jahr entstand die Semiramis (Prato, Museo Civico), die 1630 Gegenstand einer Kontroverse mit dem Werkstattmitglied Lorenzo dal Borgo wurde. In den späten 1620er Jahren arbeitete Cecco Bravo überwiegend für den Servitenorden. Zahlreiche Gemälde, die zwischen 1625 und 1630 für die Kirche SS. Annunziata in Florenz entstanden, sind heute verloren.
In den 1630er Jahren widmete er sich zunehmend der Freskomalerei mit ausgeprägt erzählerischem Charakter und rückte damit in die Nähe von Giovanni da San Giovanni und Baccio del Bianco. Zu seinen bekannten Zyklen zählen die sechs Lünetten mit Szenen aus dem Leben des Bonaventura Bonaccorsi (Bonaventura da Pistoia, 1633) im Kreuzgang der SS. Annunziata in Pistoia, das Fresko Kinderspiele (um 1635) in der Villa di Mezzomonte bei Impruneta sowie Dekorationen in der Casa Buonarroti in Florenz (1636). 1637 und 1638 erhielt er Zahlungen für Arbeiten im Palazzo Pitti. In der Sala degli Argenti schuf er 1638/39 die beiden allegorischen Szenen Lorenzo de’ Medici empfängt Apoll und die Musen und Lorenzo der Friedensbringer, die Giovanni da San Giovanni begonnen hatte.
In den 1640er- und 1650er-Jahren nahm die Produktion kleinformatiger Gemälde mit mythologischen und biblischen Themen zu, die deutlich vom Einfluss der venezianischen Malerei geprägt sind. Zu den wenigen datierten Werken dieser Phase zählen der Trinkende Knabe und der Knabe mit den Libellen (beide 1650, Galleria Pasti Bencini, Florenz). 1652/53 entstand das mittlerweile verlorene Fresko Der heilige Michael und die revoltierenden Engel für San Gaetano in Florenz; zahlreiche vorbereitende Zeichnungen hierzu haben sich erhalten. Im Jahr 1656 wurde er zum Maestro del Naturale der Accademia del Disegno gewählt. 1660 folgte er einer Einladung von Anna de’ Medici und ihrem Gemahl, Erzherzog Ferdinand Karl von Tirol, an den Innsbrucker Hof. Sein Schüler Jacopo Benvenuti begleitete ihn dorthin. Ein Inventar seines Florentiner Wohnhauses verzeichnete zu dieser Zeit über 150 Gemälde. Cecco Bravo starb am 11. Dezember 1661 in Innsbruck.
Erhaltene Werke befinden sich unter anderem in folgenden Sammlungen: Art Institute of Chicago (Begegnung von Isaak und Rebecca), Gemäldegalerie Dresden (Die heilige Margarete, Depot), Museo Bardini Florenz (Judith mit dem Haupt des Holofernes), Schloss Ambras Innsbruck, Philadelphia Museum of Art (Landschaft mit Figuren; Allegorie der Patientia), Musée municipal Soissons und Kunsthistorisches Museum Wien. Cecco Bravos Malerei zeichnet sich durch eine ausgeprägte Zeichentechnik, eine lebhafte, lichtvolle Farbgebung und in seiner Spätphase durch eine zunehmend monochrome, freiere Pinselführung aus, die an das Spätwerk Tizians erinnert.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bravo, Cecco |
| ALTERNATIVNAMEN | Montelatici, Francesco (wirklicher Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | italienischer Maler und Zeichner des Florentiner Barock |
| GEBURTSDATUM | 15. November 1601 |
| GEBURTSORT | Florenz |
| STERBEDATUM | 11. Dezember 1661 |
| STERBEORT | Innsbruck |