Cecilia Puga Larrain (* 2. Oktober 1961 in Santiago de Chile) ist eine chilenische Architektin. Bekannt wurde sie durch das Projekt Casa in Bahía Azul, Los Vilos sowie durch ihre Beteiligung an internationalen Ausstellungen und Kunstprojekten. Seit 2020 ist sie Direktorin des Museo Chileno de Arte Precolombino in Santiago.
Cecilia Puga ist das älteste von sechs Kindern eines Soziologen und einer Agrarökonomin. Ihr Großvater ist Sergio Larraín García-Moreno (1905–1999), Architekt der Moderne in Chile. Er wurde 1972 mit dem Nationalen Architekturpreis von Chile ausgezeichnet und begründete durch die Schenkung seiner archäologische Sammlung das nationale Museums für präkolumbische Kunst.
Puga begann Anfang der 1980er Jahre ein Geschichtsstudium am Pädagogischen Institut der Universidad de Chile. Nachdem sie und ihre Studienfreunde nach einer Demonstration aus politischen Gründen für das Semester suspendiert worden waren, wechselte Puga das Studienfach. Sie schloss im Jahr 1990 ihr Architekturstudium an der Pontificia Universidá Católica de Chile (PUC) ab. Zwischen 1987 und 1989 studierte sie mit einem Stipendium des italienischen Außenministeriums Geschichte und Restaurierung von Baudenkmälern an der Universität La Sapienza in Rom.
1990 und 1993 war sie Redakteurin der Revista CA, dem offiziellen Organ der chilenischen Architektenkammer.
Von 1991 bis 1992 arbeitete sie im Büro von Mario Pérez de Arce Lavín (1917–2010) und ab 1993 für Teodoro Fernández, Montserrat Palmer, Rodrigo Pérez de Arce und Ramón López. Sie gründete 1995 das Architekturbüro Cecilia Puga Arquitectos und realisierte Einfamilienhäuser, Sozialwohnungen, Bildungs- und Industrieanlagen. Weiter bearbeitete sie Projekte der Städteplanung. Inzwischen ist Paula Velasco Büropartnerin.
2009 war Pugas Architekturbüro eines von 100 Büros weltweit, die von Herzog & De Meuron für den Entwurf einer Villa in der Inneren Mongolei im Rahmen des von Ai Weiwei geleiteten Projekts Ordos 100 ausgewählt wurden. 2014 wurde sie mit einer lobenden Erwähnung des arcVision Prize ausgezeichnet. Im Jahr 2012 gehörte sie zu denn 41 zeitgenössischen Architekturbüros, die Valerio Olgiati unter dem Titel Pictographs - Statements of contemporary architects auf der Biennale di Venezia präsentierte. Sie stellte 2016 dann selbst auf der Biennale di Venezia aus.
Sie war Gastprofessorin an der Pontificia Universidad Católica de Chile und der Universidad Nacional Andrés Bello (UNAB) in Santiago. 2007 und 2015 war sie Gastprofessorin an der University of Texas School of Architecture in Austin, USA. 2009 war sie Gastdozentin an der Harvard University Graduate School of Design (GSD) und 2011 an der Universitat Internacional de Catalunya (UIC Barcelona).
Sie war in den Jahren 1999 bis 2004 Mitglied des Exekutivkomitees der Fundación de la Familia Larrain Echenique, die das Museo Chileno de Arte Precolombino in Santiago betreibt. Seit 2020 ist sie Direktorin des Chilenischen Museums für präkolumbianische Kunst. Sie setzt sich dabei mit kolonialen Narrativen in der Museumspraxis auseinander. Puga argumentiert, dass die Überwindung dieser Perspektiven mehr beinhaltet als die Rückgabe von Artefakten. Sie verweist auf die Notwendigkeit einer tieferen, staatlich gesteuerten Neubewertung von Museumsnarrativen. Ihre erste Ausstellung trug den Titel „Mujeres, Ecos del pasado, voces de hoy (Frauen, Echos der Vergangenheit, Stimmen von heute)“ und zeigte eine Auswahl von Exponaten von 72 Frauen aus verschiedenen Disziplinen.
Sie nahm an wichtigen Architekturwettbewerben teil. Beim Wettbewerb für das Centro Cultural Estación Mapocho im Jahr 1992 gewann sie mit Daniel Prieto und Sebastián Álvarez den dritten Preis. Das Auditorium und die Bibliothek der Fakultät für Architektur der PUC wurden nach einem Wettbewerbsgewinn 1995 realisiert. Den Wettbewerbsentwurf bearbeitete sie gemeinsam mit den Architekten Teodoro Fernández und Smiljan Radic. 2012 gewann sie zusammen mit Paula Velasco und Alberto Moletto den ersten Platz im Wettbewerb zur Sanierung des Baudenkmals Palacio Pereira mit Umgestaltung zum Sitz des Kulturministeriums.
Sie entwarf mehrere Einfamilienhäuser, ein Labor und die katholische Kapelle in Fundo Quitralmán, Los Angeles. Sie hat Innenarchitekturprojekte für große Unternehmen und Institutionen realisiert. Bei Projekten im ländlichen Raum im Süden Chiles interpretierte sie die historische Bauweise neu.
Pugas Entwurfsansatz setzt auf „Reparatur“. Die Schäden und Brüche in unserer Umwelt und Gesellschaft werden anerkannt und die Herausforderungen der Projekte gleichzeitig als Potenzial für Innovation gesehen. Pugas Arbeit veranschaulicht diese Balance, indem sie zeitgenössisches Design und technologischen Fortschritt mit den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft verbindet.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Puga, Cecilia |
| ALTERNATIVNAMEN | Puga Larrain, Cecilia |
| KURZBESCHREIBUNG | chilenische Architektin und Museumsleiterin |
| GEBURTSDATUM | 2. Oktober 1961 |
| GEBURTSORT | Santiago de Chile |