| Tausendgüldenkraut | ||||||||||||
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| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Centaurium | ||||||||||||
| Hill |
Das Tausendgüldenkraut (Centaurium) ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Enziangewächse (Gentianaceae). Die Gattung Centaurium enthält seit 2004 nur noch etwa 20 Arten, die hauptsächlich im Mittelmeerraum vorkommen.
Seltener wird es unter anderem Hundert- und Tausendguldenkraut (vor allem in Österreich), Bitterkraut, Fieberkraut, Gottesgnadenkraut, Laurinkraut oder Sanktorinkraut genannt. Die früher 50 Arten wurden in vier Gattungen aufgeteilt und so enthält die nach der Art „Tausendgüldenkraut“ benannte Gattung Centaurium seit 2004 nur noch etwa 20 Arten.



Centaurium-Arten wachsen als ein-, zweijährige bis ausdauernde krautigen Pflanzen. Die undeutlich vierkantigen, hohlen Stängel sind einfach oder verzweigt und selbständig aufrecht bis niederliegend.
Die in grundständigen Rosetten und kreuzgegenständig am Stängel verteilt angeordneten Laubblätter sind haltbar oder verwelken zur Fruchtreife. Die Grundblätter bilden bei den meisten Arten eine Rosette, die ganzrandigen Stängelblätter am Stängel sind kreuzgegenständig.
In zymösen oder ährigen, manchmal kopfigen Blütenständen sind die Blüten locker bis dicht angeordnet; die Verzweigungen sind manchmal pseudodichotom. Es ist oft kein Blütenstiel erkennbar.
Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und selten vier-, meist fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die meist fünf gekeilten oder kantigen Kelchblätter sind nur an ihrer Basis eng verwachsen und enden mehr oder weniger spitz. Die meist fünf Kronblätter sind röhrig, stielteller- bis trichterförmig verwachsen. Die Kronlappen sind kürzer als die Kronröhre. Die Farben der Kronblätter reichen von weiß über rosa- und purpurfarben bis blau und gelb. Die vom Schlund der Krone ausgehenden Staubfäden sind dünn und die Staubbeutel anfangs aufrecht, später spiralig gedreht. Der oberständige Fruchtknoten ist ein- bis teilweise zweikammerig. Der linealische Griffel ist im obersten Bereich zweiästig und endet in zwei kopfigen Narben.
Die länglichen, spindel- oder eiförmigen Kapselfrüchte öffnen sich zweiklappig und enthalten viele Samen. Die winzigen Samen sind rötlich braun-schwarz mit netzartiger, wabenförmiger Oberfläche.
Das Verbreitungsgebiet der nur noch etwa 20 Arten der Gattung Centaurium s. str. ist hauptsächlich der Mittelmeerraum. In Nordamerika sind wenige Arten Neophyten.
Tausendgüldenkraut-Arten kommen vorwiegend auf sonnigen, feuchten bis frischen Wiesen und Waldlichtungen, aber auch auf Trockenhängen in Mittel- und Südeuropa bis in Höhenlagen von gut 1500 Metern vor. Diese wärmeliebende Pflanzengattung ist in fast ganz Europa heimisch und verbreitet. In Mitteleuropa sind die drei Arten Echtes Tausendgüldenkraut (Centaurium erythraea) mit der Unterart Kopfiges Tausendgüldenkraut (Centaurium capitatum), Strand-Tausendgüldenkraut (Centaurium littorale) sowie Kleines Tausendgüldenkraut (Centaurium pulchellum) heimisch.
In Deutschland stehen alle Tausendgüldenkraut-Arten gemäß Bundesartenschutzverordnung unter Naturschutz beziehungsweise Artenschutz. Wildwachsende Vorkommen dürfen deshalb nicht gepflückt oder beschädigt werden.
Die Gattung Centaurium wurde 1756 durch John Hill in The British Herbal, S. 62 aufgestellt. Der botanische Name Centaurium leitet sich von den griechischen Centauren, insbesondere vom heilkundigen Cheiron ab. Volksetymologisch wurde die Bezeichnung als centum aurei von den lateinischen Wörtern centum für „hundert“ und aurum für „Gold“ bzw. aureus für „golden“ und „Gulden“ abgeleitet und gab die Bezeichnung „Hundertguldenkraut“ („Pflanze, die 100 Gulden wert ist“) dann zum Tausendgüldenkraut. Ein Synonym für Centaurium Hill ist Erythraea Renealm. ex Borkh.
Die Gattung Centaurium gehört zur Subtribus Chironiinae aus der Tribus Chironieae innerhalb der Familie der Gentianaceae.
Mansion und Struwe 2004 gliederten die Subtribus Chironiinae neu. In Mansion 2004 wurde eine neue Gattung Zeltnera G.Mans. aufgestellt und die beiden Gattungen Gyrandra Griseb. sowie Schenkia Griseb. reaktiviert. Dabei wurden über 20 Arten aus der Gattung Centaurium Hill in diese Gattungen ausgegliedert. Die neue Gattung Zeltnera enthält etwa 25 Arten, die hauptsächlich von Kalifornien bis Mexiko und Texas vorkommen. Die kleine Gattung Gyrandra enthält nur die drei mexikanischen Arten: Gyrandra chironioides, Gyrandra pterocaulis sowie Gyrandra tenuifolia und die zwei Arten Gyrandra brachycalyx sowie Gyrandra pauciflora, die in Zentralamerika weit verbreitet sind. Schenkia enthält fünf Arten: die in Eurasien und Nordafrika weit verbreitete Schenkia spicata (Ähriges Tausendgüldenkraut, Syn.: Centaurium spicatum) und die drei Arten Schenkia australis, Schenkia clementii sowie Schenkia japonica die in Australien und auf Pazifischen Inseln vorkommen, sowie die seltene, gefährdete Schenkia sebaeoides aus Hawaii. Die in der Gattung Centaurium verbleibenden etwa 20 Arten kommen hauptsächlich im Mittelmeerraum vor.



Die Gattung Centaurium s. str. enthält seit 2004 nur noch etwa 20 (früher bis zu 50) Arten:
In Nordamerika wird das europäische Echte Tausendgüldenkraut als Arzneipflanze angebaut und ist dort zum Teil bereits als Neophyt eingebürgert. In Nordafrika und Südosteuropa werden Wildbestände geerntet. Das Kraut enthält neben mehreren Bitterstoffen auch Glykoside, Flavonoide, ätherische Öle, Valeriansäure und Xanthone. Es ist Bestandteil mancher Rezepturen von Pastis.
In der Volks- und Naturheilkunde findet Centaurium dank des enthaltenen Erythrocentaurins als klassische Bitterdroge und daher als appetitanregendes Magenmittel ähnlich verschiedenen Enzian-Arten Verwendung, früher auch als Antihelminthikum und Brechmittel. Genutzt werden dazu in der Regel die getrockneten, oberirdischen Pflanzenteile.
Das Echte Tausendgüldenkraut wurde im Jahr 2004 in Deutschland zur Heilpflanze des Jahres gekürt.
Ein kurzes Gedicht über ein Tausendgüldenkraut schrieb der deutsche Dichter Friedrich Rückert. Im Lyrikband Heiteres Herbarium von Karl Heinrich Waggerl findet sich ein Gedicht gleichen Namens.
Am 3. Juli 2014 gab die Deutsche Post AG in der Briefmarkenserie Blumen ein Postwertzeichen im Wert von 28 Eurocent mit dem Motiv des Tausendgüldenkrauts heraus. Der Entwurf stammt aus dem Designbüro Klein und Neumann KommunikationsDesign.