| Certaldo | ||
|---|---|---|
| Staat | Italien | |
| Region | Toskana | |
| Metropolitanstadt | Florenz (FI) | |
| Koordinaten | 43° 33′ N, 11° 2′ O | |
| Höhe | 67 m s.l.m. | |
| Fläche | 75 km² | |
| Einwohner | 15.731 (31. Dez. 2025) | |
| Postleitzahl | 50052 | |
| Vorwahl | 0571 | |
| ISTAT-Nummer | 048012 | |
| Bezeichnung der Bewohner | Certaldesi | |
| Schutzpatron | San Tommaso (3. Juli) | |
| Website | comune.certaldo.fi.it | |
Panorama von Certaldo | ||
Certaldo ist eine italienische Gemeinde mit 15.731 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2025) im Zentrum des Elsatals in der Metropolitanstadt Florenz.
Certaldo liegt rund 40 km südwestlich von Florenz. Das Stadtgebiet wird vom Fluss Elsa durchquert. Das historische Zentrum der Stadt, die Oberstadt (Certaldo Alto) liegt auf einem Hügel, die Unterstadt (Certaldo Basso) unten am Fluss und direkt an der Via Francigena entstand ab dem 17. Jahrhundert. Von der Unterstadt führt eine Standseilbahn in die Oberstadt.
Zu den Ortsteilen zählen Fiano, Sciano, Bagnano und Marcialla.
Die Nachbargemeinden sind Barberino Tavarnelle, Castelfiorentino, Gambassi Terme, Montespertoli und San Gimignano (SI).
Die Ursprünge des Ortes reichen bis in die Zeit der Etrusker zurück.
Certaldo wurde 1164 erstmals urkundlich erwähnt, als Friedrich Barbarossa die Orte Certaldo, Pogni und Semifonte (heute Barberino Val d’Elsa) den Grafen Alberti aus Prato schenkte. In Dantes 16. Gesang des Inferno wird Certaldo ebenfalls erwähnt. Vor allem ist der Ort bekannt als möglicher Geburtsort und als Sterbeort von Giovanni Boccaccio, der hier auch beerdigt wurde. Der Palazzo Pretorio war Burg der kaisertreuen Grafen Alberti, die ihren Besitz behielten, als sie sich 1184 dem guelfischen Florenz unterwarfen. 1292 übernahm Florenz die unmittelbare Herrschaft in Certaldo, der Palazzo Pretorio wurde Sitz des Gouverneurs, 1415 dann der Sitz des Vikariats des Elsatals und des Pesatals (Val di Pesa). Die heute noch sichtbaren Wappen an der Außenfassade sowie in der Eingangshalle sind Familienwappen verschiedener Vikare.
Durch die unterhalb des historischen Stadtkerns verlaufende Via Francigena und ihren Handelsströmen vergrößerte sich der Ort im 17. Jahrhundert, der tiefer gelegene Ortsteil erhielt den Namen Certaldo Basso. 1784 verlor der Ort das Vikariat, der Palazzo dei Vicari (Palazzo Pretorio) wurde danach bis 1866 als Rathaus benutzt, als das Rathaus nach Certaldo Basso an die Piazza Boccaccio verlegt wurde. Die 1849 errichtete Bahnstrecke Empoli–Siena mit Haltepunkt in Certaldo Basso brachte weiteren wirtschaftlichen Aufschwung, der durch den Tabak- und Weizenanbau seit dem 19. Jahrhundert verstärkt wurde. Seit den 1980er-Jahren ist der Tourismus ein weiterer wichtiger Wirtschaftszweig.
| Jahr | 1861 | 1901 | 1911 | 1921 | 1931 | 1936 | 1951 | 1961 | 1971 | 1981 | 1991 | 2001 | 2016 |
| Einwohner | 6.585 | 9.129 | 10.439 | 10.692 | 11.879 | 12.094 | 12.104 | 13.408 | 15.614 | 15.913 | 15.942 | 15.670 | 16.159 |


Von der Stadtbefestigung sind alle drei Stadttore, Porta al Sole, Porta al Rivellino und Porto Alberti, erhalten geblieben und stammen wie die Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert. Die Porta al Sole war das mittelalterliche Haupttor und ist mit den Wappen der Medici, zur Zeit des Befestigungsbaus Stadtherren, versehen. Der Name Tor zur Sonne entstammt seiner Lage Richtung Süden. Es ist ebenso wie die Porta Rivellino über die südwestlich gelegene Straße Costa Vecchia mit der Via Francigena verbunden, später wurde parallel dazu die modernere Via del Castello erbaut. Das Stadttor Porta Alberti war der südöstliche Zugang zur Francigena und wurde von ihr über die Straße Costa Alberti erreicht. An der Porta Alberti befindet sich heute die Seilbahnstation, die nach Certaldo Basso führt.
Städtepartnerschaften hat Certaldo geschlossen mit den Städten Neuruppin in Brandenburg (Deutschland) im Jahr 1968 und Kanramachi in Japan. Mit Canterbury in der Grafschaft Kent (England) besteht ein Abkommen über freundschaftliche Beziehungen seit 1997, das 2005 erneuert wurde.

