Diese Art wird teilweise als Unterart des Brasilzwergkauzes angesehen und dann als Glaucidium brasilianum pallens oder Glaucidium brasilianum tucumanum bezeichnet.
Als eigene Art wurde dieser Sperlingskauz vom Brasilzwergkauz aufgrund von Unterschieden in Genetik, Größe und Ruf abgetrennt durch P. Heidrich und Mitarbeiter.
Diese Abtrennung wurde vom South American Classification Committee (SACC), einem Ausschuss der American Ornithological Society nicht akzeptiert.
Der entsprechende Vorschlag auf Anerkennung als abzutrennende Art wurde abgelehnt.
Von den meisten Taxonomien wird – Stand 2026 – die Art nicht als eigenständig, sondern als Unterart des Brasilzwergkauzes (Glaucidium brasilianum) angesehen und als Claucidum brasilianum tucumanum bezeichnet.
Ihr Verbreitungsgebiet umfasst trockene und halbtrockene (dornen)buschbestandene Lebensräume von 500 bis 1800m Höhe.
Beschreibung
Der Chaco-Sperlingskauz ist eine sehr kleine Eule, 14 bis 18cm groß, das Männchen wiegt zwischen 52 und 56, das Weibchen etwa 60g. Er ist dunkelgrau bis graubraun mit hellen „Augenbrauen“ ohne sichtbare Federohren, hellem Gesicht, breiter, gelber Iris und weißen breiten Streifen an Brust und Bauch.
Stimme
Der Ruf des Männchens wird als Reihe von zahlreichen gleichmäßigen Tönen beschrieben.
Geografische Variation
Avibase unterscheidet folgende Unterarten:
Glaucidium tucumanum tucumanumChapman, 1922, Nominatform, Salta und Tucumánregion bis Córdobaprovinz
Glaucidium tucumanum pallensBrodkorb, 1938, Chacoregion, Westen Paraguays und Norden Argentiniens
Lebensweise
Die Nahrung besteht aus kleinen Vögeln, Säugetieren und Reptilien.
Die Brutzeit ist nicht bekannt.
Etymologie und Forschungsgeschichte
Die Erstbeschreibung des Chaco-Sperlingskauzes erfolgte 1922 durch Frank Michler Chapman unter dem wissenschaftlichen NamenGlaucidium brasilianum tucumanum. Das Typusexemplar wurde nahe von Rosario de Lermas gesammelt. Bereits 1832 führte Friedrich Boie die für die Wissenschaft neue Gattung Glaucidium ein. Dieser Name leitet sich von γλαυξ (glaux) für Eule ab. Der eigentliche Name ist die Diminutivform und bedeutet deshalb kleine Eule. Der Artnametucumanum bezieht sich auf die Provinz Tucumán. Pallens hat seinen Ursprung in lateinischpallens, pallentis, pallere‚blass grünlich, gelblich, blass sein‘. Alfred Laubmann führte die Unterart G. t. pallens in seinem Werk Die Vögel von Paraguay noch als Glaucidium brasilianum brasilianum, obwohl er in den Paraguay Bälgen Strix feroxVieillot, 1817 vermutete.
Gefährdungssituation
Der Chaco-Sperlingskauz gilt als nicht gefährdet (least concern).
Literatur
Friedrich Boie:Generalübersicht der ornithologischen Ordnungen, Familien und Gattungen. In: Isis von Oken. Band19, 1826, S.969–981 (biodiversitylibrary.org).
Pierce Brodkorb:Further additions to the avifauna of Paraguay. In: Occasional papers of the Museum of Zoology, University of Michigan. Nr.394, 1938, S.1–5 (englisch, umich.edu[PDF; 117kB]).
Frank Michler Chapman:Descriptions of apparently new birds from Colombia, Ecuador, and Argentina. In: American Museum novitates. Nr.31, 1922, S.1–8 (amnh.org[PDF; 6,2MB]).
Alfred Laubmann:Die Vögel von Paraguay. Band1. Strecker und Schröder, Stuttgart 1939, S.231 (google.de).
Louis Pierre Vieillot:Nouveau dictionnaire d'histoire naturelle, appliquée aux arts, à l'agriculture, à l'économie rurale et domestique, à la médecine, etc. Par une société de naturalistes et d'agriculteurs. Band7. Deterville, Paris 1817 (biodiversitylibrary.org).
↑P. Heidrich, C. König und M. Wink: Bioakustik, Taxonomie und molekulare Systematik amerikanischer Sperlingskäuz (Strigidae: Glaucidium spp.). In: Stuttgarter Beiträge zur Naturkunde, 1995, Ser. A, 534: 1-47.
↑C. König, F. Weick, J,-H. Becking: Owls A Guide to the Owls of the World. 1999, Pica Press, S.354–355. ISBN 1-873403-74-7
↑C. König und F. Weick: Owls: A Guide to the Owls of the World (Second Edition). Yale University Press., 2008
↑J. F. Clements, P. C. Rasmussen, T. S. Schulenberg, M. J. Iliff, J. A. Gerbracht, D. Lepage, A. Spencer, S. M. Billerman, B. L. Sullivan, M. Smith und C. L. Wood: The eBird/Clements Checklist of Birds of the world: v2025, 2025, Version 2025. Abgerufen am 23. Januar 2026