Chaco-Sperlingskauz

Chaco-Sperlingskauz
Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Eulen (Strigiformes)
Familie: Eigentliche Eulen (Strigidae)
Gattung: Sperlingskäuze (Glaucidium)
Art: Chaco-Sperlingskauz
Wissenschaftlicher Name
Glaucidium tucumanum
Chapman, 1922

Der Chaco-Sperlingskauz (Glaucidium tucumanum) ist eine Vogelart aus der Familie der Eigentlichen Eulen (Strigidae).

Diese Art wird teilweise als Unterart des Brasilzwergkauzes angesehen und dann als Glaucidium brasilianum pallens oder Glaucidium brasilianum tucumanum bezeichnet.

Als eigene Art wurde dieser Sperlingskauz vom Brasilzwergkauz aufgrund von Unterschieden in Genetik, Größe und Ruf abgetrennt durch P. Heidrich und Mitarbeiter.

Diese Abtrennung wurde vom South American Classification Committee (SACC), einem Ausschuss der American Ornithological Society nicht akzeptiert.

Der entsprechende Vorschlag auf Anerkennung als abzutrennende Art wurde abgelehnt.

Von den meisten Taxonomien wird – Stand 2026 – die Art nicht als eigenständig, sondern als Unterart des Brasilzwergkauzes (Glaucidium brasilianum) angesehen und als Claucidum brasilianum tucumanum bezeichnet.

Die Art kommt in Südamerika in Argentinien südlich der Provinz Tucumán und in der nördlichen Hälfte der Provinz Córdoba, in Bolivien in der Gran Chaco Region und in Paraguay vor.

Ihr Verbreitungsgebiet umfasst trockene und halbtrockene (dornen)buschbestandene Lebensräume von 500 bis 1800 m Höhe.

Beschreibung

Der Chaco-Sperlingskauz ist eine sehr kleine Eule, 14 bis 18 cm groß, das Männchen wiegt zwischen 52 und 56, das Weibchen etwa 60 g. Er ist dunkelgrau bis graubraun mit hellen „Augenbrauen“ ohne sichtbare Federohren, hellem Gesicht, breiter, gelber Iris und weißen breiten Streifen an Brust und Bauch.

Stimme

Der Ruf des Männchens wird als Reihe von zahlreichen gleichmäßigen Tönen beschrieben.

Geografische Variation

Avibase unterscheidet folgende Unterarten:

Lebensweise

Die Nahrung besteht aus kleinen Vögeln, Säugetieren und Reptilien.

Die Brutzeit ist nicht bekannt.

Etymologie und Forschungsgeschichte

Die Erstbeschreibung des Chaco-Sperlingskauzes erfolgte 1922 durch Frank Michler Chapman unter dem wissenschaftlichen Namen Glaucidium brasilianum tucumanum. Das Typusexemplar wurde nahe von Rosario de Lermas gesammelt. Bereits 1832 führte Friedrich Boie die für die Wissenschaft neue Gattung Glaucidium ein. Dieser Name leitet sich von γλαυξ (glaux) für Eule ab. Der eigentliche Name ist die Diminutivform und bedeutet deshalb kleine Eule. Der Artname tucumanum bezieht sich auf die Provinz Tucumán. Pallens hat seinen Ursprung in lateinisch pallens, pallentis, pallere ‚blass grünlich, gelblich, blass sein‘. Alfred Laubmann führte die Unterart G. t. pallens in seinem Werk Die Vögel von Paraguay noch als Glaucidium brasilianum brasilianum, obwohl er in den Paraguay Bälgen Strix ferox Vieillot, 1817 vermutete.

Gefährdungssituation

Der Chaco-Sperlingskauz gilt als nicht gefährdet (least concern).

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 Chaco-Sperlingskauz, in Avibase - Die Weltvogel-Datenbank
  2. 1 2 F. Weick: Owls (Strigiformes): Annotated and Illustrated Checklist, Springer, 2006, S. 171–172, ISBN 978-3-540-35234-1
  3. ↑ Cornell Lab of Ornithology Update 2008, S. 171
  4. ↑ IOC World Bird List Owls
  5. ↑ P. Heidrich, C. König und M. Wink: Bioakustik, Taxonomie und molekulare Systematik amerikanischer Sperlingskäuz (Strigidae: Glaucidium spp.). In: Stuttgarter Beiträge zur Naturkunde, 1995, Ser. A, 534: 1-47.
  6. ↑ C. König, F. Weick, J,-H. Becking: Owls A Guide to the Owls of the World. 1999, Pica Press, S. 354–355. ISBN 1-873403-74-7
  7. ↑ C. König und F. Weick: Owls: A Guide to the Owls of the World (Second Edition). Yale University Press., 2008
  8. ↑ SACC
  9. ↑ H. Mikkola: Owls of the World - A Photographic Guide. 2. Auflage, Bloomsbury, 2013. ISBN 978-1-4729-0593-2
  10. ↑ Proposal (773) to South American Classification Committee Split Glaucidium tucumanum from G. brasilianum.
  11. ↑ AviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025
  12. ↑ World Bird List 15.2 Owls
  13. ↑ J. F. Clements, P. C. Rasmussen, T. S. Schulenberg, M. J. Iliff, J. A. Gerbracht, D. Lepage, A. Spencer, S. M. Billerman, B. L. Sullivan, M. Smith und C. L. Wood: The eBird/Clements Checklist of Birds of the world: v2025, 2025, Version 2025. Abgerufen am 23. Januar 2026
  14. ↑ Aves Pampa
  15. 1 2 3 4 Handbook of the Birds of the World
  16. ↑ Owlpages
  17. ↑ M. McMullan: Field Guide to the Birds of Colombia Rey Naranjo Editores, 2018, ISBN 978-958-8969-77-0
  18. 1 2 3 Frank Michler Chapman (1922), S. 5–6.
  19. ↑ Pierce Brodkorb (1938), S. 3.
  20. ↑ Friedrich Boie (1832), S. 970.
  21. ↑ Glaucidium The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling
  22. ↑ pallens The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling
  23. ↑ Louis Pierre Vieillot (1817), S. 22.

Anmerkungen

  1. ↑ Boie kategorisierte den Australzwergkauz (Glaucidium nana (King, PP, 1827)) und den Sperlingskauz (Glaucidium passerinum (Linnaeus, 1758)) in die neue Gattung.
Wikispecies: Chaco-Sperlingskauz – Artenverzeichnis