| Chancenwerk | |
|---|---|
| Rechtsform | gemeinnütziger eingetragener Verein |
| Gründung | 2004 |
| Sitz | Castrop-Rauxel, Deutschland |
| Zweck | Faire Bildungschancen für Kinder und Jugendliche |
| Vorsitz | Murat Vural |
| Umsatz | 2.471.783 Euro (2018) |
| Beschäftigte | 91 (Januar 2020) |
| Website | www.chancenwerk.de |

Chancenwerk e. V. ist eine gemeinnützige Organisation, die sich bundesweit für faire Bildungschancen einsetzt. Der Verein unterstützt mit seiner Lernförderung Kinder und Jugendliche in ihrer schulischen und individuellen Entwicklung. Kern des Konzepts ist die „Lernkaskade“, die auf dem Prinzip „Geben-Nehmen“ beruht: Jugendlichen wird zugetraut, eine Gruppe von Kindern bei ihren schulischen Aufgaben zu unterstützen. So werden sie zu altersnahen „Lernvorbildern“ und erhalten dafür wiederum eine Lernhilfe durch Studenten in einem Fach ihrer Wahl.
Satzungsgemäß sind die Ziele des Vereins:
Der Verein sucht diese Ziele zu erreichen durch:
Die Integration von Migrantenkindern in das deutsche Bildungssystem soll durch den Einsatz von ethnischen Rollenvorbildern gefördert werden, indem Schüler/Studenten anderen Schülern helfen (siehe Abschnitt „Konzept“).
Der Verein wurde 2004 von Murat und Şerife Vural gemeinsam gegründet, die beide als Kinder türkischer Gastarbeiter ihre eigenen Erfahrungen im deutschen Bildungssystem gemacht haben. Sie gründeten den Verein, der damals IBFS e. V. (Interkultureller Bildungs- und Förderverein für Schüler und Studenten) hieß, um anderen Schülern mit ähnlich schwierigen Startbedingungen zu helfen. Im Jahr 2010 wurde in Chancenwerk e. V. umbenannt.
2016 zog der Verein in größere Räumlichkeiten zum aktuellen Vereinssitz in Castrop-Rauxel um. Im Jahr 2017 eröffnete er die ChancenSCHULE am neuen Vereinssitz und konnte dadurch seine Lernförderung erstmals in eigenen Räumlichkeiten anbieten. Seit 2019 wird das vom Verein entwickelte Lernprogramm cosinus eingesetzt.
Heute kooperiert der Verein mit 86 Schulen in 34 Städten in 9 Bundesländern und erreicht wöchentlich über 4.700 Schüler.
Kern des Konzepts ist die Lernkaskade, die auf dem Prinzip „Geben-Nehmen“ beruht: Jugendlichen wird zugetraut, eine Gruppe von Kindern bei ihren schulischen Aufgaben zu unterstützen. Dafür erhalten diese selbst Lernhilfe durch Studenten in einem Fach ihrer Wahl. Für Jugendliche, die anderen Kindern in der Lernförderung Hilfe geben, ist das System grundsätzlich kostenfrei. Eltern jüngerer Kinder zahlen einen einkommensabhängigen Beitrag.
Dieses pädagogische System, das Teamgeist und Lernerlebnis kombiniert, soll Wissen auf Augenhöhe vermitteln. Mit der Lernkaskade werden die Schüler dabei selbst zu altersnahen „Lernvorbildern“.
Auf ihre Rollen in der Lernkaskade werden die Schülerinnen und Schüler von Chancenwerk vorbereitet und fortlaufend begleitet. Die Arbeit basiert auf engen Partnerschaften mit Schulen, welche durch diese Kooperationen langfristig entlastet werden. Die Lernförderung von Chancenwerk soll dort ansetzen, wo die Schulen dem individuell nötigen Förderbedarf der Schüler nicht gerecht werden können.
Zum 19. April 2021 wurde das Angebot von Chancenwerk um die digitale Plattform „ChancenCAMPUS“ erweitert.
Der Verein wird weitgehend von Zuwendungen von Stiftungen, Unternehmen und Privatpersonen finanziert. Hinzu kommen öffentliche Gelder im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepakets sowie subventionierte Vereinsbeiträge der Eltern. Die Kosten für die Unterstützung von Kindern werden zu etwa 30 % direkt durch die Eltern finanziert.
Chancenwerk e. V. ist Träger der freien Jugendhilfe. Chancenwerk ist Mitglied im Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland und ist Mitglied im Netzwerk Ashoka. Schirmherrin des Vereins ist die Bundesfamilienministerin.