Jacques-Dominique-Charles Gavard (* 9. August 1794 in Paris; † 14. Juni 1871 in Versailles) war ein französischer Ingenieur, Kunsthistoriker, Kupferstecher und Verleger sowie ein enger Freund von Frédéric Chopin.
Gavard begann 1810 ein Studium an der École polytechnique und erfand 1826 den sogenannten Diagraphen, eine Art Zeichenmaschine. Damit konnte durch eine besondere Vorrichtung ein anvisierter Punkt in perspektivischer Projektion auf das Papier übertragen werden. Die Erfindung fand sogleich große Verbreitung, so bei dem Maler Wilhelm Hensel. Dessen Frau Fanny Hensel, die Schwester von Felix Mendelssohn Bartholdy, schrieb am 23. Juli 1835 aus Paris an ihre Mutter Lea Mendelssohn Bartholdy, Hensel lasse gerade eine Zeichnung „durch Gavard stechen, mit dessen Maschine ist das eine Arbeit v. 4–5 Tagen (er ist beinahe fertig) und eine sehr geringe Ausgabe v. circa 80 francs.“
Bekannt wurde Gavard außerdem durch die Herausgabe der zahlreichen Kupferstiche der königlichen Gemäldegalerie im Schloss Versailles, einer Edition, die im Laufe der Jahre auf 11 Bände anwuchs.
Chopin erwähnt „die Gavards“ erstmals im Dezember 1845 gegenüber seiner Familie. In einem am 6. Januar 1848 beendeten Brief schreibt er: „Gavard hat mir für Ludwika [Chopins Schwester] seine Zeichnungen gegeben“, und wiederholte am 10. Februar: „Die Versailler Galerie ist von Gavard für Ludwika.“
Zu Gavards Freundeskreis gehörte auch der Theaterkritiker Jules Janin.
Gavard heiratete am 25. Juni 1823 in Zabern Thérèse Goetz (* 1805 in Zabern; † 26. Mai 1854 in Paris), mit der er drei Kinder hatte:

| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Gavard, Charles |
| ALTERNATIVNAMEN | Gavard, Jacques-Dominique-Charles (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | französischer Ingenieur, Kunsthistoriker, Kupferstecher und Verleger |
| GEBURTSDATUM | 9. August 1794 |
| GEBURTSORT | Paris |
| STERBEDATUM | 14. Juni 1871 |
| STERBEORT | Versailles |